Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

27.01.1995

Fehlerquellen bei der Abrechnung existieren weiter Privatisierung der Bahn stellt die Datenverarbeitung vor Probleme

MUENCHEN (CW) - Rund 210 000 Arbeiter und Angestellte der Deutschen Bahn AG sehen mit Sorge ihrer naechsten Gehaltsabrechnung entgegen. Ende letzten Jahres hatten schwere Fehler bei der Programmierung und Datenerfassung zu gravierenden Abrechnungsirrtuemern gefuehrt.

Eine Fuelle von Fehlerquellen, darunter falsche Eingaben, aber auch die Nutzung eines nicht vollstaendig ausgetesteten Programms, war nach Angaben der Zentralstelle Kommunikation bei der Deutschen Bahn verantwortlich fuer die inkorrekten Abrechnungen. Die Probleme hatten unter anderem zur Folge, dass ein Grossteil der Bahnmitarbeiter in den letzten Monaten des vergangenen Jahres zuwenig Geld und fehlerhafte Abrechnungsformulare erhielt. Auf Druck der Gewerkschaften wurde schliesslich ein vorweihnachtliches Ueberbrueckungsgeld von 2000 Mark pro Mitarbeiter bewilligt.

Personalvorstand Adolf Hartmann nannte als Entschuldigung die Privatisierung der Bahn zu Beginn dieses Jahres, die gravierende Aenderungen im Abrechnungsmodus zur Folge habe. Falsche Zahlungen gibt es laut Hartmann zu insgesamt zwoelf Posten, einige davon sollen bis Februar 1995 wieder in Ordnung gebracht sein - aber nicht alle.

Hubert Kummer, Pressesprecher der Verkehrsgewerkschaft GDBA, zeigt fuer die Schwierigkeiten der Deutschen Bahn wenig Verstaendnis. Angestellte im oeffentlichen Dienst seien jetzt Mitarbeiter eines Privatunternehmens mit eigenen tarifrechtlichen Bestimmungen. Damit gelte das ehemalige Tarifrecht nicht mehr - ein neuer Abrechnungsmodus sei erforderlich. Die informationstechnischen Folgen dieser Aufgabe habe man straeflich unterschaetzt. Schon Mitte letzten Jahres haetten Fachleute gewarnt, dass ein komplexes Abrechnungssystem nicht innerhalb von vier Monaten zu "zaubern" sei.

Inzwischen sieht die ehemalige Behoerde offenbar wieder Land. Wie aus internen Kreisen verlautet, sind die entnervten Projektverantwortlichen abgeloest worden, neue Kraefte versuchen, die Probleme zu loesen. Nicht bestaetigten Informationen zufolge hat man sich entschlossen, die fehlerhaften Batch-Programme durch Standardsoftware abzuloesen. Bei der Gehaltsabrechnung fuer die mehr als 100 000 Beamten im Dienst der Bahn hatte man mit der Software "Paisy" von der gsi Softmark Marketing GmbH, Bremen, gute Erfahrungen gemacht.