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13.03.1981 - 

Identität der Applikationssoftware nach Meinung der SAP bedeutsamer als Programmiernormen:

Fibu mit IMS und anderen Datenbanken

WALLDORF (je) - Seit 1978 bietet die SAP GmbH, Walldorf, im Rahmen ihres betriebswirtschaftlichen Gesamtmodells "Systeme R" den Baustein Finanzbuchhaltung im IMS an. SAP-Geschäftsführer Hasso Plattner reagiert mit dieser Feststellung auf den Beitrag "Gesamt-Buchhaltung läuft unter IMS-DB/DC", abgedruckt in CW Nr. 5/81, in dem Peter Schehka für das Haus S + S, Stemwede, die Vermutung geäußert hatte, einziger derartiger Anbieter am Markt zu sein.

"An der mangelnden Kenntnis unserer Produkte seitens Herrn Schehka erkennen wir unsere nicht ausreichende Öffentlichkeitsarbeit," schreibt Plattner und fährt fort, von der IMS-Version der Systeme R seien 17 verkauft und sieben davon auch schon "im produktiven Einsatz". Die Systeme R umfassen Einkauf, Vertrieb, Material-, Finanz-, Anlagen- und Betriebsbuchhaltung.

Bei der Entwicklung der IMS-Version, erläutert Plattner, hat die SAP einen im Vergleich zur Software + Systemplanung (S + S) GmbH & Co. KG einen völlig anderen Weg eingeschlagen: Die Programme wurden nicht einzeln umgestellt, sondern eine allgemeine Schnittstelle für Betriebssystem- und DB/DC-System-Funktionen wurde definiert und realisiert - sowohl für die Software von IBM (etwa DOS, OS, CICS, IMS) als auch von Siemens (etwa BS1000, BS2000, DCAM, ISAM).

Über 95 Prozent aller Programmodule seien unter dieser SAP-DB/DC-Schnittstelle systemunabhängig erstellt. Dies bedeute, sie "kennen" keine direkten Aufrufe von Betriebs- oder DB/DC-System-Funktionen und sind deshalb im Quellcode und im Objektcode beliebig verwendbar.

Die Weiterentwicklung der Systeme R - so Plattner - werde in allen Betriebs- und DB/DC-Systemen gleichzeitig auf den entsprechenden IBM- und Siemens-Rechnern betrieben.

Plattner unterstreicht: "Für Unternehmen, die zwar Rechner unterschiedlicher Größe mit verschiedener Systemsoftware im Einsatz haben, aber identische Anwendungssoftware einsetzen möchten, um die Kosten der Organisation und Systempflege zu reduzieren, ist dies von entscheidender Bedeutung und geht über die Normierung der Programmtechnik (Sprachen, Design, Tools) weit hinaus."

Über die SAP-DB/DC-Schnittstelle könnten auch ohne Änderung der Anwendungsmodule andere DB/DC-Systeme Verwendung finden, ergänzt Plattner. Dabei dürfe aber nicht vergessen werden, daß komplexe Anwendungen auch komplexe Datenstrukturen verlangen, die sich nicht in jedem DB-System gleichermaßen abbilden ließen. Die Beschränkung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner (etwa nur Root-Segmente werden benutzt) hält man bei der SAP für nicht zumutbar. Aber selbst wenn die Abbildung möglich ist, meint Plattner komme man schnell durch die bei der Verarbeitung von Massendaten auftretenden Wirtschaftlichkeitsprobleme (Plattenplatz, Verarbeitungsgeschwindigkeit) an die Grenzen solcher allgemeinen Schnittstellen.

Die SAP-DB-Schnittstelle sei deshalb speziell auf die für die Anwendung notwendigen logischen Strukturen (hierarchisch und invertiert) einerseits und deren wirtschaftlichen Abbildung auf die gebräuchlichsten DB-Systeme andererseits zugeschnitten.

Resümiert Plattner: "Im Gegensatz zu den von Helm Schehka geschilderten Schwierigkeiten bei der Umstellung des Dialogteils können wir heute sagen, daß über die SAP-DC-Schnittstelle der Anschluß an nahezu jedes DC-System möglich ist. Die Frage allerdings bleibt, ob eine derartige Vielfalt von mehr oder weniger ähnlicher Systemsoftware dem Anwender nutzt."

Informationen: SAP-GmbH, Max-Planck-Str. 8, 6909 Walldorf, Tel.: 062 27/ 34-1.