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19.11.1998 - 

Kommentar

Fauler Zauber oder guter Geist?

Wie Sindbad im Märchen hat nun Sun einen dienstbaren Geist hervorgezaubert. Der Hersteller verspricht, mit der Macht von Jini die gesamte Computerei zu verändern: Netzwerke sollen einfacher zu verwalten sein, das Konzept zudem einen wesentlichen Schritt in Richtung verteiltes Computing darstellen. Doch noch hat der Geist seine magische Kraft nicht unter Beweis gestellt. Von leeren Versprechungen und Luftschlössern können sich Anwender nichts kaufen - sie brauchen konkrete Lösungen.

Ob Suns Idee vom "Networking anytime, anywhere" sich durchsetzt, hängt nicht zuletzt von der Standardisierung der Programmiersprache Java ab, auf der das Konzept basiert. Die Kommunikation unter Jini erfolgt über das Java-Verfahren Remote Method Invocation (RMI), wie es im Java Developer Kit (JDK) 1.2 spezifiziert ist. Von diesem liegt derzeit nur die für Suns Unix-Variante "Solaris" eingerichtete Betaversion vor. Geriete der Standardisierungsprozeß ins Stocken, würde dies auch den Zeitplan für Jini stören. Außerdem muß sich noch zeigen, ob Sun die Industrie von der Idee begeistern kann. Dies ist leichter gesagt als getan: Mit Microsoft hat der Lampengeist einen mächtigen Gegner, dessen Einfluß ihm durchaus das Licht ausblasen könnte.

Sun steht vor einer großen Aufgabe: Auf die vollmundigen Versprechen müssen jetzt Taten folgen. Jini läuft sonst Gefahr, genauso zu zerplatzen wie unzählige Marketing-Seifenblasen davor.