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17.08.2006

Finden statt Suchen

Moritz Jäger
Google ist immer noch die Königin unter den Suchmaschinen. Das wissen auch Werbetreibende, und so erhalten Suchende immer mehr Spam statt wirklich qualifizierter Ergebnisse. Mit unseren Tricks finden Sie wieder genau das, was Sie suchen.

Von Moritz Jäger, tecChannel.de

Seitdem Google online ist, hat die Suchmaschine den kompletten Markt umgekrempelt. Mitbewerber wie Microsoft oder Yahoo fristen ein Nischendasein, das Wort "googeln" hat es sogar bis in den Duden geschafft. Doch die Monokultur auf dem Suchmaschinenmarkt hat nicht nur Vorteile. Immer mehr Anbieter greifen nicht auf die gekennzeichneten Google-AdWord-Anzeigen zurück, sondern bringen ihre Webseiten durch Tricks in die vorderen Ränge. Eine komplette Branche beschäftigt sich mittlerweile mit der Suchmaschinenoptimierung.

Spam übertrumpft sinnvolle Ergebnisse

Die Folge der käuflichen Optimierung: Statt hilfreicher Ergebnisse liefert die Suchmaschine nur Nutzloses. Sucht man beispielsweise nach Informationen zu einem neuen Kühlschrank, enthalten die ersten Seiten nur Links zu mehr oder weniger vertrauenswürdigen Verkaufsangeboten, die sich durch Schlüsselwörter und so genanntes "Link-Farming" in die oberen Google-Ergebnisse mogeln. Diese kommerziellen Angebote sind nicht wie die normalen Anzeigen farblich vom Text abgesetzt, sondern erscheinen als reguläre Suchergebnisse. Die wichtigen Treffer sind auf den ersten Seiten kaum vertreten.

Wer allerdings die richtigen Parameter und Tools kennt, entkommt der Werbefalle problemlos. In diesem Artikel wollen wir Ihnen zeigen, wie Sie Google wieder in die nützliche Suchmaschine verwandeln, die sie anfangs war. Neben den entsprechenden Parametern und Unterseiten stellen wir Ihnen auch die Allzweckwaffe für Firefox-Nutzer, "Customize Google", genauer vor.

Bessere Ergebnisse durch gezielte Parameter

Grundsätzlich gilt: Je genauer Sie Ihre Anfrage formulieren, desto besser wird das Suchergebnis. Dabei können Sie im Standardsuchfeld beliebig viele Begriffe eingeben. Ein Leerzeichen zwischen den Begriffen interpretiert Google immer als UND-Verknüpfung. Problematisch wird es, wenn Sie einen Begriff suchen, der aus zwei oder mehreren Wörtern besteht, etwa eine genaue Produktbezeichnung. Hier helfen Anführungszeichen. Alle Begriffe, die innerhalb der Anführungszeichen stehen, sucht Google auch genau so in Webseiten.

Am leichtesten können Sie die Suche präzisieren, indem Sie die erweiterte Suche nutzen. Diese erreichen Sie über den kleinen Link "Erweiterte Suche" direkt neben der Eingabezeile.

Einer der bekanntesten Parameter ist "filetype:". Damit grenzen Sie die Suche auf bestimmte Dateitypen ein. Filetype bietet sich besonders dann an, wenn Sie ein Handbuch suchen, diese sind meist im PDF-Format von Adobe gespeichert. Die Suche nach "Produktname filetype:pdf" liefert Ihnen nur Ergebnisse, die im bekannten Format von Adobe vorliegen.

Sie können Google aber auch einsetzen, um Herstellerseiten nach Treibern zu durchsuchen. Dazu greifen Sie auf den Para- meter "site:" zurück. Suchen Sie beispielsweise nach einem Trei- ber für einen Creative-Sound- blaster, so verspricht der Such-String "Soundblaster Treiber site:de.europe.creative.com" die besten Ergebnisse.

Einen genaueren Überblick über die hilfreichsten zusätzlichen Operatoren verschafft Ihnen die folgende Tabelle. Wer es noch genauer wissen will, der findet unter http://www.google.com/help/ope rators.html alle offiziell unterstützten Such-Operatoren in einer englischen FAQ.

Allzweckwaffe Minuszeichen

Mit dem Minuszeichen können Sie gezielt einzelne Begriffe von der Suche ausnehmen lassen. Damit erhalten Sie bereits eine gute Gegenmaßnahme gegen Suchmaschinen-Spammer. Sobald Ihnen eine Seite auffällt, die augenscheinlich nur Produkte verkaufen will, klammern Sie den Domain-Namen einfach aus. Als Beispiel dienen uns die Begriffe "Kühlschrank Test". Eine Suche liefert unter anderem den Domain-Namen "dooyoo" an erster Stelle. Das ist ein typischer Fall von Spam, denn hier finden sich keine Testberichte, sondern nur Verkaufsangebote. Wandeln Sie die Anfrage dagegen in "Kühlschrank Test -dooyoo" ab, so ist dieser Eintrag komplett verschwunden. Sie können beliebig viele Wörter von der Suche ausschließen. Firefox-Nutzer können diese Option sogar automatisieren, dazu mehr im Kapitel zu "Customize Google".

