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Arbeitsmarkt

Fest in Mitarbeiterhand

16.07.1999

Job-Hopping und findige Headhunter braucht das Kölner Software- und Beratungshaus Prokoda nicht zu fürchten. "Unser Erfolgsrezept ist es, die Mitarbeiter am Unternehmen zu beteiligen", erklärt Vorstandschef Wolfram Peters, warum die jährliche Mitarbeiterfluktuation nur bei einem Prozent liegt und der Krankenstand gegen Null tendiert.

Bei der Prokoda AG, 1987 in Köln als Mitarbeitergesellschaft gegründet, hat jeder neue Mitarbeiter, so steht es im Gesellschaftervertrag, bereits nach einem Jahr Betriebszugehörigkeit das Recht, Anteile zu erwerben. 100 von derzeit 150 Mitarbeitern haben bisher davon Gebrauch gemacht und sind Miteigentümer der auf Software-Entwicklung, Consulting, interaktive Medien und Training spezialisierten Firma.

Bislang sind die Aktien fest in Mitarbeiterhand. Dies könnte sich allerdings ändern, wenn sich die Mitarbeiteraktionäre im Jahr 2001 zu einem Börsengang entscheiden sollten. Derzeit hält niemand mehr als zwölf Prozent, selbst der vierköpfige Vorstand kommt insgesamt auf nicht mehr als 25 Prozent des Stammkapitals von über zwei Millionen Mark.

"Nur durch die Beteiligung können wir die in unserem leergefegten Markt dringend benötigten Mitarbeiter gewinnen und deren Know-how - wenn die Perspektiven stimmen - für längere Zeit halten", erläutert Peters. Das finanzielle Engagement der Mitarbeiter scheint sich zu lohnen. Derzeit werfen die Anteil eine Rendite von 20 Prozent ab. Dabei ist die Mitarbeiterbindung nur die eine Seite der Medaille.

Die andere: Kundenbindung - und die kann nach den Erfahrungen von Peters nur erzielt werden, wenn "Kontinuität in der personellen Struktur des Unternehmens" gegeben ist.

Weitere geldwerte Effekte sind Mitverantwortung und Motivation: "Uns ging es um ein System, das die Eigenverantwortung stärkt", meint Marketing-Chef Jürgen Theisen. Die Folge sei ein sorgfältiger Umgang mit den Ressourcen und ein großes Maß an Kundennähe. "Wenn jemand seine eigenen Produkte vermarktet, hat er ein ganz anderes Auftreten", glaubt Theisen beoabachtet zu haben. Er gehört zu den Gründungsvätern des Kölner Software- und Beratungshauses.

Zwar können die beteiligten Arbeitnehmer auf der Aktionärsversammlung den Kurs des Unternehmens mitbeeinflussen, jedoch bestimmen Geschäftsführer und Bereichsleiter das operative Geschäft. Dennoch sorgen offene Kommunikation und Transparenz im Unternehmen für ein Wir-Gefühl.