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28.01.2008 - 

IT-Dienstleister der Sparkassen imKonflikt

Finanz-IT äußert Bedenken gegen Fusion mit Sparkassen-Informatik

Die Finanz IT in Hannover, IT-Dienstleister der Sparkassen in Nord- und Ostdeutschland, hat Grundsatzkritik am geplanten Zusammengehen mit der Frankfurter Sparkassen-Informatik (SI), die den Süden und Westen der Republik betreut, geäußert. Das berichtet die "FAZ" in ihrer heutigen Ausgabe.

Der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" liegt ein vierseitiges Schreiben vor, dass die Geschäftsführung der Finanz IT an ihren Aufsichtsratsvorsitzenden Claus Friedrich Holtmann richtet. Darin bekennt sich das Management zwar grundsätzlich zur geplanten Fusion, äußert aber starke Bedenken zu den Einzelheiten. Beispielsweise sei in der gemeinsamen Absichtserklärung zur Fusion festgelegt worden, dass die Kosten des Zusammenschlusses, die wesentlich durch die "Migration auf ein gemeinsames Zielsystem" anfielen, zum größten Teil von den Kunden der Finanz IT zu tragen seien.

Die Geschäftsführer Thomas Noth und Klaus-Peter Kobiak stellen den Sparkassen in Nord- und Ostdeutschland deshalb eine "Sonderumlage" von 168 Millionen Euro in Aussicht – zahlbar im Migrationszeitraum 2008 bis 2010. Darüber hinaus werde ein Personalaufwand von 440 Millionen Euro entstehen, der in bisherigen Wirtschaftlichkeitsberechnungen nicht berücksichtigt sei. In dem Schreiben wird ferner auf drohende "Prozesseffizienzverluste" hingewiesen sowie auf Kostensteigerungs- und Verzögerungsrisiken. Diese seien von den Kunden der Finanz-IT einseitig zu tragen.

Beklagt wird ferner, dass den Kunden der Finanz-IT keine "Mindestsynergien" zugesichert worden seien – auch wenn das hinter der Fusion vermutete Synergiepotenzial von erhofften 200 Millionen Euro jährlich vermutlich zu 70 Prozent den Kunden der Finanz-IT zukommen werde.

Gesellschafter bleiben unbeeindruckt

Laut FAZ wurden die Bedenken des Finanz-IT-Managements bereits am 8. Januar vorgebracht. Das habe die Eigner des IT-Dienstleisters, die niedersächsischen Sparkassen, die NordLB und die Landesbank Berlin, jedoch nicht davon abgehalten, am 11. Januar der kritisierten Fusionsabsichtserklärung zuzustimmen.

Bei der Finanz-IT steht man offiziell zum geplanten Merger. Man sehe sich aber verpflichtet, auf potenzielle Risiken hinzuweisen. Die weiteren Gespräche zwischen SI und Finanz IT dürften damit belastet sein.

Einfach waren die Verhandlungen aber wohl auch bisher nicht. Sie laufen zwar offiziell auf Augehöhe ab, allerdings ist es ein offenes Geheimnis, dass die Finanz IT von Anfang an geschwächt in die Gespräche gegangen war. Ihr Kernbankensystem ist veraltet, für eine aufwändige Überarbeitung fehlt dem IT-Dienstleister das Geld. Die SI hingegen betreibt eine konkurrenzfähige Bankenapplikation und kann die Verhandlungen deshalb aus einer Position der Stärke führen. (hv)