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08.10.1982

Feedback von der Fachabteilung; Folge 2:Maßanzug für DV-gestützte Produktionsplanung

Ein DV-gestütztes Produktionsplanungssystem führte die VAW-Leichtmetall GmbH für ihr Werk in Grevenbroich ein. Wichtiges Moment bei dieser organisatorischen Neuerung war vor allem auch die Rückkopplung des Projektteams mit den betroffenen Fachabteilungen. Mitarbeiter der SCS beschreiben in diesem Beitrag das jetzt automatisierte Verfahren der Fertigsteuerung.

Verschiedene DV-Hilfen kamen bei der VAW für die Implementierung eines automatisierten Produktplanungssystems zum Einsatz. So erfolgt die Dialogführung der Sachbearbeiter mit Hilfe der Menütechnik. Eine Online-Fehlerprüfung ist vorgesehen. Auch die Datengenerierung aus den vorhandenen Beständen gehört mit zu dem System.

Grundlage für die Auftragserfassung ist das Auftragsformblatt mit Mindestdaten, technischen Daten und kaufmännischen Daten.

Die Mindestdaten sind zur Auftragseinplanung notwendig. Dazu gehören neben Werkstoff, Abmessungen und Termin auch eine grobe Festlegung des Fertigungsweges und die vorgesehene Art der Materialversorgung.

Die technischen Daten ergänzen die Mindestdaten um die exakte Fertigungsvorschrift, insbesondere durch Zuordnung eines Arbeitsplanes und einer internen Erzeugnisverschlüsselung. Die Datenübernahme aus den Stammdaten erfolgt automatisch.

Um die Verantwortlichkeit der Sachbearbeiter und Flexibilität zu gewährleisten, wurde eine halbautomatische Durchlaufterminierung gewählt.

Der verantwortliche Sachbearbeiter gibt für einen Auftrag den Fertigungsstart oder den gewünschten Liefertermin ein. Das System berechnet daraus die Start- und Endtermine für alle betroffenen Arbeitsgänge, sowie deren Kapazitätsbelastung. Diese Berechnung erfolgt während des Erfassungsdialogs. Der Sachbearbeiter kann Einfluß nehmen.

Aus erfaßten oder generierten Auftragsdaten werden die auftragsbezogenen Materialanforderungen und die Arbeitspapiere, also die Fertigungsvorschriften für die einzelnen Arbeitsgänge maschinell erstellt.

Für die automatisierten Betriebsbereiche erfolgt an Stelle der Ausgabe von Arbeitspapieren die Datenvorgabe an einen Betriebsrechner.

Materialanlieferungen und Fertigungsrückmeldungen werden nach Erfassung im System den Aufträgen zugeordnet und stehen damit für Bildschirmauskünfte und Auswertungen zur Verfügung.

Die Fertigungsrückmeldungen sind gleichzeitig die Basis für die Lohnbewertung durch die Refa-Abteilung und für die maschinell erstellten betrieblichen Leistungsübersichten in verschiedener Aufteilung und Verdichtung.

Neben umfangreichen Auskunftsdialogen stellt das System auftragsbezogene Auswertungen zur Verfügung. Dazu zählen die kurz- und langfristigen Dispositionsunterlagen mit Auftragsübersichten, Maschinenbelegungen, Fertigungsstandlisten und Mahnlisten.

Die Arbeitsvorbereitung als verantwortlicher Träger der Produktionsplanung benötigt diese Hilfsmittel, um eine sichere Disposition und Auftragsverfolgung durchführen zu können. Dazu gehört auch die Reaktion auf Abweichungen der Fertigung vom Plan und auf veränderte Auftragslagen. Ferner muß die Auskunftsbereitschaft gegenüber dem Verkauf sichergestellt werden.

Wesentliches Element des Planungssystems sind die Stammdaten, die ohne eine neue Erfassung den Aufträgen zugeordnet werden. Dazu gehören Arbeitspläne, Arbeitsgänge, Materialbeschreibungen, Maschineneigenschaften, Plankapazitäten, Stücklisten und Kundendaten.

Diese Daten werden von den zuständigen Fachabteilungen im Dialog gepflegt.

Folgende DV-Hilfen wurden angewandt:

- Dialogführung mit Menütechnik, Blättern, Sprungfunktionen

- Online-Fehlerprüfung;

- Datengenerierung und

- Kopierfunktionen

Rückkopplung mit der Fachabteilung

Die Arbeiten wurden von einer Projektgruppe in geschlossenen Projektphasen abgewickelt:

- Grobkonzept (Gesamtkonzept)

- Detailkonzept

- Realisierung je Ausbaustufe

- Einführung.

Nach den ersten beiden Projektphasen fanden intensive Rückkopplung zwischen Fachabteilungen und Entscheidungsträgern statt, um Reihenfolge und Aufgabenumfang, sowie modifizierte Zielvorstellungen in das weitere Vorgehen einzubauen.

Ausgehend vom Gesamtkonzept wurden Schnittstellen definiert, um ein schrittweises Zusammenwachsen neuer Funktionen und bestehender Abwicklungen sicherzustellen und bestehende Abwicklungen abzulösen.

Anfang 1980 wurden Betriebsdatenerfassung und -verarbeitung in Betrieb genommen. Mitte 1981 gingen die eigentlichen Planungsfunktionen in Betrieb wie Auftragserfassung und -einplanung, das Auskunftswesen, die Erstellung von Dispositionsunterlagen, die Vormaterialbedarfsermittlung und die Kopplung mit der kaufmännischen Abwicklung.

Anfang 1982 wurde die technische Abwicklung mit Arbeitspapier und Stücklistenerstellung aus dem neuen System und die zugehörige Dialogpflege von Stammdaten eingeführt.

Für Fachabteilungen wie auch Rechenzentrum und Organisationsabteilung gab es erhebliches Neuland durch Einsatz eines Datenbanksystems, Datenfernverarbeitung und Dialogbetrieb. Verfügbarkeit und Antwortzeitverhalten hatten hohe Priorität.

Auftragsdaten, Rückmeldungen und Stammdaten wurden in einem System zusammengeführt, so daß Auskünfte und Auswertungen auf der gleichen Datenbasis beruhen.

Die Dialogerfassung mit sofortiger Prüfung und dem Zwang zur Korrektur fehlerhafter Auftragsdaten läßt nur einwandfreie Daten ins System gelangen.

Mehr als 50 Prozent der zu einem Auftrag gehörenden Daten werden automatisch aus Stammdaten oder Umrechnungen generiert und dem Sachbearbeiter am Bildschirm angezeigt. Durch die sofortige Verbuchung von Auftragsdaten im System während des Erfassungsdialoges können Auftragseinplanungen rasch durchgeführt werden. Entsprechend kurzfristig kann die Fertigung begonnen werden, sofern Materialsituationen und Kapazitäten das zulassen.

Auftragsänderungen sind schnell und leicht nachzuhalten. So ist beispielsweise eine Änderung von Menge oder Liefertermin eines Auftrages in Sekunden abgewickelt, mit allen Auswirkungen hinsichtlich Kapazitätsbelegungen und Zwischenterminen der einzelnen Arbeitsgänge.

Das Auskunftswesen sichert ständige Auskunftsbereitschaft am Bildschirm für alle Aufträge hinsichtlich Einplanung, Fertigungsstand oder Versand. Jede Auftragsänderung oder Verbuchung von Rückmeldungen steht damit sofort allen legitimierten Benutzern am Bildschirm zur Verfügung.

Dieter Fließbach und Heiner Westphalen sind Mitarbeiter der SCS Technische Beratung und Automation, Geschäftsstelle Essen.