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17.12.1999 - 

Thema der Woche/Compaq, Samsung und API investieren

Finanzspritze für Alpha-Prozessoren

MÜNCHEN (CW) - Compaq, Samsung und Alpha Processor Inc. (API) wollen 500 Millionen Dollar in die Chiparchitektur des Alpha-Prozessors investieren. Laut einer Absichtserklärung der drei Unternehmen sollen die Investitionen dazu dienen, neue Märkte für den Alpha-Chip zu erschließen und die Technologie der 64-Bit-Prozessorfamilie weiterzuentwickeln.

Samsung Electronics, der größte Lizenznehmer von Compaqs Alpha-Technologie, wird 200 Millionen Dollar in die weitere Entwicklung investieren. Compaq und API wollen sich die übrigen 300 Millionen Dollar teilen. Den Zeitrahmen, in dem die Investitionen in die Alpha-Technologie fließen sollen, umreißt Jesse Lipcon, Vice-President für das Alpha-Segment bei Compaq, mit den "nächsten paar Jahren".

Neben der jetzt angekündigten Finanzspritze möchte das Alpha-Team innerhalb der nächsten zehn Jahre weitere 1,5 Milliarden Dollar in die Prozessortechnologie investieren. Davon werden Compaq und Samsung jeweils 40 Prozent übernehmen, während API 20 Prozent aufbringen will.

Die Dollars sollen in erster Linie in die Entwicklung neuer Herstellungstechniken sowie ins Marketing fließen. Samsung plant unter anderem die Kupfertechnologie in den Herstellungsprozeß einzubinden. Auf der Suche nach zusätzlichen Absatzmärkten haben die Verantwortlichen vor allem das wachsende Linux-Geschäft im Visier. Allerdings werde man sich auf spezielle Linux-Segmente konzentrieren. Vielversprechend sei der Markt für Netzinfrastruktur, Hochleistungsrechner und Maschinen für E-Commerce-Anwendungen. Ein weiterer wichtiger Faktor für die Entwicklung der Alpha-Architektur seien Investitionen in unabhängige Softwarehäuser, die mit zusätzlichen Anwendungen die Basis der Alpha-Plattform erweitern sollen, hofft Lipcon.

Die Investitionen seien ein klares Bekenntnis zu Alpha, heißt es in der Erklärung von Compaq. Auf der anderen Seite beteiligt sich der in Houston ansässige PC-Hersteller auch an der Entwicklung von Intels 64-Bit-Itanium-Chip. Wegen dieses Engagements glaubten viele Insider, Compaq werde sich früher oder später von Alpha verabschieden. Die Texaner planen, auch Rechner mit dem neuen Intel-Prozessor zu vertreiben. Während die Alpha-Technologie hauptsächlich auf Unix- und Linux-Systemen eingesetzt werden soll, seien die Itanium-Rechner für Windows ausgelegt, erläutert ein Compaq-Sprecher.

Im Zuge der Ankündigung kam in Analystenkreisen das Gerücht auf, Compaq werde die 1998 von Digital geerbte Alpha-Technik auch an IBM lizenzieren. Ein Sprecher lehnte es jedoch ab, diese Spekulationen zu kommentieren. Allerdings räumte er ein, das jetzt getroffene Abkommen sei kein Hindernis, weitere Lizenznehmer für Alpha zu gewinnen.