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17.03.2000 - 

Schadhafte Module stammen von Micron

Fehler in Dell-Notebooks kann zu Datenverlusten führen

MÜNCHEN (CW) - Zwischen 200000 und 400000 Mobilrechner des texanischen PC-Herstellers Dell wurden vermutlich mit fehlerhaften Speichermodulen ausgeliefert. Betroffen seien Geräte der "Latitude"- und "Inspiron"-Reihe, die zwischen dem 1. Februar und dem 30. November letzten Jahres verkauft wurden, erklärte ein Firmensprecher.

Die schadhaften Memory-Bausteine könnten Datenverluste bei den Kunden verursachen, gab Dell-Sprecher Rob Crawley in einer ersten Stellungnahme zu. Das Problem trete dann auf, wenn Anwender das Gerät vor einer Arbeitspause in den Schlafmodus versetzten. Dabei würden die momentan gebrauchten Daten im Hauptspeicher des Computers zwischengelagert. Mit den fehlerhaften Bausteinen funktioniere der Zwischenspeicher jedoch nicht richtig. Folge: Wollen Anwender ihr Notebook nach der Pause wieder aufwecken, könne der Rechner abstürzen. In diesem Fall seien die Daten verloren, die während des Ruhezustands im Arbeitsspeicher abgelegt worden sind. Kunden könnten das Problem jedoch umgehen, wenn sie das Bios (Basic Input Output System) ihres Notebooks so einstellten, dass die Daten auf der Festplatte und nicht im Hauptspeicher des Computers zwischengelagert werden.

Größte Umtauschaktion in der Geschichte DellsDer US-amerikanische Halbleiterhersteller Micron Technology Inc. hat inzwischen zugegeben, die defekten Speicherbausteine an Dell geliefert zu haben. Der in Round Rock ansässige Direktanbieter will die defekten Speicherchips kostenlos austauschen, beteuern die verantwortlichen Manager. Wer die Bausteine nicht selbst auswechseln will, dem werde ein Techniker zur Seite stehen. Laut Hersteller soll der Umtausch innerhalb der ersten beiden Tage nach Meldung des Schadens über die Bühne gehen. Zur Zeit arbeiten Dell und Micron an einem Finanzplan, wie die Kosten der Umtauschaktion zwischen den beiden Firmen aufgeteilt werden sollen. Wie viel der Austausch der Speichermodule insgesamt kosten wird, wollte keines der beiden Unternehmen verraten.

Dell und Micron versuchen, die Folgen dieser Panne herunterzuspielen. "Wir glauben nicht, dass der Fehler große finanzielle Auswirkungen haben wird", erklärte Micron-Sprecherin Julie Nash. Für Dell spielten die Kosten nur eine Nebenrolle, sagt Pressesprecher Crawley. Der Vertrauensverlust bei den Kunden sei wesentlich schwerer aufzufangen. Bei den fehlerhaften Speicherchips handelt es sich um Module mit 32 und 64 MB Kapazität. Den Micron-Speicher hat Dell in die Notebook-Modelle "CpiA", "CpiR", "CPt", "CPx" und "CS" der Latitude-Reihe und die "3500"-, "3700"-, "7000"- und "7500"-Geräte der Inspiron-Serie eingebaut. Kunden, die im letzten Jahr einen entsprechenden Mobilrechner gekauft haben, können auf der Web-Seite von Dell prüfen, ob ihr Gerät mit den defekten Modulen bestückt ist (http://support.dell.com). Wie viele Notebooks mit dem Speicherfehler in Deutschland verkauft wurden, vermochte der Hersteller nicht genau zu sagen. Schätzungen zufolge könnte ein Zehntel der Geräte in Deutschland gelandet sein.

Das Problem könnte noch weitere Kreise ziehen. Neben Dell hat Micron im letzten Jahr auch andere Notebook-Hersteller beliefert. Welche Hersteller das waren und in welchem Umfang diese Memory-Module bezogen haben, dazu wollte Micron bislang keine Stellung beziehen.