Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

11.02.1983 - 

Dynatech Communisations setzt auf Paketvermittlung:

Fehlende Normung ist Unsicherheitsfaktor

EGLING (pi) - Die steigende Teilnehmerzahl am Datex-P-Netz bedeutet

eine zunehmende Akzeptanz der paketvermittelnden Datenübertragungsdienste. Mit dem heute international anerkannten Standard, der CCITT-Empfehlung X.25, wurde die Grundlage für den Aufbau von öffentlichen Datenübertragungsnetzen geschaffen. Die X.25-Empfehlung regelt den Datentransport innerhalb des Vermittlungssystems. Für die Steuerung von Anwenderfunktionen zwischen den Datenendeinrichtungen sind Ende-zu-Ende-Protokolle auf höheren Ebenen erforderlich. Dafür sind internationale Normungsbesfrebungen im Gange: in Deutschland EHKP.

Im Jahre 1968 begann man sich mit Fragen zur Implementierung von internationalen Standards für das Gebiet der sich schnell entwickelnden Datenkommunikation bei CCITT zu befassen. Eine besondere Arbeitsgruppe versuchte in den nächsten vier Jahren die anwendbaren Technologien zu bestimmen und die für den Betrieb von öffentlichen Datennetzwerken erforderlichen Empfehlungen zu definieren.

Auf der sechsten Plenarsitzung im Jahre 1972 wurden eine Reihe von Empfehlungen angenommen. Darin wurden in der Hauptsache Normen für Schnittstellen zum Anschluß an die Netzwerke sowie Regeln für das Zusammenschalten von internationalen Netzwerken verabschiedet. Alle Normen basierten auf der konventionellen Leitungsvermittlung, wie sie von Telefonnetzen bekannt war.

1972 wurde bei CCITT die Studiengruppe VII ins Leben gerufen, deren Aufgabe die Entwicklung von Standards für öffentliche Datennetze war. Die in dieser Periode implementierten Netzwerke verwendeten die Leitungsvermittlung - mit Ausnahme von Tymnet in USA. Die Studiengruppe VII benannte einen speziellen Berichterstatter für die Frage der Paketvermittlung. Gegen Ende der Studienperiode zeichnete sich keine akzeptable Lösung ab. Geprägt durch das starke kommerzielle Interesse und den Fortschritt bei CCITT wurde eine informelle Ad-hoc-Gruppe zur schnellen Lösung des Problems gegründet.

Als Mitglieder gehörten dieser Gruppe Delegierte von Telenet, Bell Canada, der französischen und englischen Postverwaltung an. Zur Schlußsitzung der Studiengruppe VII präsentierte diese Ad-hoc-Gruppe einen Vorschlag für ein Protokoll zum Anschluß an ein Paketvermittlungsnetz mit virtuellen Leitungen. Mit der Annahme des Vorschlags auf der Plenarsitzung schlug die Geburtsstunde der heute weithin bekannten Empfehlung X.25 im Jahre 1976.

In den darauffolgenden vier Jahren 1977 bis 1980 fand diese Empfehlung weltweite Beachtung und es begann deren Implementierung auf breiter Ebene. Die neue Fassung von X.25 wurde von der Siebenten Plenarsitzung im November 1980 angenommen.

Ein Datenübertragungsnetzwerk auf der Basis der Paketvermittlung und X.25 bietet dem Anwender die folgenden Möglichkeiten:

- das genormte Protokoll für den Datentransport ermöglicht die Kommunikation zwischen Anwendern mit unterschiedlichen Datenendeinrichtungen;

- die Anpassung der Übertragungsgeschwindigkeit durch das Netzwerk ermöglicht die Kommunikation zwischen DEE mit unterschiedlichen Datenraten im Bereich 50 Bit/S. bis 48 KBit/S.;

- Mehrfachausnutzung eines Netzwerkanschlusses durch Adreßmultiplex (logische Kanäle);

- Protokollumwandlung durch definierte PAD-Funktionen;

- fehlerfreie Datenübertragung durch definierte Wiederholungsroutinen im Fehlerfall;

- Gateway-Verbindungen zu anderen nationalen und internationalen Netzwerken mit Paketvermittlung;

- virtuelle Verbindungen gestatten theoretisch bis zu 4096 logische Kanäle pro Anschluß;

- die Gebührenberechnung erfolgt in der Hauptsache nach dem übertragenen Datenvolumen und ist entfernungsunabhängig;

- Zugang von Hauptanschlüssen anderer öffentlicher Wählnetze.

Heute läßt sich ein verstärkter Trend zum lokalen Netzwerk (LAN) feststellen. Für den Anwender ist die fehlende Normung ein Unsicherheitsfaktor, denn wie soll er sich heute bei dem Angebot von weit über 50 Herstellern noch für das richtige Konzept entscheiden können? Soll er nun Basisband, Breitband oder PABX wählen, CSMA/CD oder Token-Verfahren, soll die Topologie ein Stern, Ring oder Bus sein?

Entscheidet sich der Anwender für die Paketvermittlung, so hat er die folgenden Vorteile:

- international genormtes Transportprotokoll,

- international genormte PAD-Funktion für Start-/Stop-DEE,

- preiswerte Lösung, da die vorhandenen asynchronen DEE sofort eingesetzt werden können,

- kompatibel mit den öffentlichen Netzwerken.