Auch das Pluszeichen kommt bei Google zum Einsatz, und zwar im Zusammenhang mit Stopp-wörtern. Damit bezeichnet Google häufig vorkommende Wörter, nach denen nicht gesucht wird. Diese werden in den Ergebnissen komplett ignoriert. In der englischen Suche ist das beispielsweise das Wort "how", das aber vor allem bei der Suche nach Anleitungen ein sinnvoller Suchbegriff ist. Wird ein "+" vor ein Wort gesetzt, setzt das die Stoppwort-Regel außer Kraft.

Je nachdem, wo Sie den Operator einsetzen, können Sie Zeichen auch bei der Suche mit Wortgruppen verwenden. Zusätzlich können Sie mit dem Pluszeichen auch die Schreibweise eines Begriffs festlegen. Wenn Sie zum Beispiel als Suchbegriff "Grafik" eingeben, sucht Google automatisch auch nach "grafik", "Graphik" und "graphik". Ein "+Grafik" sucht explizit nach dem Ausdruck "Grafik".

Spezielle Seiten für einzelne Bereiche

Google bietet neben der herkömmlichen Startseite auch einige speziell angepasste Suchmaschinen. Diese grenzen die Suche auf bestimmte Themengebiete ein. Die bekannteste spezialisierte Suche ist Google/Linux (www.google.com/linux). Daneben gibt es noch eine Suche für Microsoft-Produkte (www.google.com/microsoft.html), eine spezielle BSD-Suche (www. google.com/bsd) sowie eine für Apple Macintosh (www.google.com/ mac.html) und für US-Government-Themen (www.google.com/ unclesam). Derzeit sind diese Seiten allerdings nur englischsprachig.

Bekannter als die spezialisierten Seiten ist dagegen die Bildersuche (http://images.google.com). Diese funktioniert genau wie die Textsuche, liefert aber Bilddateien als Ergebnis. Hier lässt sich die Suche beispielsweise durch den oben genannten Parameter filetype: auf bestimmte Bildformate, etwa ".jpg", einschränken.

Ebenfalls eingedeutscht ist inzwischen die Produktsuche "Froogle" (http://froogle.google.de). Die spezielle Produktsuche enthält Informationen, die von Händlern direkt eingereicht werden. Froogle sucht dann lediglich in diesen Seiten, wenn ein bestimmtes Produkt gefunden werden soll.Ein weiterer Spezialfall sind die Verzeichnisse (http://directory.google.de). In diesem Bereich sortiert Google die Einträge bereits thematisch. Zu den einzelnen Kategorien gibt es bestimmte Unterpunkte, denen wiederum einzelne Themengebiete zugeordnet sind. Hier können Sie Ihre Suche auch weiter spe- zialisieren, je nachdem, wie tief Sie in die Kategorien hineingehen. So finden Sie beispielsweise in "World/Deutsch/Computer/ Programmieren/Internet/PHP" nur noch deutsche Seiten, die sich mit der Script-Sprache PHP beschäftigen.

Customize Google: Mächtiges Filter-Tool für Firefox

Wie so oft, haben es Firefox-Nutzer besonders einfach. Die Lösung ihrer Suchprobleme heißt "Customize Google" (www.customizegoo gle.com) und ist eine wahre Allzweckwaffe gegen Suchmaschinen-Spam. Konzipiert wurde die Erweiterung ursprünglich als Spam-Filter, ähnlich der Software, die auch zur Filterung von E-Mails eingesetzt wird.

In einem Untermenü kann der Nutzer verschiedene Adressen in eine Blacklist eintragen. Je nachdem, wie genau die Adressen spezifiziert werden, blockiert die Erweiterung anschließend nur einzelne Produkt-Links oder die komplette Domain. Zusätzlich erhalten alle Google-Ergebnisse einen Link namens "Filter", mit dem die URL direkt in den Filter aufgenommen werden kann.

Die Blacklist finden Sie in den Customize-Google-Einstellungen unter "Filter". Sobald Sie eine zufrieden stellende Filterliste erstellt haben, können Sie diese in eine Textdatei exportieren. Ein Import der Listen ist ebenfalls möglich.

Multifunktions-Tool

Wie Sie aber wahrscheinlich bereits gesehen haben, wurde Customize Google seit der ersten Version massiv erweitert. Inzwischen ermöglichen die Entwickler zu fast jedem Google-Produkt zusätzliche Optionen. Diese reichen vom relativ simplen Ausblenden der AdSense-Werbung bis hin zu erweiterten Einstellungen für Ihren Google-Mail-Account.

