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22.03.1996 - 

PSI kann sich gegenueber Konkurrenz durchsetzen

Fertiger bevorzugen schlanke Loesungen bei den PPS-Systemen

Besonders vielseitig waren die PPS-Funktionsansprueche der zur Metro-Gruppe gehoerenden Pelikan GmbH, Hannover. Rund 7000 Artikel werden bei dem Hersteller von Bueromaterialien produziert, wobei die Prozesse bis zur Fertigstellung eines Endprodukts zum Teil acht bis neun Monate dauern. Die Techniken umfassen Chargen-, Fliess- und Auftragsfertigung. Von den bislang eingesetzten, inzwischen jedoch ueberholten IT-Strukturen mit einem NCR-Host und der Computer-Associates-PPS "Manman" wolle man sich ueber kurz oder lang verabschieden, so Geschaeftsfuehrer Horst Lang.

Von der angestrebten Client-Server-Architektur erwartet sich Lang einen hohen Integrationsgrad. Die Entscheidung ueber die Systemauswahl legte er in die Haende der Fachabteilung, die das Projekt zusammen mit Andreas Duerholt vom Dortmunder Systemhaus Software Industrie Consult GmbH (SIC) durchfuehrt. In diesem Zusammenhang plant man auf betriebswirtschaftlicher Seite mehrere Module der von der Metro-Gruppe eingesetzten SAP-Standardsoftware R/3 zu implementieren. Um dagegen den Pelikan-typischen Logistikbereich mit Komponenten fuer den Einkauf, PPS und Vertrieb abzudecken, wurden neben R/3 auch die Loesungen Triton und Piuss Penta unter die Lupe genommen.

Duerholt und Pelikan-Informatikleiter Klaus Schwenke nennen mehrere Gruende fuer die Entscheidung zugunsten von Piuss Penta. Die Projektgruppe habe den Eindruck gewonnen, dass das PSI-Produkt die geforderte Funktionsvielfalt bis zu 90 Prozent abdecken koenne. Von uebersichtlichen Planungsalgorithmen und einer guten Durchgaengigkeit zwischen Absatz- und Produktionsplanung bis hin zum Versand ist die Rede. Grundsaetzlich haetten sich diese Funktionen auch mit R/3 oder Triton realisieren lassen. Gegen die Einfuehrung eines komplexen Systems sprach allerdings der Zeitplan. Schliesslich wolle man das Projekt unbedingt noch in diesem Jahr durchziehen, argumentiert Duerholt.

Einen weiteren Vorteil sieht Pelikan darin, dass auch die firmenspezifischen Systemanpassungen in den Wartungsvertrag von PSI einfliessen. Das bedeutet, PSI wird nicht nur den Release- Wechsel pflegen, sondern auch die vom Anwender vorgenommenen Programmerweiterun-gen portieren. Der Personalaufwand fuer die Systembetreuung kann damit deutlich reduziert werden. Andere Hersteller wuerden dagegen zwischen Wartungs- und Aenderungsvertraegen trennen.

Diese Vertragsmodalitaet sei deshalb von grossem Interesse, weil mit den vergleichsweise unproblematischen Aenderungsoptionen Tuer und Tor fuer Ergaenzungen geoeffnet sind. Die Anpassung an Prozesse vollziehe sich hauptsaechlich auf der Benutzeroberflaeche und beruehre nicht das in einer relationalen Unix-Datenbank abgebildete PPS-Modell, heisst es bei Pelikan. So lasse sich zum Beispiel ein Standardobjekt (Stammdatum) mit weiteren Relationen (beliebigen Feldern) kombinieren und ueber die PSI-Entwicklungs-Tools mit Funktionen versehen, wobei die gesamte Aenderung im Prinzip Release-faehig bleibe.

Der objektorientierte Ansatz und die Moeglichkeit, Erweiterungen in den Standardumfang der Software einzugliedern, war auch ein wichtiges Auswahlkriterium der Krupp MaK Maschinenbau GmbH, Kiel Friedrichsort. Piuss Penta habe insbesondere fuer die Fertigungszellenorganisation und das Leitstandskonzept des Unternehmens Vorteile gegenueber anderen Systemen aufzuweisen - in die engere Auswahl kam hier neben Prodis von der Software AG auch Triton.

