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21.07.1978 - 

The Waves of Change

Fehleinschätzungen

Ein Ausweg aus den Personalnöten der DV-Anwender könnte die Entwicklung von benutzerorientierten Systemen sein. Das bedeutet: Die Hersteller müssen mehr als bisher personalintensive Endbenutzerfunktionen in ihre Hard- und Firmware einbauen und ihre Systeme müssen noch einfacher zu bedienen sein. Zwei Produkte, die diesen Anforderungen zumindest teilweise gerecht werden, sind der Laserdrucker IBM 3800 und das Massenspeichersystem IBM 3850.

Xerox und Kodak nutzen die sich weiter verschärfende Personalknappheit einfach auf ihre Weise: Sie bieten ganz einfach Produkte an, die weniger qualifizierte Mitarbeiter erforderlich machen und einfach zu bedienen sind. IBM kann den Verkaufserfolg seines 3850 Massenspeichersystems allein schon durch den Verweis auf die Tatsache rechtfertigen, daß beim 3850 wesentlich weniger Personal zum Auswechseln der Magnetbandlaufwerke erforderlich ist. Daß es IBM gelungen ist, auch das Verwaltungspersonal der riesigen Magnetbandbibliothek des 3850 erheblich zu reduzieren, ist ein gutes Beispiel dafür, wie dieser Hersteller seinen Marktanteil am Anwenderbudget weiter ausbaut.

Der Trend zum Einbau von endbenutzerorientierten Funktionen in die Hardware dürfte sich in den frühen achtziger Jahren weiter verstärken. Geht man von den daraus resultierenden Einsparungen beim Anwender aus, so könnten Statistiken, die genau für diesen Zeitraum eine Bedarfslawine an qualifiziertem DV-Personal prognostizieren, durchaus schwerwiegende Fehleinschätzungen enthalten.

Auch eine Spezialisierung innerhalb des Managements könnte dem DV-Anwender neue Personal-Ressourcen erschließen. Hier ist an qualifizierte Mitarbeiter zu denken, sogenannte "Line Manager" die innerhalb eines genau definierten Bereichs Managementkenntnisse und qualifiziertes EDV-Wissen miteinander verbinden. Eine quantitative Erweiterung des Lehrangebots der Universitäten in "computerrelevanten" Fachgebieten wie Informatik, Elektronik und Elektrotechnik muß natürlich ebenfalls ins Auge gefaßt werden.

Kapitel VIll

Was hat der DV-Anwender von der technischen Entwicklung zu erwarten? Nach Ansicht von Charles r. Lecht wird die Systemarchitektur der Zukunft anwendungs- und endbenutzerorientierter sein. Im folgenden Beitrag diskutiert der Autor diese Problematik für die frühen achtziger Jahre. Illustriert wird die Entwicklung an der nächsten Generation von IBM-Rechnern, dem System 80.

Die Hardware der Zukunft dürfte viel spezialisierter und modularer sein, als dies gegenwärtig der Fall ist: Standardisierte Hardwarekomponenten werden auf dezentraler Basis als taskorientierte Systeme arbeiten. Einsatzbereiche für diese spezialisierten Systeme: Datenkommunikation, Rechen- und Steuerfunktionen, Datenbankverwaltung und weitere spezielle Applikationen.

Diese taskorientierten Systemmoduln oder Prozeßmaschinen weisen einen hohen Grad an Flexibilität auf. Sie können je nach Bedarf kombiniert und mit Firm- und Software zu einem anwendungsorientierten System zusammengefaßt werden.

Dezentrale Datenverarbeitung und komplette Rechnernetzwerke geben den Endbenutzern direkte Kontrolle über die eigenen Rechnerressourcen. Auch in Zukunft wird allerdings so etwas wie ein zentrales DV-Management erforderlich sein. Wichtige Aufgaben dieser DV-Zentrale der Zukunft: Entwicklung, Wartung und Koordination der DV-Ressourcen des Gesamtunternehmens sowie die Entwicklung von Anwendungssoftware und Standards für Applikationsbereiche, die über die Kompetenzen der einzelnen Fachabteilungen hinausgehen.

Die Computerleistung kommt noch näher zum Endbenutzer - gleichzeitig wird durch die damit einhergehende Dezentralisierung der DV-Ressourcen verhindert, daß bei Ausfall einer einzigen Komponente das gesamte DV-System lahmgelegt wird.

Die Systeme in diesem dezentralisierten Betrieb werden weniger kompliziert und einfacher zu bedienen sein. Der Benutzer kann sich mehr als bisher auf die eigentliche Problemlösung konzentrieren, ohne sich auch noch eingehend mit der technischen Realisierung seiner Aufgabe befassen zu müssen.

Die großen Hersteller werden Datenkommunikations- und Datenbank-Management-Systeme liefern, die dem Benutzer mehr Kontrolle und größere Flexibilität bei der Nutzung seiner Datenbestände bieten. Aufgabe eines Ieistungsfähigen Datenbank-Managements wird es dann sein, die Daten genauestens nach Zugehörigkeit und Verwendungszweck zu beschreiben.

Charles P. Lecht ist Gründer und Vorsitzender der Advanced Computer Techniques Corporation (ACT).

Übersetzung: Reinhold Falkner.