Ein Beispiel: Aktivieren Sie die Option "Speichern-Links hinzufügen" und wählen Sie aus dem Dropdown-Menü "Firefox" aus. Im Anschluss erscheint bei jedem Suchergebnis die neue Option "Speichern". Ein Klick darauf, und schon wird der Link zu Ihren Bookmarks hinzugefügt.

Clevere Communities als Alternativen

Mit dem Aufkommen von Web 2.0 und Social-Networking-Diensten bilden sich immer mehr Alter- nativen zu den herkömmlichen Suchmaschinen heraus. Eines der bekanntesten Beispiele ist das Bookmarking-Tool "del.icio.us" (http://del.icio.us). Die del.icio.us-Nutzer können unter ihren Profilen verschiedene Lesezeichen speichern und festlegen, ob diese privat oder öffentlich sind. Da der Dienst webbasiert ist, haben Sie von jedem Internet-PC aus Zugriff auf die Bookmarks.

Ein weiterer Vorteil ist, dass Sie die öffentlichen Bookmarks aller Nutzer durch-suchen können. Da hier nur relevante Links abgelegt sind, haben Suchmaschinenoptimierer keine Chance. Eine Alternative zu del.icio.us ist beispielsweise "Spurl" (www.spurl.net).

Besonders bei speziellen Fragen eignen sich Suchmaschinen, die Weblogs überprüfen. Die Betreiber der einzelnen Blogs haben teilweise ein enormes Wissen auf Spezialgebieten und liefern Antworten meist schneller als der Hersteller-Support. Die größte Blog-Suchmaschine ist Technorati (www.technorati.com), dort werden mittlerweile nach eigenen Angaben 39,6 Millionen Blogs gelistet. Sobald ein neuer Blog-Eintrag erfolgt, landet dieser auch bei Technorati. Der Nachteil ist, dass inzwischen auch hier Blogs entsprechend optimiert werden, verspricht ein hoher Rang im Listing doch einen deutlich höheren Traffic. Eine Alternative stellt beispielsweise "IceRocket" (www.icerocket.com) dar.

Einfach mal fragen

Einen komplett anderen Weg gehen Seiten wie "Ask.Metafilter" (http://ask.metafilter.com) oder "Yahoo Answers" (http://ans wers. yahoo.com). Die Nutzer der Seiten stellen eine Frage, die von der Community dann aufgegriffen und beantwortet wird. Im Endeffekt ist das vergleichbar mit Einträgen in einem Forum, der Vorteil besteht allerdings in der breiten Themenvielfalt.

Spezielle Fragen werden immer noch in den jeweiligen Foren diskutiert. Zu fast jedem Produkt gibt es inzwischen eine Webseite, auf der sich die Spezialisten untereinander austauschen. Die einzelnen Foren und FAQs (Frequently Asked Questions) enthalten meist die Lösungen, selbst für vertrackte Probleme.

Fazit

Google belegt noch immer verdient den ersten Platz unter den Suchmaschinen. Auch wenn der Spam derzeit zunimmt, mit einfachen Mitteln bekommt man die Suche wieder "optimierungsfrei". Teilweise hilft der Suchmaschinengigant selbst mit, indem der Algorithmus in unregelmäßigen Abständen leicht verändert wird.

Doch die Konkurrenz schläft nicht. Sowohl Microsoft als auch Yahoo sägen an Googles Thron. Dem Anwender kann es nur recht sein. Sollte eine Suche in der einen Suchmaschine keine zufrieden stellenden Ergebnisse liefern, so wartet schon eine ganze Armada an zusätzlichen Suchmaschinen auf seine Anfragen.

Inzwischen bilden sich auch interessante Alternativen heraus, die mit Web 2.0 und den so genannten Social Networks entstehen. del.icio.us ist dabei nur ein Beispiel. Der Dienst ist zwar nicht primär als Suchmaschine geplant, liefert aber aus dem Link-Fundus seiner Community durchaus brauchbare Ergebnisse. Den Trend hat anscheinend auch Google selbst erkannt. So lassen sich beispiels- weise Notizen, die Anwender im Google-Notebook (www.google. com/notebook) abgelegt haben, für die Öffentlichkeit zugänglich und damit durchsuchbar machen.

Es bleibt auf alle Fälle spannend. Denn auch Google mauserte sich relativ schnell von einer unbekannten Software zur Nummer eins.

Dieser Beitrag stammt von tecChannel.de, dem Webzine für technikorientierte Computer- und Kommunikationsprofis. Unter www.tecChannel.de finden Sie weitere Beiträge zu diesem Thema.