Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

12.10.1979

Feuerprobe

Druch Schaden wird man klug - aber es muß nicht gerade der eigene Schaden sein: Für zentrale Datenverarbeiter sollte deshalb der Großbrand der Oesterreichischen Nationalbank, durch den die gesamte EDV zu einem Klumpen verunreinigten Buntmetalls schmolz, als lehrreiche Feuerprobe herhalten.

Für die Wiener Notenbank-DV-Manager mag es zunächst eine Genugtuung sein, daß wenigstens der Inhalt der feuerfesten Stahlschränke unversehrt das Flammen-Inferno überstand, hatte doch diese Anschaffung viel administrative Begründungsarien ausgelöst.

Über diese physikalisch greifbare Form der Datensicherung im Tresor geht aber der Notfall-Check hinaus auf den sich die Nationalbank-Datenverarbeiter in der Hoffnung verlassen hatten, es werde schon das Undenkbare nicht passieren: die totale Vernichtung.

Natürlich hatten die DV-Manager problembewußt den Ausfall ihres Systems geprobt. Damit hatten sie - löblicherweise - zumindest jene organisatorische Sicherheitsstufe betreten, die vielen anderen Rechenzentrums-Bossen auch noch zu hoch ist. Freilich: Der Ernstfall sieht im Ernstfall anders aus.

Das bekamen auch die Siemens-User an der schönen blauen Donau zu spuren: Wien ist derzeit ein "heißes Pflaster". Daß gegen den roten Hahn nur die totale Dezentralisation, mit Backup-Systemen in erdbebensicheren Einöd-Regionen, hilft - ist jedoch eine nur teuer zu realisierende Erkenntnis.

Die effektiv umsetzbaren Lehren aus dem Schadenfeuer betreffen simplere Bereiche. Zum Beispiel die Frage: Wie werden die Originale wichtiger Dateien, wichtiger Programme gesichert? Und vor allem: Sind alle wichtigen Bänder dupliziert, entspricht die Bestandführung im Archiv taggenau dem Arbeitsprogramm, das das Rechenzentrum gegenwärtig abarbeitet? Das kostet fast nichts und hilft am besten!

Denn es ist nicht so sehr der (versicherbare) Schaden an Maschinen oder die System-Ausfallzeit, die sich ebenfalls in eine Polizze fassen läßt: Die wesentlichen Kosten entstehen durch jene Nachlässigkeiten, die hinterher nur mit hohem Rekonstruktions-Aufwand ausgebügelt werden können.