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26.09.2006

Fauler Zauber oder Mobilfunkrevolution?

Neue Funktechnik soll UMTS und Wimax leistungsfähiger machen.

Mit der Absicht, neun Prozent seiner Aktien an der London Stock Exchange für 56,9 Millionen Dollar zu verkaufen, gelangt xG Technology nun auch in Europa in die Schlagzeilen. Was das Unternehmen aus Sarasota in Florida propagiert, liest sich wie ein Märchen: Mit der selbst entwickelten Funktechnik "xMax" sollen beispielsweise Entfernungen von 18 Meilen überbrückt werden, wofür nur eine Sendeleistung von 38 Milliwatt benötigt werde. Zum Vergleich: Mit Rundstrahlantennen haben die in Deutschland auf 100 Milliwatt Antennenleistung begrenzten WLANs im Freien gerade mal eine Reichweite von bis zu 300 Metern. Und ein Handy im D-Netz sendet mit bis zu zwei Watt.

Neues Modulationsverfahren

Sollte das xMax-Prinzip also wirklich funktionieren - den endgültigen Beweis blieb xG Technology bis heute schuldig - dann bräuchte sich der Anwender künftig kaum mehr über die ständig leeren Akkus seiner mobilen Funkgeräte ärgern. Und die Mobilfunkindustrie verfiele in großen Katzenjammer angesichts ihrer Milliardeninvestitionen in UMTS, Wimax und Co.: xMax, so seine Erfinder, ermögliche den Netzaufbau mit weniger Sendestationen und damit viel kostengünstiger. Letztlich könnte xMax damit die gesamte Mobilfunk- und WLAN-Industrie in ihren Grundfesten erschüttern.

Für Skeptiker riecht das Ganze jedoch nach faulem Zauber. xG Technology versucht den Leistungssprung damit zu erklären, dass man ein neues Modulationsverfahren verwende, das eine effizientere Datenübertragung erlaube. Im Gegensatz zu herkömmlichen Verfahren, die mit hunderten von Modulationszyklen arbeiten, komme das eigene "xG Flash Signal" nur mit einem Zyklus aus. Zudem benutze man nicht wie bei WLANs oder anderen Verfahren Frequenzen im Gigahertz-Bereich, sondern sende im weniger kritischen 900-Megahertz-Band.

Funken ohne Störung

Kritiker halten aber dagegen, dass dieser Frequenzbereich als lizenzfreies ISM-Band (Industrial, Scientific and Medical-Band) bereits von zahlreichen anderen Anwendungen genutzt werde und damit Störungen sehr wahrscheinlich seien. Ein Argument, das Joseph Bobier, der Erfinder von xMax, strikt verneint. Sein Verfahren sende ja nur mit einer Leistung, die weit unter dem natürlichen Rauschpegel liege, so dass gegenseitige Störungen ausgeschlossen seien.

Daran, dass die Zweifler nicht verstummen wollen, ist die Company zum Teil selbst schuld. So werden Produkte verschoben und Fragen nach einer detaillierten Erklärung der Technik unter Hinweis auf noch nicht erteilte Patente negativ beschieden. Selbst öffentliche Technologiedemonstrationen des Unternehmens tragen mehr zur Verunsicherung als zur Aufklärung bei. So berichten zwar Journalisten, dass sie bei einem Test die Reichweite von 18 Meilen selbst überprüfen konnten. Allerdings fand dieser in den Sümpfen Floridas statt, wo keine Bebauung oder andere Funkquellen stören. Ferner blieb ihnen ein Blick auf die eigentliche Technik verwehrt, da sich diese in einer abgeschlossenen Black Box befand.

Damit konnten sie lediglich das Ausgangssignal messen. Zudem blieb offen, ob es sich dabei wirklich um das gesendete Signal handelte, denn die Antenne befand sich auf einem 850 Fuß hohen Mast. Böse Zungen spekulieren nun darüber, ob auf der Mastspitze ein Signalverstärker platziert war. (hi)