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05.02.2009

Finanzkrise zwingt Lenovo zum Rückzug

Nach einem desaströsen Quartalsergebnis löst Lenovo seinen CEO William Amelio ab und konzentriert sich wieder auf den chinesischen Heimatmarkt.

Vier Jahre nach der Übernahme von IBMs PC-Sparte hat die globale Wirtschaftskrise den ehrgeizigen Plänen des Lenovo-Managements einen Dämpfer verpasst. Nach einem Verlust von 96,7 Millionen Dollar im dritten Geschäftsquartal verkündete das Unternehmen eine Wende zurück zur alten chinesischen Führungsmannschaft.

Alter CEO kehrt zurück

Yang Yuanqing (44), zuletzt Vorsitzender des Verwaltungsrats und bereits von 2001 bis 2004 Lenovo-CEO, löst den ehemaligen Dell-Manager Amelio als Unternehmenschef ab. Zugleich agiert der 65-jährige Firmengründer Liu Chuanzi künftig wieder als Chairman des Verwaltungsrats. Offiziell betont Lenovo, Amelio habe hervorragende Arbeit geleistet.

Der weltweit viertgrößte PC-Hersteller will sich ab sofort wieder stärker auf den chinesischen Heimatmarkt konzentrieren, wo das Geschäft besser läuft. Immerhin trägt "Greater China" mit Festlandschina, Hongkong und Taiwan mit 45 Prozent einen Großteil der Einnahmen bei. "In dieser entscheidenden Zeit wollen wir unserem China-Geschäft besondere Aufmerksamkeit zollen", erklärte Chuanzi. "Es ist das Fundament unserer globalen Geschäftstätigkeit und Wachstumsstrategie." Neben China, wo Lenovo Marktführer ist, setzt das Management auch auf Märkte in Schwellenländern wie Indien, Russland und Brasilien.

Bereits im Januar hatte Lenovo eine Gewinnwarnung ausgegeben und Sparmaßnahmen angekündigt. Das Management will elf Prozent der Stellen streichen und Manager-Gehälter kürzen, um wieder in die Gewinnzone zu kommen. Betroffen wären demnach rund 2500 Mitarbeiter.

Seit dem Zukauf der IBM-Sparte ist Lenovo im weltweiten PC-Markt hinter Dell und Hewlett-Packard von Platz drei auf Platz vier abgerutscht: Die Chinesen mussten dem taiwanischen Rivalen Acer Platz machen, der vor allem mit preisgünstigen Netbooks für Privatnutzer Erfolge verbuchte.

Trend verschlafen

Diesen Trend hat Lenovo nach Ansicht von Marktbeobachtern verschlafen. Stattdessen war die Führungsriege damit beschäftigt, den Markennamen auch international bekannt zu machen und zwei grundverschiedene Firmenkulturen unter einen Hut zu bringen. So gibt es heute immer noch zwei Lenovo-Zentralen in Peking und in Raleigh im amerikanischen Bundesstaat North Carolina.(wh)