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27.04.1995

Finanzchef warnt vor ueberzogenen Erwartungen IBM legt gute Resultate fuer das erste Quartal 1995 vor

ARMONK (CW) - Laesst man die weiter vorhandene Abhaengigkeit vom Mainframe-Geschaeft unberuecksichtigt, koennen sich die Resultate der IBM-Gruppe sehen lassen. Der Nettogewinn stieg um 283 Prozent auf 1,29 Milliarden Dollar. Das Umsatzwachstum beziffert IBM auf knapp

18 Prozent.

Chairman Louis Gerstner relativierte das Ergebnis jedoch:

"Obwohl die Signale ermutigend sind, ist es wichtig, die Ergebnisse aus der richtigen Perspektive zu betrachten", erklaerte der IBM-Boss. Da man in den ersten drei Monaten des Vorjahres relativ schwach abgeschnitten habe, erscheine das jetzt vorliegende Resultat besonders gut. Ausserdem habe Big Blue von der Staerke einiger Waehrungen gegenueber dem Dollar profitiert. So stammen sechs Prozent des Umsatzwachstums aus Waehrungsgewinnen. Dennoch sagte der Chairman: "Die Transformation der IBM gewinnt an Dynamik." Das glaubt offenbar auch die New Yorker Boerse. Nach Bekanntwerden der Ergebnisse durchbrach der Kurs der IBM-Aktie kurz die 90-Dollar-Marke und pendelte sich am vergangenen Freitag mit einem Plus von 2,65 Dollar bei 89,75 Dollar ein.

PC-Division bleibt das Sorgenkind

Dem "Wall Street Journal" zufolge warnten andere Topmanager der IBM Corp., wie Finanzchef Jerome York, vor ueberzogenen Erwartungen. Die jetzt erreichten Steigerungen bei Umsatz und Gewinn liessen sich wahrscheinlich nicht ueber das gesamte Jahr hinweg halten. "Im ersten Quartal fuhren wir mit mehr Zylindern als in den vergangenen Monaten. Wir koennen aber nicht garantieren, dass es so weitergeht. Wir muessen noch viel tun", sagte York.

Insgesamt beliefen sich die Einnahmen auf 15,7 Milliarden Dollar, wobei die Erloese nach Angaben des Unternehmens in allen wichtigen Produktbereichen inklusive PCs, RS/6000, AS/400, Massenspeicher und Mainframes deutlich zunahmen. Der Hardwaresektor legte gegenueber dem Vergleichsquartal 1994 um 23,3 Prozent auf 7,72 Milliarden Dollar zu. Die Bruttomarge erhoehte sich um knapp acht Prozentpunkte auf 37,9 Prozent. Dieser Umsatzzuwachs duerfte zu grossen Teilen den Mainframes zu verdanken sein, die seit Monaten praktisch ausverkauft sind. Uebers ganze Jahr gesehen, erwartet York allerdings einen Rueckgang der Einnahmen aus dem Grossrechnergeschaeft.

Trotz des rekordverdaechtigen Absatzes von mehr als als einer Million PCs bleibt diese Division das Sorgenkind der IBM: "Es ist noch eine Menge Arbeit zu erledigen, bevor wir mit den Leistungen dort zufrieden sein koennen", sagte Gerstner. Wall-Street-Analysten gehen davon aus, dass die Business-Unit, die im vergangenen Jahr einen vorsteuerlichen Verlust von einer Milliarde Dollar verbuchen musste, immer noch tief in den roten Zahlen steckt.