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25.02.2000 - 

Portale/B-to-B-Handelsportal: Designen, Schneiden, Einkaufen

Filialist: Die Produktentwicklung beschleunigt und die Kosten gesenkt

Storehouse, ein britischer Textileinzelhändler mit 500 Filialen, darunter auch im Fernen und Mittleren Osten sowie in Osteuropa, hat so manches Supply-Chain-Problem durchlebt. Um die Zusammenarbeit mit seinen Lieferanten und die Lieferzeiten zu optimieren, setzte er ein auf den Einzelhandel spezialisiertes Internet-Portal ein: Retail.com mit den Diensten "Webtrack" und "Design". Hans-Peter Sander* schildert das Verfahren.

"Für unsere Einkäufer brauchten wir Werkzeuge zur besseren Kommunikation mit den Lieferanten, die alle nötigen Informationen per Mausklick liefern konnten", berichtet Tony Pusey, Direktor für IT und Supply Chain bei Storehouse. "Außerdem sollten sie auch für solche Mitarbeiter im Einkauf eine Hilfe sein, die bisher nur wenig Erfahrung mit Computern hatten. Wir suchten also ein System, das von seiner Oberfläche einfach zu bedienen war und das zu den bestehenden Prozessen so gut wie möglich passte."

Entwicklungszeiten wurden halbiert

Die Portallösung vom Internet-Business-to-Business-Spezialisten der Einzelhandelsindustrie Retek Inc. (Nasdaq: RETK) schien beiden Wünschen von Storehouse zu entsprechen. "Wir haben wenige Monate nach dem Echtstart des Systems im zweiten Quartal 1999 den Return on Investment erreicht. Einige Zeiten für die Produktentwicklung wurden um mehr als 50 Prozent reduziert", ist Pusey zufrieden. Das B-to-B-Portal bietet eine ganze Reihe von elektronischen Services sowohl für den Handel als auch für die Zulieferer und deren Geschäftspartner. Sie eröffnen neue Wege in den Geschäftsprozessen von der Beschaffung des Materials bis zum Verkauf der Fertigwaren in einer "verkürzten" Lieferkette.

"Der Dienst ,Webtrack'' ist ein von Einkäufern und Lieferanten zu bedienendes Tool. Es schafft klare Sicht auf kritische Abschnitte der Lieferkette. Da es bei Retek und damit nicht auf einem Web-Server eines Teilnehmers läuft, kann es übrigens auch keine einseitigen Wahrheiten liefern", fasst Pusey seine Erfahrungen zusammen. Außerdem richtet das Tool allen an der Produktentwicklung beteiligten Parteien eine gemeinsame Zeitschiene ein und formalisiert und überwacht die geschäftskritischen Prozesse, richtet wichtige Deadlines ein und versendet Warnungen per E-Mail, falls kritische verpasst wurden.

Das Spektrum reicht vom Briefing der Lieferanten über das Erstellen von Verträgen, die Materialbeschaffung, Qualitätschecks und die Herstellung bis hin zur Auslieferung und pünktlichen Vereinnahmung im Laden.

Pusey glaubt, die Fristen für die Produktentwicklung bis zur Markteinführung noch weiter verkürzen zu können, die Einkäufer und Lieferanten bis zu zehn Monate kosten. "Nach dem Beginn im Januar für die Frühjahr-Sommer-Kollektion 2000 wollen wir während der Saison Verkaufsreports an die Lieferanten zurückgeben, die möglichst mit deren Fertigungssystemen verbunden sind. Wir hal-ten das für eine gute Methode, während einer laufenden Saison kurzfristig auf Kundenverhalten reagieren zu können", erklärt der IT- und Supply-Chain-Manager.

Design, der zweite E-Service dieser Portallösung, hilft den Einzelhändlern Stunden, Tage und oftmals auch Wochen einzusparen, die bislang mit dem Warten auf Meetings, auf Freigaben und Informationen vergeudet wurden. "Je kürzer die Entwicklungszeiten, desto besser werden die Kundenwünsche befriedigt", erläutert Pusey. "In manchen Fällen haben wir die Entwicklungszeit um die Hälfte gekürzt. Deutlich gesenkt wurde dabei auch die Zahl von Mustern."

Als weiteren Vorteil wertet der Direktor für IT und Supply Management die durch das System ermöglichte Verfügbarkeit der ständig aktualisierten Daten aus dem Entwicklungsprozess im Planungs- sowie Warenwirtschaftssystem.

Demnächst digitale Images für Qualitäts-Checks

Den wesentlichsten Nutzen des Portals sieht der Manager jedoch in einer engeren Zusammenarbeit mit den eigenen Lieferanten und deren Zulieferern. "Informationen in der Lieferkette praktisch zu teilen war ein ziemlicher Kulturschock. Doch als erst einmal die Infrastruktur für den freien und offenen Informationsfluss eingerichtet war, konnten wir sehr schnell sehen, welche Lieferanten damit fertig wurden, und die neuen Möglichkeiten auch konsequent nutzen. Wir brauchten kürzere Fristen bis zum Markteintritt: einerseits aufgrund der immer kürzeren Lebenszyklen bei modischen Artikeln, andererseits um noch rascher auf Erfolge beziehungsweise Misserfolge reagieren zu können."

Storehouse hat weitere Ziele: Die gemeinsamen Zeitpläne sollen noch tiefer in der Lieferkette verfügbar sein, Farben sollen sich online prüfen lassen, und es soll auf Modetrends und Informationsdienste aus dem Internet zugegriffen werden können. Und schließlich will man digitale Images für Qualitätschecks kreieren.

Inzwischen betrachten Einkäufer und Lieferanten gemeinsam digitale Bilder von Bekleidung, geben ihre Kommentare zu Farbe, Stil oder Herstellung ab. Sie treffen sich hier zu Echtzeit-Roundtable-Diskussionen oder teilen ihre Meinung elektronisch mit, hinterlassen Nachrichten in spezifischen Style-Briefkästen auf der Produkt-Site.

Angeklickt

Ein speziell auf die Bedürfnisse des Handels zugeschnittenes Portal ermöglichte dem britischen Textileinzelhändler Storehouse in kurzer Zeit erhebliche Einsparungen durch eine quasi verkürzte Lieferkette. Das Tool bringt den an der Produktentwicklung beteiligten Parteien eine gemeinsame Zeitschiene und formalisiert und überwacht die geschäftskritischen Prozesse. Inzwischen betrachten Einkäufer und Lieferanten gemeinsam digitale Bilder und geben Kommentare zu Farbe, Stil oder Herstellung.

*Hans -Peter Sander ist freier Journalist in Diessen.