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18.01.2005

FBI-Software für den Müll?

Ein Flop würde 100 Millionen Dollar kosten.

Der 11. September 2001 wäre vielleicht ein Datum wie jedes andere, hätte es "Virtual Case File" damals gegeben. Die Softwareanwendung hätte das FBI möglicherweise auf die Idee gebracht, alle Flugschulen nach terrorismusverdächtigen Schülern zu durchsuchen. Doch sie war damals erst in Planung - und einem Bericht der "Los Angeles Times" zufolge wird sie wohl überhaupt nicht in Dienst gestellt.

Mit einem 581-Millionen-Dollar-Budget für die Neugestaltung der IT-Systeme im Rücken hatte das FBI die Science Applications International Corp. (SAIC) aus San Diego beauftragt, eine Anwendung zu entwickeln, mit der sich die USA-weit verstreuten Archivinformationen auswerten und aufbereiten ließen. Die Softwareschmiede erhielt dafür 170 Millionen Dollar und lieferte Ende vergangenen Jahres auch einen Prototypen - gemäß der Pressemeldung fast zwölf Monate nach dem vereinbarten Fertigstellungstermin. Außerdem sei das FBI mit dem Ergebnis derart unzufrieden, dass es zwar den Testbetrieb mit 300 Anwendern aufgenommen habe, sich aber gleichzeitig nach einer Alternative umsehe. Insider setzten dies mit der Verschwendung von etwa 100 Millionen Dollar Entwicklungskosten gleich. Der Vertrag zwischen FBI und SAIC laufe jedenfalls im März dieses Jahres aus, und bislang gebe es keine Anzeichen für eine Verlängerung.

Auch mit der E-Mail-Schnüffelsoftware "Carnivore" hat die US-Kriminalbehörde offenbar einen Flop gelandet. Wie "Spiegel Online" meldet, wird sie so gut wie nicht genutzt. (qua)