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16.11.2006

Fiducia IT nimmt Kurs auf SOA

Ein Java-Framework schafft die Basis für Serviceorientierung.

Mit ihrem Java Banking Framework bewegt sich die Karlsruher Fiducia-Gruppe, der IT-Dienstleister für rund 850 Volksbanken und Raiffeisenbanken, in Richtung Service-orientierte Architekturen. Im Rahmen des Projekts "Horizon" modernisiert das Unternehmen schon seit längerem seine Core-Banking-Systeme. Die Grundlage bildet eine Java-basierende Banking Platform (JBF).

Ob es sich dabei bereits um eine "echte" SOA oder schlicht um ein Java-Framework handelt, dürfte unter Experten umstritten sein. Dennoch haben die Banker mit dem ambitionierten Vorhaben bereits einige Grundprinzipien Service-orientierter Architekturen umgesetzt, wie Fiducia-Vorstand Klaus-Peter Bruns im Gespräch mit der computer- woche erläuterte.

Vorgehensmodell und Baukasten

Ausgangspunkt des Vorhabens waren demnach fachliche Domänen wie beispielsweise der Zahlungsverkehr, die im Fiducia-Jargon "Bündel" heißen. In diesen Domänen finden sich so genannte CBX-Module, sprich fachliche Services auf Basis des JBF-Frameworks, die sich mehrmals verwenden lassen. "Wir stellen derzeit rund 720 fachliche CBX-Module zur Verfügung", so Bruns. Hinzu kämen zahlreiche technische Servicekomponenten. Auffinden und nutzen ließen sich die Software-Services über ein zentrales Verzeichnis.

"Im Prinzip handelt es sich bei JBF um eine reinrassige SOA", wirbt Gernot Nolte, frisch ge- kürter Leiter der Anwendungsentwicklung bei Fiducia. Das Framework umfasst demzufolge zwei Kernkomponenten: Zum einen ist das ein Vorgehensmodell für die fachliche Service- modellierung, zum anderen ein Baukasten für Softwareentwickler. Darin beschreibt die Fiducia verbindliche Vorgaben, mit denen sie beabsichtigt, einheitliche Designmethoden und -techniken im Bankenverbund durchzusetzen.

Dem Idealbild einer SOA entspricht das bereits Ende 1998 initiierte JBF-Vorhaben indes nur teilweise. So fehlen beispielsweise die von vielen Ex- perten propagierten Orchestrierungsfunktionen, mit deren Hilfe sich einzelne Services quasi mit einem Mausklick zu "Composite Applications" oder neuen Geschäftsprozessen kombinieren lassen sollen. Die Fiducia steht diesem Szenario, das vor allem Softwarehersteller gerne zeichnen, kritisch gegenüber. Der Fiducia-Vorstand: "SOA ist ja eigentlich nichts Neues." Im Prinzip verberge sich dahin- ter eher eine Haltung, verbunden mit einer klar definierten Methodik.

Loslassen fällt schwer

Dass deutsche Finanzdienstleister dem Thema noch mit Vorbehalten begegnen, erklärt Bruns mit deren monolithischen IT-Strukturen, die weitgehend noch aus Mainframe-Systemen bestehen: "SOA hat etwas mit Loslassen zu tun." Den Banken hierzulande sei es lange "viel zu gut" gegangen. Mittlerweile steige der Veränderungsdruck. (wh)