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13.04.1990 - 

"Safety Project" will das RZ besser schützen

Firmenkonsortium vergräbt Rechenzentren im Stahltresor

STUTTGART (CW) - Je stärker das Rechenzentrum in unternehmensweite Geschäftsabläufe integriert ist, desto größer der Schaden bei einem "Super-GAU". Das Stuttgarter Firmenkonsortium "Safety Project" will jetzt das Schlimmste verhüten, indem es Rechenzentren auf mehrere Stahlröhren verteilt und etwa fünf Meter tief in die Erde versenkt.

Umweltkatastrophen, Einbruch, Terror und Sabotage, aber auch Kabelbrände, Ausfall der Klimaanlage oder elektromagnetische Strahlung, können Rechenzentren und damit nicht seiten ganze Unternehmen lahmlegen. Die Stuttgarter Gesellschaften Züblin AG, Weidleplan Consulting GmbH und Hiross GmbH sowie die Hamburger MRZ System Service GmbH bieten gemeinsam ein "Hochsicherheits-Rechenzentrum" an, das unterirdisch installiert wird und auf der Idee der Hardwareaufteilung beruht.

"Da sich kaum jemand ein zweites Rechenzentrum leisten kann, wollen wir eine andere Alternative bieten: Wir teilen die vorhandene Hardware auf - egal, ob es sich um ein Ein- oder ein Mehrrechnersystem handelt", erläutert MRZ-Geschäftsführer Alois Philipp. Auf diese Weise könne immer nur eine definierte Größenordnung ausfallen, die schnell zu ersetzen sei.

Notfallübungen sind ebenfalls vorgesehen

In mehreren unterirdisch installierten, röhrenförmigen Maschinenschutzräumen aus Stahl wird das gesamte Computersystem mit Datenübertragungseinrichtungen, Speichersystemen, Stromversorgung und Datenarchiven untergebracht. Das Rechenzentrum ist unter anderem mit DV-Doppelböden, redundanter Klimaanlage, Einbruch- und Brandmeldesysteme, automatischer Löschanlage und getrennten Stromkreisen ausgestattet.

Zur Installation des Rechenzentrums gehört ein Service-Angebot, auf das die Hersteller besonders stolz sind. Darin inbegriffen sind Unterstützung bei Test und Inbetriebnahme, Technische Beratung, Inspektion und Wartung, Sicherheits-Schulung, regelmäßige Überprüfungen, Notfallübungen und eine langfristige Betreuung der Kunden bei Sicherheitsfragen.

Zuversichtlich zeigen sich die Anbieter hinsichtlich der Vermarktung. Laut Diebold-Studie gebe es in Deutschland etwa 8000 installierte Großrechnersysteme und damit mindestens 4000 potentielle Kunden. Ob allerdings die Hoffnungen der Anbieter berechtigt sind, ist fraglich. Noch vor wenigen Jahren war das Interesse an Daten- und RZ-Sicherheit verschwindend gering, wie 1987 eine Studie von Arthur Andersen gezeigt hat. 80 Prozent aller mittelständischen Unternehmen waren für einen GAU nicht gerüstet und 42 Prozent hatten noch nicht einmal einen Notplan für den Fall eines RZ-Ausfalls.