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19.11.1976 - 

SCHOLZ REPORT

Faktor O,024648303 oder der IBM-Mietkauf

Diplomkaufmann Einar Scholz

Seit einigen Wochen hat die IBM ihre Vertriebspolitik ganz entschieden gewandelt. Sie versucht, dem jeweiligen IBM-Kunden klarzumachen, daß der Kauf eines Geräts (egal ob CPU, Magnetband, Platte, Bildschirm oder Diskette) für den Kunden in vielen Fällen hochinteressant sein kann. Sie bedient sich dabei ihrer ungeheueren Finanzkraft, indem sie ihren Kunden den Mietkauf schmackhaft zu machen versucht.

Die Hintergründe dieser Vertriebspolitik sollen hier nicht durchleuchtet werden. Ich will lediglich versuchen, den Nutzen für den einen oder anderen Anwender aufzuzeigen anhand einiger Beispiele.

Wann lohnt sich ein Kauf?

Grundsätzlich lohnt sich ein Kauf immer dann, wenn eine hinreißende Zeit von Installationsmonaten gegeben ist, so daß der Kauf im Vergleich zur reinen Miete über die gesamte Laufzeit incl. Verzinsung und Schwachstromversicherung sowie Wartungskosten billiger ist. Diese Überlegung ist nicht neu, wurde jedoch von sehr vielen EDV-Leitern schon deshalb nicht angestellt, weil aus Liquiditätsgründen ein Kauf von EDV-Anlagen oder Peripheriegeräten von vornherein ausschied. Dies ändert sich durch die neueste IBM-Politik gewaltig.

Wenn ein Kauf die eigene Liquidität nicht belastet und im Vergleich zur Miete positiv zu beurteilen ist, gibt es eigentlich keine nennenswerten Argumente mehr gegen einen Kauf, es sei denn, daß man bilanzpolitische oder emotionale Gründe gegen einen Kauf anführt. Diese sollen hier nicht betrachtet werden.

Unterschiedliche Vertragsdauern

Bei IBM-Mietverträgen gibt es im Prinzip folgende wesentliche Vertragsdauern:

1. Normalmietvertrag, der nach einem Jahr Installationsdauer mit einer Frist von 3 Monaten zum Monatsende gekündigt werden kann. In bestimmten Fällen muß noch nicht einmal die Frist von einem Jahr eingehalten werden. Ablösesummen fallen hier nicht an.

2. 2-Jahres-Vertrag für Peripherie-Geräte und diverse andere Systeme (z. B. Diskettenerfassungsplätze etc.). Als Äquivalent für die 2jährige Dauer wird ein Nachlaß von 160/0 auf den Grundmietpreis gewährt. Ablösesummen sind bei vorzeitiger Kündigung zu zahlen, die aus den Spezifikationsblättern entnommen werden können.

3. 4-Jahres-Verträge bei Zentraleinheiten mit Senkung des normalen Mietpreises von etwas über 9% und Wegfall der Mehrschichtmiete, was auch bei dem 2-Jahres-Vertrag gilt.

Die Vertragsart 1 (normale Miete) scheidet für eine Kauf-Miete-Betrachtung meist aus, weil diese Vertragsart mehr oder weniger bewußt kurz gehalten wird. Bei 2- und 4-Jahres-Verträgen lohnt sich jedoch neuerdings eine Kauf-Miete-Betrachtung durchaus.

Faktor 0,024648303

Die IBM bietet zur Finanzierung von IBM-Geräten beispielsweise bei einer 4jährigen Mietkaufdauer folgendes an. Der jeweilige Kaufpreis des Gerätes wird mit dem obigen Faktor multipliziert und ergibt die monatlich an die IBM zu zahlende Rate. Nimmt man einmal an, daß für ein bisher gemietetes System /370158 bisher im 4-Jahres-Mietvertrag insgesamt 149 444 DM zu zahlen sind und daß der Restkaufpreis nach Berücksichtigung der Optionsgutschriften noch 5 500 000 DM beträgt, so kann der monatliche Mietkaufpreis aus der Multiplikation von 5 500 000 x Faktor 0,024648303 errechnet werden. Daraus ergibt sich ein Betrag von 135 565 DM. Zu diesem Betrag ist die Wartung für 3 Schichten (Mo-Sa) in Höhe von ca. 12 600 DM hinzuzurechnen. Werden für Schwachstromversicherung noch ca. 2500 DM angesetzt, so erhält man einen Gesamtbetrag von 150 665 DM der 48 Monate lang zu zahlen ist. In diesem Betrag sind die Fremdkapitalzinsen (8,5% fest über 4 Jahre) bereits enthalten. Eine Anzahlung ist nicht erforderlich. Im vorliegenden Beispiel ist der Kauf pro Monat nur ca. 1000 DM teurer als die monatliche Miete. Ein Eigentor hat die IBM hier nicht geschossen; denn in diesem Beispiel wurde unterstellt, daß die CPU nur 5 500 000 DM kostet, neu kostet eine derartige Anlage immerhin 6 800 000 DM. Bei sofortiger Kaufmiete wäre die Anlage monatlich ca. 32 000 DM teurer als der 4-Jahres-Mietbetrag.

Empfehlung für den

Wenn heute eine Verlängerung von Einheiten ansteht oder ein 4-Jahres-Mietvertrag abgeschlossen werden soll, ist es ratsam, ein ausführliches Gespräch mit dem Vertriebsbeauftragten zu führen. Mietkauf heißt in vielen Fällen die Alternative für den kostenbewußten EDV-Leiter. Die Sache ist übrigens so interessant, daß sich die Konkurrenz schon ärgert, jedenfalls läßt sich dies auf dem Terminalmarkt eindeutig beobachten.