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Flaute in Japan soll schuld sein


15.01.1999 - 

Flaute in Japan soll schuld sein SAP überrascht den Finanzmarkt mit massivem Gewinneinbruch

MÜNCHEN (CW) - Mit enttäuschenden Ertragszahlen für 1998 sorgte SAP zum Jahresbeginn für schlechte Stimmung an der Börse. Trotz eines Umsatzplus von 40 Prozent auf 8,4 Milliarden Mark schrumpfte das Vorsteuerergebnis von den versprochenen 30 bis 35 Prozent auf 15 Prozent beziehungsweise 1,4 Milliarden Mark zusammen.

Die SAP hatte in der vergangenen Woche die Vorabzahlen für 1998 veröffentlicht und dabei den Gewinn vor Steuern drastisch nach unten korrigieren müssen. Wie der SAP-Vorstand mitteilte, gingen die unbefriedigenden Ergebnisse in erster Linie auf das Konto der derzeitigen Wirtschaftskrise in Japan, die allein im vierten Quartal 1998 Umsatzausfälle von 200 Millionen Mark verursachte. Vorstandssprecher Henning Kagermann räumte dabei ein, die wirtschaftliche Entwicklung auf dem Inselstaat zu spät erkannt zu haben. Die Probleme in Japan will das Unternehmen nun mit Restrukturierungsmaßnahmen in den Griff bekommen.

Zur Asienkrise kam ein Ertragsausfall von 40 Millionen Mark im gebeutelten Rußland, wo man mittlerweile die Umsätze nicht mehr bei Vertragsabschluß, sondern nur noch bei Zahlungseingang verbuche. In Europa hingegen könne das Unternehmen laut Kagermann eine Wachstumsrate von 50 Prozent, in den USA von 40 Prozent vorweisen. Dies sei für ihn ein Beleg dafür, daß es keine generelle Verlangsamung des Marktwachstums für Standardsoftware gebe. Vielmehr rechne er auch für 1999 mit Steigerungsraten von 20 bis 25 Prozent. Genauere Angaben zu den Zahlen für 1998 will SAP am 26. Januar veröffentlichen. So sind in den vorgelegten Geschäftszahlen unter anderem noch nicht die Umsatzabstriche durch das Mitarbeiterbonusprogramm "Star" berücksichtigt, für das bis September 1998 rund 44 Millionen Mark zurückgestellt wurden. Nach Veröffentlichung der Ergebnisse gaben die SAP-Vorzüge letzte Woche um 17 Prozent nach und bremsten einen weiteren Anstieg des Deutschen Aktienkurses (Dax). Die Talfahrt der SAP-Aktie begann jedoch nicht erst jetzt, sondern bereits nach ihrem Höchststand von 677 Euro im August 1998, worauf sie bis auf 286 Euro sank und zuletzt mit 310 Euro notiert wurde (Stand 12.1.99). Finanzexperten, die vermutet hatten, daß Anbieter von betriebswirtschaftlichen Standardsoftware derzeit kaum noch von Panikkäufen Jahr-2000-geschädigter Anwender profitieren, sehen sich nun bestätigt. Investi- tionsentscheidungen werden vielmehr aus Zeitmangel verschoben. Die meisten Marktbeobachter erwarten aber, daß es sich bei den Einbußen nur um ein kurzzeitiges Phänomen handelt und das Geschäft nach dem Jahr 2000 wieder anzieht.