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13.02.1998 - 

Abgrenzungsprobleme bei Produktstrategie

Filenet läutet die Panagon-Ära ein

Stolz verkündet Nick Tuson, Filenets European Product Manager, daß man das ausufernde Produktspektrum nun von 300 auf 50 Lösungen reduziert habe, die Preisliste umfasse statt bislang 77 nur noch zwei Seiten. Die Wende eingeläutet hat Chief Operating Officer Lee Roberts, der im vergangenen Jahr von IBM zu Filenet wechselte, um das Unternehmen aus der finanziellen Krise zu führen.

Daß ein frischer Wind weht, spürten die deutschen Filenet-Anwender schon auf ihrem Düsseldorfer Treffen im November vergangenen Jahres. Dort wurde der Vorhang für die Projekte "Panama" und "Mendocino" gelüftet - beide Entwicklungen sind Bestandteil der nun offiziell als Panagon bezeichneten Produktfamilie. Den Auftakt macht noch in diesem Monat der "Panagon IDM Desktop". Er wird zum neuen Front-end für Filenets "Image Management Services" (IMS) sowie für das Dokumenten-Management-System "Mezzanine" von der 1996 übernommenen Saros Corp. Wenige Wochen später soll "Panagon Capture" auf den Markt kommen, eine Erfassungssoftware für Scan-Operatoren, die das bislang angebotene "Workflo/ Scan" ersetzt. Beiden Produkten gemeinsam ist die strikte Microsoft-Ausrichtung auf Basis von OLE-Automation, COM und Active-X-Controls.

Besonders große Hoffnung setzt der Hersteller in den IDM Desktop, der laut Firmenchef Roberts das integrierte Dokumenten-Management (IDM) von bislang über 1000 Dollar pro Arbeitsplatz auf unter 100 Dollar drücken soll. Das Programm verwendet den Microsoft-Explorer als Oberfläche und bietet Funktionen wie Check-in/Check-out, Versionskontrolle, Suchmechanismen sowie einen aus "Ensemble" stammenden Ad-hoc-Workflow.

Simple Anwendungen sollen sich bereits in wenigen Minuten erstellen lassen, wobei die Verwaltung und Anzeige von über 200 Formaten (Text, Bilder, Video, etc.) möglich ist. Als Repositories kommen jetzt außer IMS- und Saros-Server auch andere Umgebungen, beispielsweise Lotus-Notes-Datenbanken, in Frage. Für die Kombination mit Web-Browsern und "Thin Clients" wird auf die Microsoft-Technik "Active Server Pages" zugegriffen, mit der sich HTML-Seiten dynamisch generieren lassen.

Doch gerade mit der "Einfachheit" von IDM Desktop sind Überschneidungen zwischen den beiden Unternehmensbereichen Watermark und Panagon vorprogrammiert. Während Panagon inklusive des High-end-Workflows "Visual Workflo" als Unternehmenslösung für Mission-critical- und High-Volume-Anwendungen positioniert wird, soll die 1995 übernommene Watermark-Software als eine Art Massenprodukt einfache Imaging-Applikationen auf Abteilungsebene abdecken.

"Out-of-the-Box"-Features und somit typische Anforderungen des Massenmarkts bietet IDM Desktop allerdings auch. Bei Filenet ist man sich dieser Überschneidung bewußt. Deshalb wird die Verschmelzung beider Produktlinien in Aussicht gestellt, einen offiziellen Zeitplan dafür gibt es allerdings noch nicht.