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CDI stellt Stellenmarktanalyse 1998 vor

Firmen: Kaum Interesse an formalen Nachweisen

09.10.1998

Zwei Drittel der DV-Stellenangebote beziehen sich auf technisch orientierte Funktionen wie Software-Entwickler und -Programmierer, Systemspezialisten und IT-Berater. So spricht CDI-Geschäftsführer Jürgen Stehle "von goldenen Zeiten für System- und Anwendungsprogrammierer".Für den Großteil der ausgeschriebenen Stellen werden mittlerweile auch zahlreiche nichttechnische Qualifikationen vorausgesetzt. Immer bedeutender werden Herstellerzertifizierungen wie Microsoft Certified Systems Engineer (MCSE) oder Novell Certified Network Engineer (CNE). Bei der Jobsuche ist ein solches Zertifikat oft ein entscheidender Wettbewerbsvorteil.

Positiv gestalten sich die Aussichten für SAP-Spezialisten. So unterstreicht Stehle: "Die große Nachfrage ist ein Abbild des Marktes. Insbesondere der Siegeszug der SAP-Produktlinie R/3 hat einen Stellenboom am Arbeitsmarkt ausgelöst." Bereits 1997 stellte CDI ein um 69 Prozent höheres Job- angebot als im Vorjahr für SAP-Fachleute fest. Für dieses Jahr ergibt sich eine erneute Steigerung um 70 Prozent. Die Einführung des Euro sowie die wachsende Verbreitung von R/3 in mittelständischen Betrieben werden die Nachfrage nach SAP-Beratern noch weiter verstärken. Gut sind die Chancen auch für Abap/4-Entwickler.

Auch bei den Multimedia-Berufen kommt Bewegung in den Markt.

Multimedia-Technologien werden mittlerweile in fast allen Wirtschaftszweigen verwendet. Produktionsfirmen und Verlage, aber auch Dienstleister benötigen deshalb dringend Verstärkung durch Fachleute mit Multimedia-Know-how. Mehr als ein Drittel der Stellenanzeigen wurden von Multimedia-Agenturen ausgeschrieben. An zweiter Stelle rangieren Software- und Systemhäuser sowie Telekommunikationsunternehmen. Der Großteil der Anzeigen richtet sich an künstlerisch kreative Softwarespezialisten wie Screen-Designer, Konzeptionisten, Multimedia-Designer und Grafiker. Stehle: "Besonders Kenntnisse über HTML und Java sind am Markt gefordert."

In fast zwei Dritteln der analysierten Stellenanzeigen werden personengebundene Qualifika- tionen, sogenannte Schlüsselqualifikationen, gefordert. Hierunter fallen Eigenschaften wie Eigenaktivität, Selbstverantwortung, Leistungsfähigkeit, Flexibilität, Kreativität oder das persönliche Erscheinungsbild. In der Gruppenarbeit sind Kommunikations- und Kooperationsbereitschaft gefragt.

Tätigkeitsbezogene Faktoren sind unternehmerisches Denken und Handeln sowie die Fähigkeit, Probleme zu lösen und Entscheidungen zu treffen. Selbstverständlich hängen die Gewichtungen dieser Eigenschaften von der Firmenkultur ab. Insgesamt spielen sie jedoch eine immer größere Rolle.

Bisher existieren mehr als 100 Jobbörsen im Internet, die Arbeitsplatzsuchenden und -anbietern ein zusätzliches Informationsforum bieten. Immer öfter präsentieren Unternehmen ihre offenen Stellen auch auf der eigenen Homepage. Jede fünfte Stellenanzeige enthält eine Web-Adresse, jede zehnte gibt eine E-Mail-Adresse an.

Spitzenreiter unter den Stellenanbietern ist die IT-Branche. Diese Dominanz spiegelt sich auch in den Anzeigen wider. Über zwei Drittel der Stellenangebote weisen einen direkten IT-Bezug auf. Am häufigsten gesucht werden Software-Entwickler und Programmierer, darauf folgen Systemspezialisten und IT-Berater.

Bei vielen Stellenbeschreibungen nennen die Arbeitgeber keine formalen Ausbildungsanforderungen wie ein abgeschlossenes Hochschulstudium oder eine Ausbildung. Eine offene Formulierung der Stellenanzeigen verspricht mehr Spielraum bei der Suche nach künftigen Mitarbeitern. Manche Inserate sprechen sogar explizit Berufsanfänger oder Personen mit nur geringer Berufserfahrung an, um den Kreis der Bewerber möglichst groß zu halten. So unterstreicht Stehle: "Die allgemeine Ausbildung deckt weiterhin die traditionel- len Ausbildungseinrichtungen ab, doch für den kurzfristigen Bedarf sind andere Wege notwendig."

Wilfred Lindo ist freier Journalist in Berlin.