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15.06.1984 - 

Preissenkungen und neue Mlkromodelle für den US-Markt:

Flaue Nachfrage blockiert IBM PC-Geschäft

NEW YORK (CW) - Preisesenkungen zwischen 18 und 23 Prozent nahm die amerikanische IBM Corp. für Ihre "Personal Computern" (PC) vor. Von Walllstreet-Analytilkern vermuteter Grund: Die Läger seien mit den PC Modellen vorgestopft, die Nachfrage schleppend. Parallel zu der Preisaktion gab der Rechnerriese neue PC-Modelle für den US-Vertrieb frei.

Der Einstieg in der EBM-Mikrowelt kostet jetzt noch knapp 2000 Dollar. Dafür bekommt der Käufer einen PC mit 256-KB-Hauptspeicher (das Vierfache der bisherigen Basisversion) sowie einem Diskettenlaufwerk. Bei der Peripherie sollen die Preisreduzierungen noch stärker ausfallen.

Nachdem Analysten erstmals vor knapp zwei Wochen öffentlich ihre Vermutungen, die PC-Preise könnten reduziert werden, geäußert hatten, fiel die IBM-Aktie um fast drei Punkte auf 105,4 Dollar.

Aharon Orlansky, Analyst bei Sutro & Co. in San Franzisko, hielt es für unwahrscheinlich, daß IBM seine Absatzziele mit zwei Millionen verkauften PC-Einheiten in 1984 erreichen könne und sah daher eine Preisreduktion um rund 25 Prozent voraus. Auch Ulric Weil sah für IBM nur zwei Alternativen: Rücknahme der Produktion oder Preissenkung. Angesichts der aggressiven Marktstrategie von IBM bezweifelte Weil allerdings, daß die Produktion zurückgenommen wird und hielt für wahrscheinlicher. Er verwies dabei auf eine

von IBM-Präsident Akers, der Anfang des Jahres eine Verdreifachung der Produktion der gesamten PC-Familie von IBM zugesichert habe. Daß der IBM-Konkurrent Apple seine Modelle lIe und Ilc ohne jeglichen Preisnachlaß offensichtlich sehr gut verkauft, schreibt Weil der Marketingpolitik von Apple zu.

Andere Marktanalytiker wie Peter Labe (Smith Barney Harris Upham) haben IBM von der Liste der von ihnen empfohlenen Werte gestrichen. Labe meint, daß das von der Europäischen Gemeinschaft gegen IBM angestrengte Antitrustverfahren zuungunsten von Big Blue ausgeht. Im Gegensatz zu Labe prognostiziert Michael Geran (E. F. Hutton) jedoch keine negativen Anmekungen auf die IBM-Grewinnentwicklung aufgrund der Preisreduzierungen beim PC.

Nach Angaben der IBM Corp. werden die billigeren PC-Varianten wie auch die neuen XT-Modelle ab Juli verfügbar sein. Die 256-KB-Version des XT wird rund 4400 Dollar kosten. Alle PC-Systeme lassen sich jetzt auf 640 KB ausbauen.

Ein Sprecher der Stuttgarter IBM Deutschland wertete die Preissenkungen auf dem amerikanischen Markt lediglich als "Nachvollzug" der Preisentwicklung auf dem deutschen Markt. Hier hatte die IBM bereits Anfang März die Verkaufspreise zurückgenommen.