Allerdings wurden PSI auch in diesem Fall einige Zugestaendnisse abverlangt: Ohne Einschraenkungen verpflichtete sich der Hersteller dazu, bis zum Herbst dieses Jahres eine Windows-NT-Version seiner PPS bereitzustellen, die sich nahtlos in das NT-basierende Gesamtkonzept der MaK einfuegt.

Eine IT-Neuorientierung findet derzeit auch bei der Heilbronner August Laepple GmbH & Co. KG und den Tochterunternehmen Laepple Blechverarbeitung Bayern sowie Fibro GmbH statt. Laepple produziert Werkzeuge und Blechteile ueberwiegend fuer die Automobilindustrie.

Der Wechsel von einer Mainframe- in eine Client-Server-Welt beinhaltet laut DV-Leiter Fritz Traenkle ebenso die Einfuehrung eines moeglichst offenen Standard-PPS-Systems. Dabei muessen sowohl die Belange der Einzel-, als auch die der Serienfertigung beruecksichtigt werden. Neben Piuss Penta kamen R/3 und Triton in die engere Auswahl.

Bei Laepple ist man ueberzeugt, resuemiert Traenkle, dass die PSI- Loesung im Bereich der auftragsbezogenen Einzelfertigung funktional die beste Unterstuetzung bietet. Gefordert wird die Integration von Auftrags-Management mit Produktkonfigurator, Projekt-Management, Auftragsstueckliste mit einer Option fuer Stuecklistenpositionen ohne Artikelnummer sowie eine Fertigungslogistik mit Leitstand, BDE und Personalzeitberechnung. Vorteile haette Triton eventuell bei der Serienfertigung bieten koennen. Man sei aber mit PSI uebereingekommen, dass die in diesem Produktionsbereich benoetigten und derzeit noch fehlenden Funktionen im Laufe der Implementierungsphase realisiert werden. Ein "Automotive"-Modul ist beispielsweise fuer dieses Jahr zugesagt.

Im Vergleich zu R/3 wertet Traenkle Piuss Penta hinsichtlich der Datenbank als die offenere Loesung. Ein wichtiger Aspekt fuer ihn sei, dass er parallel zu der mit Entwicklungsumgebung und Quellcode eingekauften PSI-Loesung auch die Tools des Datenbankherstellers einsetzen koenne. Sollte man sich beispielsweise fuer Oracle entscheiden, so liessen sich Anwendungen alternativ auch mit Hilfe der Developer-2000-Werkzeuge erstellen. Weiter ist daran gedacht, Sachbearbeitern in den Fachabteilungen Tools wie den "Discoverer/2000" an die Hand zu geben, mit denen sie Ad-hoc- Auswertungen selbst erstellen koennten.

Firmenprofile

Pelikan GmbH

Die Produktpalette des Hannoveraner Schreibwarenherstellers umfasst ausser den bekannten Fuellfederhaltern auch Tinte, Klebstoffe, Jugendbuecher, Hobbyartikel und Papierprodukte. Die ueberwiegend prozessorientierten Produktionsarten sind entsprechend vielfaeltig und reichen von der Chargen- ueber die Fliess- bis hin zur Auftragsfertigung.

Krupp MaK Maschinenbau GmbH

Der Maschinenbauer aus Kiel Friedrichsort produziert Dieselmotoren von 930 bis 10 000 Kilowatt Leistung. Einsatzgebiete sind zum Beispiel der Schiffs- und Lokomotivenantrieb, die stationaere Stromerzeugung sowie Energieverbundsysteme. Bei MaK handelt es sich um einen typischen Einzelfertiger.

August Laepple GmbH & Co.KG

Die Laepple-Gruppe mit Hauptsitz in Heilbronn ist ueberwiegend in die Prozesskette der Automobilzulieferindustrie eingebunden. Das Produktionsprogramm umfasst Blechteile sowie Press-, Zieh- und Stanzteile fuer die blechverarbeitende Industrie mit Schwerpunkt im Karosserie- und Formenbau. Zudem unterstuetzt das Unternehmen den Anlagenbau von der Planung bis zur betriebsbereiten Fertigungsstrasse. Bei Laepple kommt ueberwiegend Einzelfertigung (Werkzeugbau) zum Einsatz, in geringerem Umfang auch Serienfertigung (Blechteileproduktion).