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08.06.2015 - 

Das bietet der neue Cloud-Marktplatz

FAQ zur Deutsche Börse Cloud Exchange

Heinrich Vaske ist Chefredakteur der COMPUTERWOCHE und verantwortlich im Sinne des Presserechts (v.i.S.d.P.). Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung der Computerwoche - im Web und in der Zeitschrift. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte der COMPUTERWOCHE und moderiert Veranstaltungen. Weitere Interessen: der SV Werder Bremen, Doppelkopf und Bücher - etwa die von P.G. Woodhouse.
Die Deutsche Börse Cloud Exchange (DBCE) ist live. Nie gehört? Macht nichts. Wir beantworten alle Fragen zum neuen Cloud-Basar aus deutschen Landen.
Deutsche Börse schafft Marktplatz für sichere Cloud-Services
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Foto: DBCE

Was ist die Deutsche Börse Cloud Exchange (DBCE)

Die DBCE (https://go.cloud.exchange/website/buy) entstand 2013 als Joint Venture der Deutsche Börse AG und der Berliner Zimory GmbH, einem auf Cloud-Management spezialisierten Startup. Ziel war es, einen anbieterneutralen Cloud-Marktplatz für IT-Infrastruktur ins Leben zu rufen. Die DBCE beschäftigt derzeit 44 Mitarbeiter, die Geschäfte werden von Berlin aus geführt. Firmensitz ist aber Eschborn bei Frankfurt am Main.

Warum hat sich der Starttermin verzögert?

Die 2014 geplante Eröffnung wurde aufgrund der unterschätzten Komplexität verpasst. Wie der DBCE-Vorstandsvorsitzende Randolf Roth vor der Presse einräumte, führte das in der Betaphase eingesammelte Feedback zu tiefgreifenden Anpassungen. Der Betreiber habe noch einmal viel Geld in die Hand genommen, um die Funktionalität und die Benutzeroberfläche angemessen zu gestalten. Am 20. Mai 2015 hat die DBCE nun ihre Pforten geöffnet.

Was bietet die DBCE konkret an?

Angeboten werden Rechenleistung (CPU in sogenannten Performance Units bzw. PUs), Hauptspeicher und Storage. Kunden können sich dazu einen Provider auswählen, Preise vergleichen, Ressourcen in einem zuvor definierten Umfang einkaufen, darauf aufsetzend Virtual Machines konfigurieren und diese aus dem Web-Frontend heraus starten und steuern. Alle Funktionen sind über ein API ansprechbar. Kunden haben den Ressourcenverbrauch ständig im Blick und können gegebenenfalls nachkaufen.

Welche Cloud-Provider bieten Leistungen auf der DBCE an?

Derzeit lassen sich Ressourcen von folgenden vier eher kleineren Anbietern beziehen:

  • Innovo Cloud GmbH aus Eschborn,

  • Cloud & Heat Technologies GmbH aus Dresden,

  • Darz GmbH, Darmstadt, und

  • Ultimum Technologies aus Prag, der bislang einzige ausländische Anbieter.

Weitere Provider aus dem In- und Ausland sollen bald folgen. So steht die Aufnahme der französischen Orange-Tochter Cloudwatt unmittelbar bevor.

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Können auch Broker oder Händler Cloud-Leistungen anbieten?

Nein, auf der DBCE sind ausschließlich Rechenzentrumsbetreiber zugelassen. Komplexere Broker-Modelle sind bislang nicht vorgesehen.

Wie funktioniert der Einkauf von Ressourcen?

Kunden registrieren sich, anschließend kaufen und konfigurieren sie ihren Ressourcenpool. Im Rahmen ihrer "Trade Balance" erwerben sie Kontrakte für Ressourcen - also für CPU, Memory und Storage. In diesem Pool können sie dann ihre VMs starten. Wenn ihr Etat erschöpft ist, wird ihnen eine Warnung angezeigt. Bezahlt wird am Monatsende, danach wird die Trading Balance automatisch zurückgesetzt. Soll das Einkaufslimit verändert werden, hilft der DBCE-Support.

Anders als im Hosting-Business üblich kauft der Kunde also nicht VMs bestimmter Größe mit entsprechend hinterlegten Ressourcen, sondern einen Ressourcenpool, in dem er seine VMs so konfiguriert, wie er sie braucht. So kann er Ressourcen zukaufen oder verändern, ohne dass die VMs beeinträchtigt werden.

Um die Konfigurationsarbeit zu erleichtern, bekommt der Kunde ein Menü an die Hand, das ihm hilft paketierte Ressourcen auszuwählen. Die Variante "Standard-M" beispielsweise besteht aus 4 PUs, 8 GB Memory und 0,05 Terabyte Speicher. Ein Balkendiagramm zeigt an, wie gut der Ressourcenpool in den drei Kategorien CPU, Hauptspeicher und Storage gefüllt ist.

Welche Differenzierungsmöglichkeiten haben die Provider?

Anbieter bekommen jeweils eigene Profilseiten, auf denen sie angeben können, welche Besonderheiten sie zu bieten haben - ob sie beispielsweise eine bestimmte Hardware oder eine besondere Technologie einsetzen. Das kann nützlich sein, wenn Kunden etwa explizit nach High-Performance-Ressourcen suchen.

Die Kategorisierung nach CPU, Memory und Storage ist nur eine grobe: Granulare Differenzierungen sollen mit kommenden Versionen möglich werden. Im Bereich Storage etwa kann man dann nicht mehr nur die Menge der Terabytes wählen, sondern auch ob man einen High-Performance-Speicher bekommt, SSD-Technik etc. Generell soll es irgendwann verschiedene Performance-Klassen geben, so dass die Kunden wählen können, ob sie für entsprechend mehr Geld Hochverfügbarkeits- oder Low-Latency-Produkte mit besonderen Service Level Agreements (SLAs) haben möchten.

Die DBCE erwartet keinen "Preiskampf" auf ihrem Marktplatz, wohl aber eine Differenzierung über den Preis. Die Preise sind transparent; die Provider können zeigen, wie sie zustande kommen. Auf Dauer soll Differenzierung aber auch über unterschiedliche Quality of Services und über die Governing Region stattfinden: Ein deutscher Anbieter dürfte aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen, die er erfüllen kann, andere Preise aufrufen können als ein Provider aus dem Ausland.

Wie findet ein Kunde das passende Angebot?

Je nach Angaben zu Mengen, Regionen, Laufzeiten und anderen Entscheidungsparametern werden die Suchergebnisse gefiltert. Sucht ein Kunde billigen Hauptspeicher, weil er einen Memory-intensiven Workload hat, werden die Ergebnisse entsprechend diesem Suchkriterium angezeigt. Provider können sich also überlegen, mit welchen Angeboten sie punkten und ob sie beispielsweise den Memory-Preis billig, dafür aber CPU und Storage teuer anbieten möchten. Aus Provider-Sicht lässt sich das - je nach Auslastung der eigenen Infrastruktur - auch dynamisch gestalten.

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