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16.02.2001 - 

Milliardenprojekt in Frankfurt/Oder

Finanzierung der Chipfabrik noch nicht gesichert

MÜNCHEN (CW) - Eine moderne Chipfabrik soll in Frankfurt an der Oder langfristig bis zu 3500 Arbeitsplätze schaffen. Beteiligt an dem 3,15 Milliarden Mark teuren Projekt sind Intel, das Emirat Dubai sowie das staatliche Institut für Halbleiterphysik (IHP). Über weitere Details zur Finanzierung des Vorhabens hält sich das Land Brandenburg jedoch noch bedeckt.

Einzelheiten über Kosten und finanzielle Risiken der geplanten Chipfabrik "Communicant Semiconductor Technologies" in Frankfurt/Oder hält die brandenburgische Landesregierung sorgsam unter Verschluss. So erklärte das Wirtschaftsministerium von Brandenburg gegenüber "Spiegel Online", noch "keine genauen Angaben" machen zu können, da noch nicht alle Gesellschafter des Großprojekts feststünden. Ministerpräsident Manfred Stolpe sagte, es gelte noch "schwierige Fragen" zu lösen und "intensive Nacharbeit" zu betreiben.

Communicant wird nicht selbst als Chipanbieter auftreten, sondern in Lizenz für Dritthersteller fertigen. Chipriese Intel wird sich mit rund 25 Prozent an der neu gegründeten Firma beteiligen. Das Emirat Dubai steuert 30 Prozent der Einlagen bei, das Berliner Institut für Halbleiterphysik (IHP), das zu je 50 Prozent von Bund und Ländern finanziert wird, will zehn Prozent der Anteile aufbringen. Nach Informationen des Berliner "Tagesspiegel" finanzieren die drei Investoren jedoch zusammen nur 1,16 Milliarden Mark - das ist nicht einmal die Hälfte der veranschlagten 3,15 Milliarden Mark. Zudem könnte das IHP mit der Beteiligung an Communicant seinen gemeinnützigen Status verlieren, wonach es 96 Millionen Euro EU-Fördergeld zurückzahlen müsste.

Weitere Gesellschafter mit Kapital werden dringend gesuchtFür einen Anteil von insgesamt 31 Prozent sollen im Laufe des Jahres weitere Gesellschafter gewonnen werden - die restlichen vier Prozent wären dann aber immer noch offen. Bund und Länder dürfen nach EU-Regelung bis zu 1,2 Milliarden Mark beisteuern. Noch ist ungeklärt, wie viel Steuergeld das Projekt verschlingen wird. Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit in Ostbrandenburg kann man jedoch davon ausgehen, dass das Land eine nennenswerte Summe in die Chipfabrik investieren wird. Schließlich soll das Werk selbst 1500 Arbeitskräfte beschäftigen. Weitere 2000 neue Stellen erhofft sich die Landesregierung in Zulieferunternehmen, die sich im Einzugsbereich der neuen Fabrik ansiedeln.

Mit Communicant entsteht in den neuen Bundesländern neben der sächsischen Metropole Dresden der zweite große Standort für Mikroelektronik. Frankfurt an der Oder war allerdings bereits vor der Wende ein Zentrum für Halbleitertechnik. Die neue Chipfabrik soll bis zum dritten Quartal des kommenden Jahres fertig gestellt werden und im ersten Quartal 2003 die Produktion von 200-Millimeter-Wafern für die Wireless- und Breitbandkommunikation - unter anderem für die kommende Generation von breitbandigen UMTS-Handys - aufnehmen. Intel steuert seine 0,18-Mikrometer-CMOS-Technologie (CMOS = Complementary Metal-Oxide Semiconductor) bei, das IHP bringt seine Silizium-Germanium-Kohlenstoff-Technik in die Beteiligung ein.