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19.03.2004 - 

CW-Gehaltsstudie

Firmen achten mehr auf Leistung

MÜNCHEN (hk) - IT-Führungskräfte müssen weiterhin nicht darben. So steigen die Gehälter in diesem Jahr nach einer aktuellen Studie, die die Vergütungsberatung Towers Perrin im Auftrag der COMPUTERWOCHE erarbeitet hat, um 3,1 Prozent. Allerdings verordnet jedes fünfte Unternehmen seinen Managern eine Nullrunde. Die Vergütung wird variabler und leistungsbezogener.

Auch wenn der IT-Branchenverband Bitkom von einer langsamen Erholung des Marktes spricht, wird am Personal gespart. "Firmen kämpfen trotz der restriktiven Budgetvorgaben der letzten zwei Jahre immer noch mit hohen Personalkosten", beobachtet Laurent Grimal, Gehaltsexperte der weltweit agierenden Vergütungsberatung Towers Perrin. Vor allem in international tätigen Firmen sei ein Trend zur Zentralisierung absehbar, so dass die lokalen Personaler in puncto Vergütung weniger zu sagen hätten. Immer häufiger fielen Budgetentscheidungen auf europäischer oder globaler Ebene.

Anwenderfirmen zahlen schlechter

Unter Bereichsleitern schneiden die der Halbleiterindustrie mit einem Grundgehalt von 108000 Euro am besten ab. Es folgen die in Softwarehäusern Beschäftigten mit 106000 Euro Jahresgehalt sowie die der TK-Branche mit 101000 Euro. Schlusslicht sind die Hardware- und Anwenderfirmen, die ihren Bereichsleitern 98000 Euro im Jahr bezahlen. Anders sieht die Reihenfolge aus, wenn neben dem Grundgehalt auch die variablen Anteile eingerechnet werden. Beim so genannten Zielgehalt liegen die Bereichsleiter der Softwareindustrie mit 143000 Euro Jahresgehalt vorn, gefolgt von denen der IT-Dienstleister und der Halbleiterindustrie mit jeweils 133000 Euro. In Softwareunternehmen macht also der variable Anteil über ein Drittel des Salärs aus, selbst bei den Anwenderfirmen sind es im Durchschnitt rund 25 Prozent.

Das Grundgehalt umfasst alle festen Gehaltsbestandteile, die nicht durch die Leistung beeinflusst werden. Ein dreizehntes oder vierzehntes Monatsgehalt sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld sind also eingeschlossen. Das Zielgehalt hingegen bildet die Summe aus dem Grundgehalt und variablen Bestandteilen wie Provisionen, Gewinnbeteiligungs-, Management- oder Leistungsboni.

In der Gruppe der Abteilungsleiter unterscheiden sich die Gehälter im Branchenvergleich nicht stark. Die Zahlen liegen zwischen 72000 Euro beim Anwenderbetrieb und 87000 Euro in der Halbleiterbranche. Abteilungsleiter verdienen also deutlich weniger als Bereichsleiter. Auch der variable Anteil fällt für die Abteilungsleiter etwas geringer aus als für ihre Chefs.

Niedriger variabler Anteil bei Projektleitern

Der Gruppenleiter, eine Hierarchiestufe unterhalb des Abteilungsleiters, bewegt sich mit seinem Grundgehalt im Durchschnitt zwischen 63000 Euro (Anwender) und 75000 Euro (IT-Dienstleister). Er verdient damit etwa 15 Prozent weniger als sein direkter Vorgesetzter. Ausreißer ist die TK-Industrie, wo bei einem Grundgehalt von 67000 Euro die Spanne zwischen Gruppen- und Abteilungsleiter 21 Prozent beträgt.

Je niedriger der Mitarbeiter in der Hierarchiestufe steht, desto geringer fällt der variable Anteil seines Gehaltes aus - mit Ausnahme des Vertriebs. Im Durchschnitt haben etwa Gruppenleiter einen variablen Anteil von zehn Prozent, Ausreißer ist auch hier die Softwareindustrie, in der der variable Anteil ein Viertel des Zieleinkommens ausmacht.

Etwa auf der Stufe des Gruppenleiters liegt der Projektleiter, der ein Grundgehalt von 64000 Euro (Anwender) bis 72000 Euro (Hardware, IT-Dienstleistungen) erreicht. Obwohl von dieser Berufsgruppe ein Höchstmaß an technischer, betriebswirtschaftlicher und sozialer Kompetenz verlangt wird und auch der Projektdruck ständig zunimmt, wird der erfolgsabhängige Anteil eher gering gehalten und macht nur in Ausnahmen über zehn Prozent aus.

Vergleichsweise niedrig sind traditionell die Grundgehälter der Key-Account-Manager und der Vertriebler, dafür erreichen sie aber hohe Zieleinkommen. Erstere verdienen durchschnittlich zwischen 51000 Euro bei einem Hardwareproduzenten und 68000 Euro in der Halbleiterindustrie, können aber, wenn sie alle variablen Vergütungen bekommen, ihr Einkommen mehr als verdoppeln, beispielsweise im Softwarehaus oder beim Hardwareanbieter. Die Verkäufer liegen mit ihrem Salär in der Regel sowohl im Grund- als auch im Zielgehalt unter dem des Key-Accounters.

