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16.08.2007

Fast jeder zweite Lehrling hat keine Ahnung von Computern

Eine Umfrage von TNS-Infratest unter 200 Handwerksmeistern ergab, dass fast 50 Prozent aller Azubis nicht mit einem PC arbeiten können.

Die in den deutschen Handwerksbetrieben erhobenen Daten ergaben, dass 46 Prozent der insgesamt rund 500 000 Lehrlinge im Handwerk "keine ausreichenden Kenntnisse im Umgang mit Computern und dem Internet" besitzen.

Der Umfrage zufolge haben zudem sechs von zehn Auszubildenden Defizite im Umgang mit Textverarbeitungssystemen. Noch gravierender sind die Wissenslücken bei Tabellenkalkulationsprogrammen. Nur jeder vierte Azubi kommt hier zurecht. Das Internet, immerhin als das entscheidende Werkzeug der Informationsgesellschaft apostrophiert, beherrschen lediglich 40 Prozent aller Lehrlinge.

Bei der Umfrage wurden die IT-Kenntnisse von Auszubildenden mit Haupt- oder Realschulabschluss untersucht. Die Umfrage wurde im Auftrag der Initiative IT-Fitness abgehalten. Zu ihr gehören Unternehmen aus der Wirtschaft sowie des öffentlichen Sektors wie etwa Microsoft und die Deutsche Bahn.

Der Geschäftsführer von Microsoft Deutschland, Achim Berg, der als Beiratsvorsitzender der Initiative IT-Fitness fungiert, kommentierte die Ergebnisse der Untersuchung: "IT-Kenntnisse sind eine mittlerweile unverzichtbare Schlüsselqualifikation auf dem Arbeitsmarkt und ein wesentlicher Faktor der Ausbildungsfähigkeit von Jugendlichen. Deshalb sind IT-fitte Schulabgänger klar im Vorteil."

Berg sagte gegenüber der "Bild am Sonntag": "Vielen Schulabgängern fehlen wichtige Grundkenntnisse, um überhaupt in die Ausbildung starten zu können. Jugendliche mögen zwar fit beim Gamen und Chatten sein, aber nicht, wenn es um den Computereinsatz für den Beruf geht."

IT-Kenntnisse gehörten zu den "Schlüsselkompetenzen" in den über 920 000 deutschen Handwerksbetrieben, erklärte Hanns-Eberhard Schleyer, Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks.

Kein Interesse, die Defizite zu beheben

Sind schon die nackten Zahlen alarmierend genug, so offenbart auch die Haltung der Auszubildenden, welche Probleme die Handwerksbranche hat. Die Hälfte aller Auszubildenden zeigt nach Einschätzung der Befragten keine Motivation, die Defizite in puncto IT-Kenntnisse zu beheben.

Ein weiteres gravierendes Problem stellen die mangelnden Weiterbildungsmöglichkeiten in den Unternehmen selbst dar: Immerhin 26 Prozent der Personalverantwortlichen bieten den eigenen Azubis keine IT-Schulungen an. Auch die Qualität der Weiterbildungen ist nach Meinung der Befragten stark verbesserungswürdig: Über die Hälfte bewertet sie als nicht gut. (jm)