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25.03.1983 - 

Wachstum bei Business Grafik wird andere Anwendungsbereiche übertreffen:

Farbe kann den Durchblick auch vermindern

BERLIN - "Mit Business Grafik", warnt Heinz Streicher von der Scientific Control Systems GmbH, Hamburg, "lassen sich keine unternehmerischen Probleme lösen." Man dürfe angesichts ihrer Leistungsfähigkeit nicht in die gleiche Euphorie verfallen wie Anfang der siebziger Jahre bei den ersten Management-Informations-Systemen. Präsentationsgrafik könne aber dazu dienen, die "Säkularisierung" der Datenverarbeitung voranzutreiben.

Zum heutigen Zeitpunkt schätzt Bill O'Brien, Marketing-Manager bei Tektronix, den Grafikmarkt auf ein Volumen von rund 1,5 Milliarden US-Dollar. Die voraussichtiliche Wachstumsrate soll bei jährlich 30 Prozent durchschnittlich während der kommenden sechs Jahre liegen. Frost & Sullivan prognostizierten, daß Computer Graphics mit einiger Sicherheit die höchsten Zuwachsraten innerhalb des gesamten DV-Bereiches verzeichnen könne.

Diese Steigerung lasse sich auf die durch den Grafikeinsatz ermöglichte Produktivitätssteigerung zurückführen. Wenn die Wirksamkeit der Mensch-Maschine-Schnittstelle durch Computer Graphics erst verbessert sei, könne fast jede automatisierbare Aufgabe wirtschaftlicher durchgeführt werden.

Das Wachstum der Grafikbranche wird sich nach Ansicht von O'Brien auf einige Anwendungsgebiete beschränken. Eingeschlossen sind hier die klassischen technischen Bereiche wie auch eine wachsende Anzahl nicht-technischer Anwendungen. Unter den technischen Anwendungsbereichen versteht er dabei die rechnerunterstützte Konstruktion und Fertigung (CAD/CAM) sowie die Analyse von technischen und wissenschaftlichen Daten und schließlich die Kartografie.

Zu den nicht-technischen Anwendungen zählen Geschäftsgrafik, Kunst aus dem Rechner, Unterricht per Computer sowie Simulation. O'Brien stellte jedoch klar, daß CAD das wichtigste Anwendungsgebiet für Computer Graphics ist und bleibt. Obgleich die Konstrukteure im technischen und elektronischen Bereich zu den ersten gehörten, die sich die Werkzeuge der Grafikcomputer zu eigen machten, erwarten Experten für diese Anwendungsgebiete immer noch Zuwachsraten bis zu 35 Prozent jährlich.

Ein starkes Wachstum wird bei der sogenannten Business Grafik einsetzen. In den nächsten sechs Jahren werden die Zuwachsraten des Geschäftsgrafikbereiches verschiedenen Prognosen zufolge die der anderen Anwendungsbereiche bei weitem übertreffen. Insgesamt nämlich, begründet Bill O'Brien diese Voraussagen, hätten die Anwender der kommerziellen Datenverarbeitung viermal soviel Computer wie ihre Kollegen aus dem technisch-wissenschaftlichen Bereich eingesetzt.

Dabei spielt vor allem die Farbe eine wichtige Rolle. "Farbe", weiß SCS-Professional Heinrich B. Harendza, "motiviert zum Hinsehen." Obendrein werde der Wirkungsgrad der Information erhöht. Doch zuviel Farbe kann verwirren und schon mal zu Fehlinterpretationen führen. Harendza rät, nicht mehr als sieben Farben zu verwenden. Ohnehin ist Buntes nicht für jeden informativ: 8 Prozent der Männer und 0,4 Prozent der Frauen sind farbenblind.

Doch den entscheidenden Faktor bei der Nutzung grafischer Möglichkeiten stellt die Anwendungssoftware dar. Hier ist die grafische Industrie aufgerufen, angesichts leistungsfähiger und preiswerter Hardware für den nur mäßig DV-interessierten Anwender benutzerfreundliche Programme zu entwickeln. Immerhin prophezeit Tektronix-Manager O'Brien, daß Computer Graphics bald Bestandteil jedes einzelnen Systems sein wird.

Auswahlkriterien für Business-Grafik-Software

1. Benutzungsfreundlichkeit

2. Flexibilität und Qualität

3. Mehrfachplots und Textintegration je Seite

4. Geräteunabhängigkeit und Layout-Intelligenz

5. Rechnerunabhängigkeit

6. Semigrafische Darstellungsmöglichkeit

7. Zugriffsmöglichkeit/Benutzung von Personal Computern aus

8. Verfügbarkeit von vorkonfektionierten Grafiken

9. Möglichkeit der Herstellung von Ad-hoc-Grafiken

10. Integrationsmöglichkeit in bestehende DV-Prozesse und Datenhaltungen