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23.06.1989 - 

Peking will den gesamten Telekomverkehr Überwachen, aber:

Firmennetze durchdringen den Bambusvorhang

FRAMINGHAM (IDG/bk) - In China versucht die Regierung mittlerweile, den gesamten elektronischen Kommunikationsverkehr zu überwachen. Auf diese Weise will sie den Informationsfluß über die Landesgrenzen hinaus verhindern, aber auch an der Demonstration Anfang Juni beteiligte Studenten sowie Ihre Anhänger aufspüren.

Nach den blutigen Auseinandersetzungen zwischen chinesischen Studenten und der Regierung tobt jetzt ein "Informationskrieg" im Reich der Mitte. Um die Studenten daran zu hindern, weitere

Informationen über das Blutbad in Peking und die nachfolgende Verhaftungswelle weltweit zu verbreiten, versucht die chinesische Regierung nun, die internationalen Telefonverbindungen zu kappen. Darüber hinaus hat sie begonnen, lokale Datenbanken zu nutzen, um weitere Dissidenten und Konter-Revolutionäre ausfindig zu machen.

In den USA hingegen bemühen sich chinesische Studentengruppen und das China Information Center (CIC), Auburndale/Massachusetts, mit Hilfe von E-Mail und Telefondiensten an neue Informationen über die Situation im Reich der Mitte zu gelangen. Vor allem das CIC setzt derzeit alles daran, seine Aktivitäten verstärkt zu computerisieren und den Telefondienst zu verbessern. Hilfestellung leisten dabei auch Unternehmen wie AT&T, New England Telephone, Lotus Development, Ashton-Tate und Compuserve.

Von größter Wichtigkeit aber ist laut Gordon Schultz, Direktor des Walker Ecumenial Exchange Centers, der Aufbau einer Datenbank "Als viele Demonstranten verhaftet wurden und verschwanden, gingen fortwährend Anfragen bei uns ein, wer wen, wann und wo gesehen hat. " Zudem soll die Datenbank wie auch das Aufzeichnen von Telefonaten dazu dienen, Beweise zu haben, falls die Urheber des, Blutbades von Peking jemals international zur Rechenschaft gezogen werden.

Darüber hinaus sucht das China Information Center auch nach Möglichkeiten, Informationen nach China zu schaffen. Aufgeben mußte man die Datenübertragung per Telefax. Zu groß ist inzwischen die Gefahr, daß der angefaxte Teilnehmer in China sofort verhaftet wird. "Seitdem jede elektronische Kommunikation staatlich überwacht wird, müssen wir jeden anderen sich bietenden Weg der Verbindung nutzen", so Gordon Schultz. Dazu gehört, auch, die weltweiten Netzwerke von multinationalen Unternehmen in Anspruch zu nehmen, die Büros oder Niederlassungen in China haben. So seien bereits Augenzeugenberichte von den Geschehnissen Anfang Juni über das Netzwerk eines großen Computerherstellers in die Welt gegangen.