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28.06.2005

FJH räumt die Bilanz auf

Der Anbieter von Versicherungssoftware hat sich von Firmenbestandteilen und einem Teil seiner Führungsmannschaft getrennt.

Als Reaktion auf die anhaltende Schwäche im Versicherungsmarkt hatte FJH bereits Mitte 2004 einen klaren Schnitt gemacht und ein umfangreiches Restrukturierungsprogramm auf den Weg gebracht. Dabei trennten sich die Münchner nach nicht einmal zwei Jahren wieder von der auf Altersvorsorge spezialisierten Kölner Beratungsfirma Heubeck AG. Einschließlich der knapp 80 Heubeck-Angestellten reduzierte FJH die Zahl der Mitarbeiter um ein Drittel auf 667.

Wie die nun vorgelegten Zahlen ergeben, verursachten die Restrukturierungsmaßnahmen einmalige Sonderaufwendungen von rund drei Millionen Euro. Weitere Spezialausgaben in Höhe von 17,6 Millionen Euro fielen für Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Verkauf der Heubeck AG an. Ein weitaus größeres Loch in die Bilanz riss allerdings die Neubewertung der Projekte.

Die nun deutlich konservativere Bewertung nach dem Bilanzierungsstandard IFRS führte laut FJH zu einer Wertberichtigung von rund 66 Millionen Euro innerhalb der Bilanzposition "Forderungen". Unter dem Strich trugen diese Maßnahmen dazu bei, dass das Unternehmen 2004 einen Verlust in Höhe von 122,5 Millionen Euro verbuchte. Im Vorjahr hatte FJH noch einen Nettogewinn von 4,3 Millionen Euro erzielt. Außerdem schrumpfte der Umsatz gegenüber dem Vorjahr von 120,1 Millionen auf 67,7 Millionen Euro.

Mittlerweile hat das Unternehmen nach eigener Einschätzung das Schlimmste hinter sich. "Der bisherige Verlauf des Jahres 2005 zeigt, dass die eingeleiteten Maßnahmen erste Wirkung zeigen", erklärte das Softwarehaus. Im ersten Quartal sei vor Steuern und Zinsen voraussichtlich ein positives Ergebnis erzielt worden.

Wandelanleihe bringt Geld

Auch die finanzielle Situation entspannt sich. Allein 7,9 Millionen Euro brutto soll eine Wandelanleihe in die Kassen spülen, für die ein nicht genannter Großinvestor garantiert. Branchenspekulationen zufolge handelt es sich dabei um den neuen Hauptaktionär Karl Kalmund. Der Partner der Münchner Beteiligungsgesellschaft Global Partners hält eine Beteiligung von 15,8 Prozent an FJH, nachdem ihm die beiden Firmengründer Manfred Feilmeier und Michael Juncker je 650000 Anteile übertragen haben. FJH will zudem eine Kapitalerhöhung mit einem Volumen von sechs bis sieben Millionen Euro mit Bezugsrecht vornehmen. Rund 2,6 Millionen Euro brachte dem Unternehmen im Juni die Abtretung der Sourcecode-Rechte an dem Bestandsverwaltungssystem bei der BHW Leben in die Kasse. Die Wartung und Weiterentwicklung des für den Versicherer erstellten Systems soll auf dessen Wunsch nun die Brain Force Financial Solutions AG (ehemals NSE AG) übernehmen. Mit dem Projekt trennt sich FJH auch von bis zu 18 Mitarbeitern, die zu der Tochter des österreichischen Softwarehauses wechseln.

Auskunft darüber, wie es mit FJH weitergehen soll, wird der neue Vorstandsvorsitzende Ulrich Korff auf der Bilanzpressekonferenz am kommenden Dienstag geben. Der frühere Chef der Hamburger Pensionata AG übernahm mit der Vorlage des Jahresabschlusses für 2004 planmäßig den Vorstandsvorsitz von Manfred Feilmeier (siehe Seite 4: "Menschen"). (mb)