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24.11.2006

Firmengröße: klein, aber fein

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Schnelles Wachstum ist nicht unbedingt gesund. Wer seine Firma ausbauen will, muss drei Faktoren im Auge behalten: Finanzen, Produkte/Kunden und Mitarbeiter. Dr. Renate Oettinger mit den wichtigsten Tipps.

Die Größe eines Unternehmens ist bei vielen Entscheidungen ein wichtiger Aspekt: Eine große Firma hat in der Regel mehr Marktmacht, höhere Kreditlinien und mehr personelle Ressourcen als ein Betrieb geringerer Größenordnung. Doch Größe ist nicht gleich Erfolg: Oftmals haben kleine, hochspezialisierte Nischenplayer bes- sere Karten als die als unflexibel und bürokratisch geltenden Großbetriebe.

Vor diesem Hintergrund ist auch das Unternehmenswachstum zu sehen: Nicht immer ist schnelles Wachstum auch gesund. Deshalb muss die Ausweitung der unternehmerischen Aktivitäten von langer Sicht geplant, bewusst gesteuert und konsequent kontrolliert werden. Dabei kommt es auf drei Faktoren an: Finanzen, Produkte/Kunden und Mitarbeiter.

Finanzen

Eine kleine Firma, die ihr Geschäft überwiegend mit Fremdmitteln betreibt, hat auf Sand gebaut. Der geringste Umsatzeinbruch entfaltet eine ungeheure Hebelwirkung in Richtung auf das Risiko (negativer Leverage-Effekt) und kann zum Aus für den gesamten Betrieb führen. Deshalb ist ein hoher Fremdkapitalanteil eine sehr schlechte Ausgangsbasis für Expansionsbestrebungen. Wachstum sollte überwiegend aus eigenen Mitteln finanziert werden. Fehlen diese, ist es besser, weiterhin als kleine, dafür aber gesunde Firma auf dem Markt aufzutreten.

Produkte/Kunden

Gute Produkte oder Dienstleistungen sind keine "Lebensversicherung"; zum Firmenerfolg führen sie nur, wenn der Markt sie aufnimmt. Ob ein breites Leistungsportfolio besser ist als die Spezialisierung auf ein enges Segment, variiert je nach Unternehmen und speziellem Umfeld. In der Regel tut sich eine kleine Firma mit Spezialangebot und ausgewählter Zielgruppe leichter als ein - selbstverstandener - Allrounder, der den Massenmarkt bedienen will. Der "Alleskönner" hat mit den Großen der Branche zu kämpfen und ist einem oft gnadenlosen Preiswettbewerb ausgeliefert, den er allein aufgrund der schlechteren Einkaufskonditionen und Verkaufsrabatte verlieren wird. Wachstum durch Sortimentsausweitung ist daher ein gefährliches Spiel. Mit Wachstum durch Qualität auf einem überschaubaren Markt hingegen ist ein kleines Unternehmen auf der sicheren Seite.

Mitarbeiter

Kein Wachstum ohne Know-how - branchenerfahrene Mitarbeiter verstehen sich besser auf die Steuerung der Expansion als eine Belegschaft, die zwar gute Ideen hat, aber vom Markt wenig versteht. Dies betrifft vor allem den Umgang mit Bestands- und möglichen Neukunden: Gute Kundenbetreuer haben "das Ohr am Markt" und wissen, wo Bedarf besteht oder geweckt werden könnte. Wichtig ist zudem die Kontrolle des Wachstums; Controller können verhindern, dass die Firmenausweitung aus dem Ruder läuft. Sparen Sie deshalb nicht am Personal, wenn Sie sich "vergrößern" wollen.