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12.04.1985 - 

Post-Zukunft im Zeichen hochdotierter Investitionen:

Fernmeldenetz wird schrittweise angepaßt

WIEN (apa) - Die schrittweise Anpassung des Fernmeldenetzes an die neue elektronisch dominierte Technik verlangt der österreichischen Post In den nächsten Jahren höhere Investitionen als zuvor ab.

Um diese zu sichern, hat die Post beim Finanzministerium den Antrag auf eine Novelle des Fernmeldeinvestitionsgesetzes (FMIG) eingebracht, die ein Bestellvolumen von 51,3 Milliarden Schilling für die Jahre 1986 bis 1990 vorsieht. Für den etwa viermal so langen Zeitraum von 1964 bis Ende 1985 hatte die Post Gesamtinvestitionen von 101,5 Milliarden Schilling veranschlagt.

Die bisherige Praxis, das FMIG ein Jahr vor dem Ende seiner Laufzeit zu erneuern, wird auch 1986 geübt. Bei den künftigen Investitionen wird die Modernisierung des Telefonnetzes den Schwerpunkt bilden. Bisher hatte der flächendeckende Ausbau des Netzes und der Abbau der Warteliste für neue Telefonanschlüsse Priorität, erklärte der gegenwärtig die Postgeschäfte führende stellvertretende Generaldirektor Dr. Josef Sindelka.

Das Resultat dieser Strategie ist eine durchschnittliche Telefondichte in Österreich von 35 Anschlüssen je 100 Einwohner. Die Warteliste konnte von 209 000 im Jahr 1973 auf 45 000 reduziert werden. Die Versorgung des ländlichen Raums, zum Beispiel auch entlegener Bergbauern, soll weiterhin vorangetrieben werden. Dies sei erst mit neuen Entwicklungen wie dem Mobiltelefon kostengünstig möglich geworden.

Die Post-Investitionen, die 1984 insgesamt 10,6 Milliarden Schilling (um 9,1 Prozent mehr als 1983) betrugen, wobei auf den Fernmeldebereich rund 9,5 Milliarden Schilling entfielen, werden heuer um rund 13 Prozent auf etwas über 12 Milliarden Schilling ansteigen. Sie werden dann, so Sindelka, bis Ende der 80er Jahre etwa auf diesem Niveau verbleiben. Vorrangig sollen die Aufträge an die Schwachstromindustrie und die Bauwirtschaft vergeben werden, wobei österreichische Entwicklungen Vorrang genießen. Der Anteil der Fremdfinanzierung der Postinvestitionen, der im Vorjahr 31,8 (1983: 29,6) Prozent betrug, soll künftig gesenkt werden. Dafür will die Post beim Gesetzgeber ab dem Jahr 1988 eine Erhöhung des zweckgebundenen Anteils der Telefoneinnahmen auf 45 Prozent von derzeit 40 Prozent beantragen.

Eine Erhöhung der Fernmeldegebühren stehe vor dem Jahr 1987 außer Diskussion, sagte Sindelka ferner. Die Post sei bestrebt, an Gebührenfragen im Einklang mit dem Ausland heranzugehen. So werde eine Gebührenermäßigung im Telefonverkehr mit der Bundesrepublik Deutschland in der Nacht und an Wochenenden geprüft. Sindelka wies ferner auf die im internationalen Vergleich hohe Anzahl von 240 000 Telefonteilnehmern hin, die in Österreich von den Gebühren befreit sind.

Einnahmesteigerungen erwartet die Post durch die neuen Fernmeldedienste, die intensiv beworben werden sollen. Geplant sei der verstärkte Ausbau öffentlicher Sprechstellen und der Wertkartentelefone, welche die Abrechnung wirtschaftlicher machen. Das tastengesteuerte Komforttelefon soll einen Nachfolger erhalten, der für das digitale Telefonsystem gerüstet ist. Nach den ersten 20 000 Teilnehmern, die im nächsten Jahr an das digitale Wählnetz angeschaltet werden, sehe der stufenweise Ausbau zunächst 80 000 digitale Anschlüsse im Jahr 1988 vor. Für das Personenrufsystem " Piepserl" wird die Post in Kürze eine Nachfolgegeneration mit Nummernanzeige ausschreiben.