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01.04.1994

Finanzinstitute wollen schneller reagieren koennen US-Banken investieren in Tradesysteme unter Unix

NEW YORK (IDG) - Die Banken der New Yorker Wall Street sind dabei, ihre IT-Infrastruktur zu reorganisieren. So stattet die Chemical Bank Corp. zur Zeit ihre Aktien- und Devisenhaendler mit einem Unix-basierten Handelssystem aus. Aehnliche Projekte laufen in der Bank America Corp., der First Chicago Corp. und der Chase Manhattan Bank NA.

Mit Vermoegenswerten von rund 150 Milliarden Dollar zaehlt die Chemical Banking Corp. zu den Top-Finanzinstituten an New Yorks beruehmter Bankenmeile. Damit dies so bleibt, hat das Unternehmen einen Trading-Room mit 440 Plaetzen eingerichtet, in dem das Geschaeft mit Devisen und Ersatzzahlungsmitteln ebenso optimiert werden soll wie die gesamte Vermoegensverwaltung.

Chemical hat den Uebergang aus einer rund zehn Jahre alten zentralen IBM-Grossrechnerumge- bung, die als Front-ends PC- Terminals unterstuetzte, in eine Unix-Landschaft mit grafischen Be- nutzer-Schnittstellen und neuester Branchensoftware gewagt. In Hardware, Software und Infrastruktur soll die Bank einer unbestaetigten Meldung zufolge zwischen 30 und 50 Millionen Dollar investiert haben.

Die neue Desktop-Umgebung besteht aus mehreren hundert Sparcstations von Sun Microsystems, die mit dem Unix-Derivat Solaris 2.2 arbeiten und X-Windows-Oberflaechen unterstuetzen. Diese Rechner stehen mit einem Netz aus Compaq-PCs in Verbindung. Die Verarbeitung der Trades im Hintergrund erfolgt auf AS/400-Rechnern von IBM und auf VAX-Systemen von Digital Equipment.

In der ersten Projektphase wurden im Februar 1994 zunaechst 325 Haendler und Supportangestellte in die neue DV-Umgebung eingefuehrt. Mit ihren Bildschirmemulationen hatten diese Mitarbeiter zuletzt massive Probleme: Die Haendler mussten sich an bis zu neun verschiedenen Terminals bedienen, um die fuer einen Deal noetigen Informationen zu bekommen. Ausserdem standen ihnen nur sehr begrenzte Moeglichkeiten der Datenmanipulation zur Verfuegung.

"Wir brauchten ein interaktives System, das unseren Haendlern ein analytisches Arbeiten ermoeglicht", erklaert Anthony Herriott, Manager fuer globale Bankope- rationen und Technologie. Chemical verwendet inzwischen eine integrierte Anwendung, die auf dem Spreadsheet 1-2-3 von Lotus sowie auf dem Branchensystem Triarc 2000 von der Reuters Plc. basiert.

Mit der neuen Umgebung sollen sich vergleichende Auswertungen von Marktdaten besonders schnell durchfuehren lassen. "In diesem Geschaeft entscheiden Sekunden", meint Herriott, "wir gehen davon aus, dass wir einen Wettbewerbsvorteil realisieren koennen."

Derselben Ansicht ist offenbar das Management der Chase Manhattan Bank NA. Auch hier wird zur Zeit die Trade-Umgebung, in der 456 Mitarbeiter beschaeftigt sind, mit einem Aufwand von rund 75 Millionen Dollar auf Vordermann gebracht.

Neben einem integrierten Handelssystem, das ebenfalls auf Unix- Rechnern von Sun Microsystems laufen soll, installiert diese Bank auch ein Videokonferenzsystem sowie Software fuer die Spracherkennung.