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07.09.2007

Flexibel und anpassbar

Björn Lorenz
Bei Geschäftsprozessen kommen vermehrt Branchenlösungen zum Zuge. Dabei profitieren die Unternehmen von niedrigen Projektkosten. Gemeinsam mit rund 300 Branchen-Entwicklungspartnern gehört Microsoft seit vielen Jahren zu den Trendsettern, meint Björn Lorenz.

Lange Jahre haben mittelständische und große Betriebe in Sachen Unternehmenssoftware auf Individuallösungen gesetzt. Verständlich, denn schließlich geht es bei IT-Projekten vor allem darum, mit optimierten Geschäftsprozessen Wettbewerbsvorteile zu erzielen. Doch der Preis für den Maßanzug war hoch und langfristig kaum tragbar: So ging den zumeist kleineren Softwarehäusern beim Versuch mit der rasanten technischen Entwicklung mitzuhalten, zuletzt immer häufiger die Puste aus.

Die Folge: hohe Wartungs- und Pflegekosten, veraltete Systeme und der praktische Ausschluss vom technischen Fortschritt. Schlimmstenfalls verschwanden die Anbieter oder sie kündigten den Servicevertrag. Doch die Wirtschaft hat aus der brenzligen Situation gelernt. Heute rangieren bei Softwareprojekten Aspekte wie langfristige Investitionssicherheit, niedrige Gesamtkosten und die Unabhängigkeit von einzelnen Softwarepartnern ganz oben auf dem Wunschzettel. Der Weg dorthin führt über das Zauberwort "Standardtechnologie".

Nah am Standard bleiben

Ein Widerspruch zur Forderung nach betriebsspezifischen Geschäftsprozessen? Nur auf den ersten Blick. Branchenlösungen verknüpfen individuelle Arbeitsabläufen mit einem weiteren wichtigen Faktor: Investitionssicherheit. Sie setzen darauf, dass die Prozesse bei Unternehmen einer Branche oft gleich oder zumindest sehr ähnlich sind. Tatsächlich sind es häufig nur Nuancen, die beispielsweise den Kassiervorgang bei Tengelmann von dem bei Karstadt unterscheidet.

Eine Branchenlösung liefert Unternehmen eines Wirtschaftszweigs auf ihren Bedarf zugeschnittene Standardfunktionen. Das bedeutet nicht, dass sie hundertprozentig passt, doch der Umfang individueller Anpassungen lässt sich so deutlich reduzieren. Zu den ERP-Anbietern, die von Anfang an auf Branchenlösungen setzten, gehört Microsoft. Die kaufmännischen Anwendungen Dynamics NAV, AX und CRM werden in Deutschland von über 300 Channel-Partnern vertrieben.

Die sind nicht nur für den Lizenzverkauf zuständig, sondern auch für die Entwicklung von Branchenlösungen. "Die meisten unserer Partner sind seit vielen Jahren in ihrem Umfeld tätig. Sie kennen die Bedürfnisse ihrer Kunden und können ihr Know-how auf diese Weise optimal einbringen", unterstreicht Robert Helgerth, Mittelstandschef bei Microsoft Deutschland, die Bedeutung dieser Branchenpartner.

So brauche man einem Handelsunternehmen nicht erst die Berechnung von Handelsspannen zu erklären, was die Implementierung deutlich beschleunige. Das bestätigt auch Frank Naujoks vom Marktanalysten IDC: "Eine Branchenlösung deckt in aller Regel mindestens 80 Prozent der Anforderungen ab und verringert dadurch Anpassungsaufwand und Kosten."

Sichere Sache

Würde man eine typische Microsoft-Dynamics-Installation vertikal durchschneiden, wäre die Fläche dreigeteilt: ganz unten Standardmodule wie Finanzbuchhaltung oder CRM als tragende Säulen, in der Mitte die Branchenlösung und an der Spitze die wenigen betriebsspezifischen Anpassungen. Derzeit gibt es für die drei Microsoft-Dynamics-Anwendungen NAV, AX und CRM über 400 Spezial- und Branchenlösungen für mehr als 65 verschiedene Wirtschaftszweige. Über 150 dieser Lösungen wurden durch ein unabhängiges Testinstitut evaluiert.

