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17.01.1975 - 

Neckermann-Warendisposition:

Fehlerquote von 20 auf 0,5 Prozent reduziert

FRANKFURT - Innerhalb von vier Jahren hat der Neckermann-Konzern in mehreren Phasen die Versandvorbereitung computerisiert. Das Frankfurter Großrechenzentrum und 22 MDT-Anlagen regeln jetzt den Warenverkehr zwischen den Zentral-Lägern und den über 20 angeschlossenen Neckermann-Kaufhäusern.

"Seit Übernahme des komplexen Massengeschäfts mit über 45 000 unterschiedlichen Katalog-Positionen auf EDV hat sich die Fehlerquote gegenüber der vormals manuellen Warendisposition von 20 auf 0,5 Prozent reduziert", berichtet Neckermann-EDV-Leiter Haas.

Ein- bis sechsmal in der Woche - abhängig von der Größe des jeweiligen Kaufhauses - werden Waren per Wählleitung angefordert, wobei jede Bestellung rund 2000 Positionen umfassen kann.

Formularwust und viele Fehler

Noch vor vier Jahren waren eine Reihe von Disponenten in den Niederlassungen ausschließlich damit beschäftigt, manuell Warenanforderungen auszufüllen, die im Frankfurter Rechenzentrum als Ablochbelege dienten. Erst nach Verarbeitung der entsprechenden Lochkarten konnte der Computer die Versand- und Abrechnungsunterlagen für die jeweiligen Bestimmungsorte ausgeben. Wegen des hohen Schreibaufwands in den Kaufhäusern und des noch größeren Lochkarten-Verbrauchs im Rechenzentrum lag die Fehlerquote bei diesem Verfahren bei rund 20 Prozent.

Unbefriedigende Zwischenlösung

Ein erster Schritt zur Verbesserung des Konzeptes sollte die Kaufhäuser von allen Schreibarbeiten befreien und das zentrale Rechenzentrum nicht mehr mit dem ständigen Kartenlochen zusätzlich belasten. Jedes Kaufhaus erhielt bei Neuerscheinen des Neckermann-Katalogs zwei Ziehkarteien, - eine mit Artikelpositions-, die andere mit Mengen-Lochkarten. Bei anfallenden Warenanforderungen wurden diese Kartenarten zusammensortiert und nach Frankfurt geschickt.

Trotz dieser wesentlichen Arbeitserleichterung gab es auch bei diesem Verfahren erhebliche Schwierigkeiten: die von allen Kaufhäusern dringend benötigte Warenbestands-Kontrolle konnte nur durch mühsame manuelle Auswertung der übrig gebliebenen Lochkarten festgestellt werden. Außerdem ergaben sich schwerwiegende Fehler beim Sortieren und beim Transport.

22 MDT-Computer

Als nächsten Schritt zur Realisierung eines funktionierenden Systems der fehlerlosen Warendisposition entschloß sich der Neckermann-Konzern, alle 22 angeschlossenen Kaufhäuser mit Computern der mittleren Datentechnik, Typ Nixdorf 820/15 bzw. 25 auszurüsten die mit Lochkarten-Lesern und -Stanzern ausgerüstet sind. Bei dieser Umstellung wurde nur die Artikelpositions-Ziehkartei beibehalten. Die Daten für anzufordernde Artikel können jetzt durch Einlesen der Lochkarten automatisch erfaßt und am Nixdorf-System lediglich durch das Eintippen der Mengen ergänzt werden. Durch gruppenweise Verarbeitung sind nur noch wenige manuelle Bedienungsvorgänge erforderlich. Gleichzeitig schreibt das System ein Protokoll, das im Kaufhaus bleibt, sowie einen Lochstreifen, der in das zentrale Rechenzentrum nach Frankfurt geschickt wird. Zusätzlich werden im Kernspeicher des Systems Warengruppen-Wertsummen gespeichert, die mit den jeweiligen Soll- bzw. Limit-Daten verglichen werden. Das Kaufhausmanagement erhält dadurch ohne zusätzliche Arbeiten wichtige Informationen über die Summe der Warenanforderungen pro Warengruppe sowie die Werthöhe von Limit-Überschreitungen.

An die derzeit in Frankfurt installierten IBM-Systeme 370 Modell 158 und 168, sind jetzt auch zwei Neckermann-Kaufhäuser in Holland durch direkte Wählleitung angeschlossen, über die ebenfalls Waren von der Zentrale in Frankfurt angefordert werden können.