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01.12.2000 - 

Deutschland schneidet im internationalen Vergleich schlecht ab

Firmen verschlafen die Euro-Umstellung

MÜNCHEN (CW) - Die europäischen Unternehmen lassen sich mit ihren Plänen zur Euro-Umstellung zu viel Zeit. Vor allem öffentliche Verwaltungen und Behörden hinken hinterher. Damit verpassen die Firmen die Chance, auch ihre Geschäftsprozesse auf die neue Währung auszurichten.

Fast ein Drittel der deutschen Unternehmen und Behörden wollen erst 2002 ihre Hauswährung auf den Euro umstellen, obwohl ihnen dann finanzielle Strafen drohen. Das hat die Unternehmensberatung Cap Gemini Ernst & Young, Bad Homburg, in einer Studie festegestellt. Nur 18 Prozent der befragten Firmen nutzen die Gemeinschaftswährung bereits als Grundwährung in der Buchhaltung. Damit liegt Deutschland hinter dem europäischen Durchschnitt.

EU-weit verwenden 23 Prozent der Firmen und Organisationen schon heute den Euro, und 26 Prozent wollen erst 2002 umstellen. Vorreiter sind Österreich und Luxemburg, am weitesten zurück liegen Portugal und Griechenland. Schlimmer als in den diversen Wirtschaftsbranchen sieht es bei Behörden aus. Dort wollen noch zwei Drittel auch 2002 in der alten Währung weiterarbeiten.

Ob die Firmen, die noch bis zum Ende der Doppelwährungsphase mit der Umstellung fertig werden wollen, dies auch schaffen, ist aus Sicht der Unternehmensberater fraglich. Häufig werde der benötigte Arbeitsaufwand nämlich unterschätzt. So glauben 64 Prozent der befragten europäischen Organisationen, sie könnten ihre Projekte binnen zwölf Monaten oder schneller abschließen. Dagegen zeigen Untersuchungen der Cap-Gemini-Experten, dass die meisten Unternehmen bisher eine Umstellungsphase von mehr als einem Jahr benötigten.

Unter dem Zeitdruck leiden die Projekte schon jetzt. Nur wenige Unternehmen nutzen die Chance, ihre E-Business-Projekte mit der Währungsumstellung zu verknüpfen. Dabei seien beides Projekte, die eine Neubewertung der bestehenden Prozesse erfordern würden, stellen die Cap-Gemini-Spezialisten fest. Auf dem europäischen Marktplatz müssen viele Firmen ihre Preisgestaltung überdenken - sowohl mit Blick auf den Euro als auch unter Berücksichtigung des Vertriebs über das Internet.

Obwohl die Währungsunion schon mehrere Jahre beschlossene Sache ist, herrscht bei vielen Unternehmen in der Euro-Zone Unsicherheit in Detailfragen. So wollen 60 Prozent der Unternehmen, die mit Kreditkarten arbeiten, auch nach dem 1. Januar 2001 Zahlungen in der bisherigen nationalen Währung akzeptieren - obwohl diese dann nicht mehr existiert, außer in Form von Bargeld.

22 Prozent der Unternehmen fordern außerdem die Klärung von rechtlichen Fragen - in Deutschland ist das Informationsbedürfnis mit 14 Prozent niedrig. 28 Prozent der befragten Firmen hoffen, der Zeitplan für die Euro-Einführung werde noch einmal überdacht.