Zu den Besonderheiten des Branchenprogramms von Microsoft gehört dabei der strenge Zertifizierungsprozess. "Jede Branchenlösung wird von uns genauestens überprüft, bevor wir sie in unseren Solution Finder aufnehmen. Zudem müssen mindestens zwei Kundenreferenzen oder ein Softwaretest vorliegen. Durch diese Maßnahmen sichern wir die Marktreife und Update-Fähigkeit der Branchenlösungen" erklärt Robert Helgerth, Mitglied der Microsoft-Geschäftsleitung.

Beispiel Maschinenbau

Ein Unternehmen mit einer ganz speziellen Branchenlösung ist die Lauffer Maschinenfabrik aus Horb im Schwarzwald. Der Maschinenbauer entwickelt Anlagen für Pulverdichtung, Metallumformung und Laminiertechnik. Als man im Juni 2003 eine neue Unternehmenssoftware suchte, stand die lückenlose Integration aller Programmkomponenten im Mittelpunkt. Das Rennen machte am Ende Microsoft Dynamics NAV in Kombination mit der Branchenlösung "amProject" von Amball Business Software.

"Mithilfe der Branchensoftware konnten wir die Implementierungszeit deutlich verkürzen. Der Standardanteil liegt bei circa 90 Prozent", unterstreicht Walter Meier, Mitglied der Geschäftsleitung bei Lauffer. Microsoft-Partner Amball hilft dem Betrieb, die Verfügbarkeit der Komponenten zu prüfen und Subunternehmer in den Wertschöpfungsprozess einzubinden.

Ähnlich war die Ausgangssituation bei der InTiCom Systems AG. Der Elektronikkonzern produziert unter anderem DSL-Splitter für die Telekommunikationsbranche. Neue Anforderungen wie die Chargenverfolgung ließen sich mit der vorhandenen Software nicht umsetzen. Heute arbeitet das Unternehmen mit einer Kombination aus Microsoft Dynamics NAV und der Branchenlösung "Bay-2" von Bay-Soft.

"Das Softwarehaus konnte bereits bei der ersten Präsentation mit einem integrierten System aufwarten, das unseren Vorstellungen sehr nahe kam", begründet Dieter Schopf, Vorstand der InTiCom Systems AG, die Entscheidung. Inzwischen wird jedes Bauteil mit Barcode und eigener Nummer versehen und ist bei Servicefällen eindeutig zu identifizieren.

Nicht nur in der Industrie, auch im Handel steigt die Bedeutung von Branchenlösungen. Ein gutes Beispiel ist der Einkaufs- und Werbeverbund Opticland GmbH, dem deutschlandweit 25 Optiker mit 420 Filialen angehören. "Jeder unserer Partner arbeitete mit einem anderen System. Dadurch fehlte uns der Durchblick", beschreibt Opticland-Geschäftsführer Dieter Nanzig die Ausgangssituation. Seit Januar 2006 stellt der Verbund die angeschlossenen Filialen schrittweise auf Dynamics NAV um. Die Einzelhandelslösung "LS Retail" des Microsoft-Partners Cabus wurde dabei um spezielle Funktionen für Optiker erweitert.

Auch Opticland profitiert von der Integration aller Module. "Durch die Einbindung der Kassen lassen sich Verkäufe direkt in die Finanzbuchhaltung übernehmen. Unseren Partnern stehen jetzt aktuelle Zahlen zur Verfügung", begründet Nanzig seine Wahl.

Es gibt kaum noch ein Unternehmen, das bei ERP-Projekten eine fehlende Branchenausrichtung oder Integrationslücken durchgehen lässt. Um die Implementierungskosten dennoch in einem akzeptablen Rahmen zu halten, sind Branchenlösungen der beste Weg. Sie erweitern den Standardumfang, verkürzen die Implementierungszeit und sorgen für langfristige Investitionssicherheit.

Microsofts Strategie, die Entwicklung branchenerfahrenen Partnern zu überlassen, ist geschickt: Sie sind näher am Markt und können schnell auf neue Anforderungen reagieren. Der strenge Zertifizierungsprozess und die Bestandsgarantie für die Software geben Unternehmen die erforderliche Perspektive.