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11.03.1988

Fehler vom Feinsten

Das zeitgemäße Büro im Bonner Kanzleramt: eine maßgeschneiderte Lösung unter einem Hersteller-spezifischen Betriebssystem; nicht mehr als ein Lippenbekenntnis (Unix-Option) zu Standards, die die Portabilität

der Anwendungen garantieren und damit die DV-Investitionen sichern sollen. Auf einen kurzen Nenner gebracht: Fehler vom Feinsten (Seite 1: "Bürolösung-Kanzleramt pfeift auf Standards").

Der Akquisitionserfolg des auf Textverarbeitung spezialisierten deutschen Systemhauses EGS soll hier nicht geschmälert werden. Keine Frage auch: Wer, wie offenbar die Bonner Ministerialen, die Priorität setzt, daß kurzfristig installiert werden kann, muß ein schlüsselfertiges System wählen. Und wer vor allem Zoff bei der Anwendungsplanung vermeiden will, sollte auf Fertig-Software bestehen. Nur werden dabei, was intelligente Bürokommunikation betrifft, Weichenstellungen für die 90er Jahre nicht herauskommen.

Wir wollen indes die Bedeutung des es Kanzleramts-DV-technisch gesehen-nicht überbewerten. Bei allen Vorbehalten gegen eine Unix-Empfehlung hätten sich die Bonner Organisatoren jedoch die Chance, der in der Normierung liegt, nicht entgehen lassen sollen. Nun werden sich natürlich noch weniger Leute für Standars wie Unix aus dem Fenster herauslehnen. Ergebnis: keine Referenzen, kein Markt-was wiederum zu einer Erstarrung bei den Einkäufern führt. Genau dieses Beschaffungsverhalten haben die öffentlichen Auftraggeber seit Jahrzehnten an den Tag gelegt. Die Misere liegt in einem zu engen Planungshorizont.