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DV-Karrieren im internationalen Umfeld (Teil 2): Schlumberger

Flache Hierarchie - und vom ersten Tag an im Ausland tätig

31.05.1991

MÜNCHEN (hk) - Kosmopolitische Einstellung fachliche Qualifikation und selbständiges Arbeiten stehen als Anforderungen obenan wenn Berufseinsteiger bei Schlumberger eine internationale Kariere starten wollen. Der Auslandseinsatz kann gleich am ersten Tag beginnen.

Der Wertewandel macht Unternehmen zu schaffen. Berufseinsteiger wollen einen attraktiven Arbeitsplatz, die Arbeit muß Spaß machen, und gute Karrieremöglichkeiten sollte es im Unternehmen auch geben. Viele Arbeitgeber tragen dieser Entwicklung bereits Rechnung und sind auch bereit, sich auf die neue Situation einzustellen.

Ein Beispiel dafür ist die Schlumberger Holding GmbH in München, Tochter eines weltweit agierenden Konzerns, unter anderem im CAD/CAM-Bereich. Personalchef Bernd Wolf kennt die neue Generation der Hochschulabsolventen: "Den Berufseinsteigern muß man im Unternehmen eine konkrete Perspektive anbieten." Sein Unternehmen lege großen Wert darauf, daß Mitarbeiter frühzeitig Verantwortung übernehmen.

Bei ihm werde man nicht erst Untergruppen-, dann Hauptgruppenleiter, und es sei auch nicht wie bei Banken oder Versicherungen, wo man erst nach fünf Jahren eine verantwortungsvolle Position erhalte.

Als großen Vorteil seines Unternehmens schätzt Wolf die Internationalität ein. Vom ersten Tag an könne der Bewerber bei einer Tochterfirma im Ausland arbeiten. Voraussetzung dafür seien, neben einem passablen Studienabschluß in Informatik oder Ingenieurwesen gute Englischkenntnisse. Als jüngstes Beispiel nennt Wolf den Fall eines deutschen Elektrotechnik. Absolventen, der jetzt bei Schlumberger in England arbeitet.

"Wir sind auf den Binnenmarkt bestens vorbereitet", verkündet der Schlumberger-Personalchef selbstbewußt. Sein Konzern sei auf Firmenkontakt messen in wichtigen Städten Europas vertreten, und so habe man gute Vergleichsmöglichkeiten über den Stand der Qualifikation in den einzelnen Ländern.

Wie den meisten Personalchefs in dieser Republik ist auch Wolf das hohe Alter der bundesdeutschen Absolventen ein Dorn im Auge. Während die Deutschen im Durchschnitt mit 28 Jahren die Hochschule verließen, seien die Engländer ganze 21 Jahre alt und die Franzosen etwa 25.

Auch von den Studieninhalten her gäbe es frappante Unterschiede. Für Wolf ist zum Beispiel die Ausbildung in England "ein bißchen zu oberflächlich". Die Bewerber hätten einfach nicht den Kenntnisstand, den ein Bewerber aus einem anderen europäischen Land mitbringt.

Die Franzosen brächten eine gute Qualifikation mit - vor allem die Absolventen von Elite-Anstalten -, "aber die haben wenig Ahnung von der Praxis".

Am begehrtesten seien jedoch die deutschen Absolventen. Sie sind im Konzern deshalb so beliebt, weil sie "sehr gute theoretische Kenntnisse mitbringen, und gleichzeitig auch Praxiserfahrung schon in Ansatzpunkten besitzen", nämlich durch die Praktika, die hier im Studiengang vorgeschrieben seien.

Ein weiterer Punkt, warum hiesige Techniker so gefragt sind, so Wolf, ist "ein positives Vorurteil gegenüber den Deutschen, die als besonders tüchtig, fleißig, ehrgeizig und motiviert gelten". Unabhängig davon, ob es stimmt oder nicht, "die werden so eingeschätzt, und wenn man so eingeschätzt wird, dann bemüht man sich auch besonders".

Als zusätzlichen Vorteil der deutschen Informatiker und Ingenieure sieht Wolf deren Fremdsprachenkenntnisse.

Auch wenn hierzulande oft die Fähigkeit der Absolventen bezweifelt wird, in anderen Sprachen zu kommunizieren, so hat der Münchner Personalchef eindeutig die Erfahrung gemacht, daß die Deutschen mit ihren Kenntnissen nicht schlecht dastehen.

Wolf faßt die Pluspunkte seines Unternehmens wie folgt zusammen: internationale und vielfältige berufliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten sowie flache Hierarchie mit viel Transparenz und die Möglichkeit, früh Verantwortung zu übernehmen.

Weltweit tätig, aber überschaubar

Schlumberger beschäftigt weltweit fast 50 000 Mitarbeiter und ist in 90 Ländern aktiv. Der Jahresumsatz des Konzerns beträgt weltweit etwa fünf Milliarden Dollar. Schlumberger in Deutschland erreicht mit 1000 Beschäftigten einen Umsatz von 300 Millionen Mark.

Die Ursprünge des amerikanischen Konzerns liegen in der Öl- und Gasexploration. Das zweite Standbein liegt auf dem Gebiet der elektronischen Meß- und Testsyteme sowie im CAD/CAM-Bereich.

Durch die dezentrale Konzernstruktur vereint Schlumberger nach eigenen Angaben die Vorteile eines mittelständischen Unternehmens, also Überschaubarkeit und persönliche Atmosphäre, mit den Vorteilen eines internationalen Konzerns, das heißt hohe Arbeitsplatzsicherheit und wirtschaftliche Stabilität. Einstiegsmöglichkeiten gibt es in der Entwicklung, im Marketing und Vertrieb sowie im Service und der Produktion.

Das Unternehmen bietet in der Bundesrepublik für Ingenieur- und Informatikstudenten 30 und im Ausland 250 Praktikantenplätze sowie Diplomandenstellen. Das Gehalt der Berufseinsteiger liegt bei 56000 bis 62 000 Mark pro Jahr.