Laut Laurent Grimal und seinem Studien-Mitautor Dirk Ewert richten die Unternehmen ihre Vergütung verstärkt an Leistungs- und Erfolgskriterien aus und streben eine stärkere Differenzierung an. "Dadurch sollen insbesondere die Leistungsträger gefördert werden", so Ewert. "Pauschale Gehaltserhöhungen gibt es immer seltener", ergänzt Grimal. Um die Spezialisten an das Unternehmen zu binden, werde das Budget für Gehaltserhöhungen nicht selten nur auf diese Gruppe verteilt.

Pluspunkt Firmengröße

Towers Perrin hat die Gehälter der Führungskräfte in Unternehmen mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro denen mit einem Umsatz von weniger als 300 Millionen Euro gegenübergestellt. In dieser Auswertung konnten auch die Unternehmensleiter berücksichtigt werden. Der Firmenchef im Mittelstand darf 140000 Euro Grundgehalt nach Hause nehmen, sein Kollege im Konzern 255000 Euro. Groß ist der Unterschied auch beim variablen Gehalt. Im Mittelstand macht er rund 40 Prozent aus, das heißt, der Chef kann sein Salär auf 196000 Euro aufbessern. Im Großunternehmen beläuft sich der durchschnittliche Aufschlag auf über 60 Prozent, so dass Topmanager 426000 Euro kassieren.

Im mittleren Management werden die Unterschiede zwischen den Gehältern in großen und kleinen Unternehmen geringer. Während die Spanne beim Bereichsleiter noch fast 70 Prozent ausmacht, liegt sie beim Abteilungsleiter nur noch bei 20 und beim Projektleiter nur bei fast neun Prozent.

Keine Überraschung dürfte sein, dass ältere Manager in der gleichen Position mehr verdienen als ihre jüngeren Kollegen. Indes wird derjenige "bestraft", der auf der Karriereleiter stehen bleibt. Auf Bereichsleiterebene macht der Unterschied zwischen einem 30-Jährigen (Grundgehalt 80000 Euro) und einem 50-Jährigen immerhin 40 Prozent aus. Geringer ist dieser Unterschied beim Gruppenleiter. Er startet mit 63000 Euro relativ hoch, erreicht aber als 50-Jähriger ein Einkommen von 73000 Euro, also ein Plus von nur rund 15 Prozent.

Untersucht wurde auch die Frage, in welcher Stadt die höchsten Gehälter gezahlt werden. Hier liegt Frankfurt am Main eindeutig vorne. Bereichsleiter streichen in der Bankenmetropole 129000 Euro Grundgehalt ein, inklusive variablem Anteil sind es 147000 Euro. Es folgen die Städte Düsseldorf mit 106000 Euro Grundgehalt (133000 Euro Zielvergütung) und München mit 100000 Euro (Zielgehalt 130000 Euro).

Auch im Ländervergleich stehen Deutschlands Manager mit einem zweiten Platz in Europa gut da. Topverdiener sind allerdings die Schweizer. Ein eidgenössischer Unternehmensleiter darf sich auf ein Grundgehalt von 265000 Euro (Zielgehalt 440000 Euro) freuen, der Abteilungsleiter erreicht noch 102000 Euro Jahressalär (Zielgehalt 121000 Euro). Weit schlechter gestellt sind beispielsweise die Franzosen und die Holländer. So verdient ein Unternehmensleiter in Paris 160000 Euro (Zielgehalt 275000 Euro) und in Amsterdam 145000 Euro (Zielgehalt 255000).

Die Studienteilnehmer

Zum zweiten Mal untersuchte Towers Perrin die Manager-Gehälter in der Hightech-Branche sowie der IT-Führungskräfte in Anwenderunternehmen. An der Studie beteiligten sich 105 Firmen, die zu 90 Prozent aus dem IT- und TK-Sektor kommen und zu zehn Prozent aus dem Anwenderumfeld. Die IT-Unternehmen unterteilt die Studie in die Branchen Telekommunikation, Halbleiterindustrie, Softwarehäuser, Hardware und IT-Dienstleistungen. Auf der Anwenderseite standen vor allem Konzerne der Automobil- und Zulieferindustrie, aus dem Maschinen- und Anlagenbau, Finanzdienstleister sowie Chemie- und Medienunternehmen. Abgefragt wurden die Gehälter der Bereichs-, Abteilungs- und Gruppenleiter, zusätzlich noch die der Key-Account-Manager und Vertriebler sowie der Projektleiter und in einer gesonderten Auswertung die der Unternehmensleiter.

Sieger: Key Accounter

Vergleicht man die IT-Führungskräfte-Gehälter dieses Jahres mit denen des Vorjahres, so fällt auf, dass es nur bei den Key-Account-Managern ein deutliches Plus beim Zielgehalt gab, das im Durchschnitt zweistellig wuchs. Ansonsten stiegen die Grundgehälter auf allen Hierarchieebenen im unteren einstelligen Prozentbereich. Vergleichsweise schlecht weggekommen sind die IT-Chefs in den Anwenderfirmen. So müssen die Abteilungs- und Gruppenleiter im Durchschnitt Gehaltseinbußen von zwei bis fünf Prozent in Kauf nehmen, der Projektleiter dreht eine Nullrunde. Lediglich der Bereichsleiter darf sich beim Grundgehalt über ein Wachstum von vier Prozent freuen, büßt allerdings beim Zielgehalt fünf Prozent wieder ein.

Abb: So viel verdienen IT-Führungskräfte in Deutschland 2004

Die Halbleiterindustrie zahlt das höchste Grundgehalt, die Softwarehäuser den höchsten variablen Anteil. Quelle: CW