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10.04.2007

Fertigungs- mit Auftragsdaten verbinden

Freudenberg-IT stellt xApp zwischen R/3 und Management Execution System.

Eine Integrationslösung von Freudenberg-IT (F-IT) koppelt die "Adicom Software Suite" mit SAP R/3. Bei dem Adicom-Produkt handelt es sich um ein Manufacturing Execution System (MES). Solche Programme erfassen unter anderem Betriebs- und Maschinendaten in Industriebetrieben. Um diese Informationen aus Fertigungsvorgängen mit den korrespondierenden Aufträgen in Relation zu stellen, werden MES-Lösungen mit ERP-Programmen verbunden.

Anbindung an SAP-Software

Für Adicom gibt es bereits seit einiger Zeit Integrationsmethoden für R/3 beziehungsweise Mysap ERP, und zwar in Form von "Idocs" sowie via "Exchange Infrastructure" (XI), der Integrationskomponente von "SAP Netweaver". Nun hat F-IT die Anbindung an SAP-Umgebungen ergänzt. Mit Hilfe der Composite Application "xApp Manufacturing Integration and Intelligence" (xMII) von SAP ist es laut Hersteller möglich, den Status der Maschinen, Aufträge und Betriebsaufträge auf SAP-Oberflächen darzustellen. Hierzu werden Datenbestände aus dem ERP- und MES-Programm verknüpft und in Dashboards visualisiert.

Wie MES- und ERP-Software zusammenspielen können, erläutert Jens Fath, Consultant bei Freudenberg IT, anhand eines Beispiels. Ein Unternehmen stellt in Einzelfertigung ein Produkt in zwei Produktionsstufen her. Der Prozess beginnt mit dem Anlegen eines Kundenauftrages im SAP-System samt Liefertermin und Mengenangabe. Anschließend löst die SAP-Software über den Dispositionslauf die Stückliste auf und ermittelt die Primärbedarfe zu den einzelnen Komponenten und Bauteilen des Produkts.

Materialverfügbarkeit prüfen

Die Planaufträge terminiert das ERP-Programm unter Berücksichtigung der Materialverfügbarkeiten. Eine Überprüfung der benötigten Ressourcen Maschinen, Betriebsmittel und Personal findet zu diesem Zeitpunkt noch nicht statt.

Nachdem aus dem Plan Fertigungsaufträge geworden sind, werden diese automatisch in die Adicom-Software übertragen. Dort können sie unter Berücksichtigung der Materialbestände, eingehender Komponenten, An- und Abwesenheiten des benötigten Personals, Verfügbarkeit und Status von Betriebsmitteln und natürlich unter Berücksichtigung der Maschinenbelegung automatisch eingeplant werden. Außerdem kann der Fertigungsplaner manuell in die voreingestellten Planungsszenarien eingreifen und die bestmögliche Planungsreihenfolge ermitteln. Die Abhängigkeit der zusammengehörenden Baugruppen der beiden Produktionsstufen wird in Adicom in Form einer Netzverbindung visualisiert, so dass Anwender eventuell zu erwartende Terminverzögerungen entlang der Prozesskette erkennen können.

Bestätigt der Nutzer die Planungssimulation, meldet die MES-Lösung die nun feingeplanten Termine an das führende SAP-System. Dort lassen sich Maßnahmen bei Terminverzug einleiten. Außerdem werden zum Beispiel Änderungen von Menge oder Bedarfstermin automatisch aus der ERP-Software in die Feinplanung übertragen. Ist die Planung abgeschlossen, gibt der Bediener die Aufträge in der Adicom-Software zur Produk- tion frei. Damit ERP- und MES-Daten systemübergreifend dargestellt werden können, hat F-IT die Visualisierungslösung gebaut, die auf der xApp xMII aufsetzt. Dabei werden Daten aus dem Shop-Floor abgerufen und als produktionsrelevante Kennzahlen in "Dashboards" innerhalb eines Web-Portals präsentiert.

Wirtschaftlichkeit im Blick

Gemeinsam mit dem Partner Trebing & Himstedt GmbH & Co KG entstanden zusätzliche "xOEE-Dashboards" (Overall Equipment Effectiveness). Sie ermitteln über die Nutzungs-, Leistungs- sowie Qualitätsrate die tatsächliche Ausnutzung der in einer Produktionsumgebung vorhandenen Ressourcen. Auf diese Weise sei ein direkter Aufschluss über die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens und dessen Gesamtanlageneffektivität möglich. Das Konzept setzt ein ERP-System der SAP, die MES-Lösung Adicom und xMII voraus. Letzteres muss der Kunde direkt bei SAP erwerben.

Von der Adicom-Software existieren in Deutschland etwa 400 Installationen, wobei Kunden wie beispielsweise Miele meh- rere Instanzen der MES-Um- gebung betreiben. Das F-IT- Produkt steht mit einer Vielzahl anderer MES-Produkte in Wettbewerb, darunter mit MPDV ("Hydra") und Gfos. (fn)