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17.03.1989 - 

Neuere Entwicklung lassen höhere Kapazitäten erwarten:

Festplatten der Zukunft sind aus Glas

MENLO PARK (IDG) - Glas als Basiswerkstoff für Magnetplatten, vor einigen Jahren noch als ungeeignet verworfen, scheint gegenüber metallischen Trägermaterialien aufzuholen. Fachleute meinen, daß Glassubstrate in den neunziger Jahren eine bedeutende Rolle spielen könnten.

"Am Anfang der Experimente begannen die 14-Zoll-Glasplatten sich bei 1400 Umdrehungen zu zerlegen, und einzelne Splitter durchdrangen die Gehäusewandungen", erinnert sich ein Beteiligter. "Danach war keiner der Forscher mehr für eine Weiterführung zu gewinnen." Heutzutage ist Glas schon eher eine Alternative. Zwar rotieren heutige Festplatten mit 3600 Umdrehungen pro Minute, aber der Durchmesser hat sich auf 3? Zoll verringert, was eine entsprechende Reduzierung der Fliehkräfte mit sich brachte. Außerdem wird das Material jetzt chemisch gehärtet.

Glasplatten bieten einige Vorteile gegenüber gängigen Aluminiumplatten: Ihre Oberfläche ist glatter, dadurch läßt sich die Flughöhe der Schreib/Leseköpfe reduzieren. Auf diese Weise sind höhere Schreibdichten in der aktiven Schicht zu erzielen. Bei Flughöhen von nur noch 4 Mikrometern (Tausendstelmillimeter) gegenüber 8 bis 10 Mikrometern bei konventioneller Technik seien Kapazitäten von 400 Megabyte und mehr auf einer 3?-Zoll-Platte nicht unrealistisch, meinen Fachleute.

Neben der glatteren Oberfläche weist Glas noch einige weitere positive Eigenschaften gegenüber Aluminium als Trägermaterial auf: Es korrodiert nicht, und es ist nicht mehr notwendig, die Platte vor dem Aufbringen der aktiven Magnetschicht mit einer Nickelgrundierung zu überziehen. Außerdem ist Glas härter als Aluminium und dadurch widerstandsfähiger gegenüber Kopfabstürzen. Diesen Vorteilen steht zur Zeit noch ein deutlich höherer Preis gegenüber. Mit zunehmender Akzeptanz dieser Technologie sei jedoch Preisverfall bis unter den Aluminiumpreis zu erwarten, erklärten Analysten. Die Produktion von Magnetplatten auf Glasträgern sei einfacher und ein wesentlich sauberer Prozeß als bei heutigen Materialien.

Eine Reihe von Industrieunternehmen haben bereits einschlägige Entwicklungsprojekte gestartet. Zur Zeit stehen die Arbeitsteams jedoch noch nicht unter großem Zeitdruck, da die Möglichkeiten der Aluminiumtechnologie noch nicht voll ausgeschöpft sind. Sobald sich die Flughöhen bei konventionellen Laufwerken jedoch der Vier-Mikrometer-Marke nähern, wird die Glastechnologie einen Aufschwung erleben.