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23.09.1994 - 

Gastkommentar

Flexible Teilzeitarbeit ist ein Gewinn fuer unsere Gesellschaft

Die Unternehmensberatung McKinsey & Company hat juengst in einer Studie das Potential der flexiblen Arbeitszeitverkuerzung dargestellt. Unter dem Motto "Teilen und Gewinnen" dokumentiert McKinsey sehr eindrucksvoll, wie man allein durch solche neuen Arbeitszeitformen fast zwei Millionen neue Teilzeitarbeitsplaetze schaffen kann und sich die Produktivitaet in deutschen Unternehmen gleichzeitig um 20 Prozent steigern laesst.

Mehr Produktivitaet erreicht man zum Beispiel durch die Reduktion der Fehlzeitenquote, die besonders montags und nach Feiertagen hoch ist und deren Grund haeufig in Ueberbelastung und geringer Motivation der Mitarbeiter zu suchen ist.

Durch den Uebergang auf einen Vier-Stunden-Rhythmus im Schichtbetrieb kann die Ausschussquote um 50 Prozent gesenkt werden.

Eine geringere Kapitalbindung fuer das Anlagevermoegen und eine laengere Betriebsnutzungszeit laesst die Produktivitaet ebenso steigen wie eine Senkung der Personalkosten, durch das Auffangen saisonaler Beschaeftigungsschwankungen.

Als einer der ersten hat der Daimler-Benz-Konzern erklaert, die Teilzeitquote in den naechsten fuenf Jahren auf rund fuenf Prozent der Belegschaft zu verdoppeln. Die gesamte deutsche Wirtschaft ist im Umbruch, und es lohnt sich in allen Wirtschaftszweigen und auf allen gesellschaftlichen Ebenen ernsthaft ueber neue Arbeitszeitformen nachzudenken.

Gewinnen koennen jedoch nicht nur Unternehmen und Arbeitnehmer, sondern auch der Staat. Die oeffentlichen Haushalte werden nicht unerheblich entlastet, wenn neue Arbeitsplaetze geschaffen beziehungsweise vorhandene gesichert werden.

Wenn sich - aehnlich wie in den Niederlanden - die oeffentlichen Arbeitgeber als Vorreiter betaetigen, laesst eine breitere Akzeptanz in der Bevoelkerung sicher nicht lange auf sich warten.

Grundsaetzlich ist die rechtliche Gleichstellung von Voll- und Teilzeitarbeitnehmern in Deutschland bereits relativ weit fortgeschritten. Trotzdem gibt es von seiten der Arbeitgeber noch Anforderungen an gesetzliche Aenderungen von Vorschriften, die sich an der Mitarbeiterzahl und nicht an der Mitarbeiterkapazitaet orientieren. Beispiele dafuer sind die Groesse des Betriebsrats oder die Schwerbehindertenquote.

Soll die Einfuehrung von flexibler Teilzeitarbeit gelingen, so stellt das auch neue, ungewohnte Anforderungen an die Personalabrechnungs- und Personalzeitwirtschafts-Systeme. Viele der installierten Systeme sind schon mehr als zehn Jahre im Einsatz und koennen solche Arbeitszeitformen nicht effektiv verwalten. Der erwartete Produktivitaetsgewinn darf jedoch nicht in der Administration wieder aufgefressen werden. Selbstgestrickte Software wird diese neuen Arbeitszeitformen nicht verwalten koennen, und es macht oft auch keinen Sinn, solche Individualloesungen "aufzubohren", da zu erwarten ist, dass die Flexibilisierung sehr schnell voranschreitet. So steht eine Modernisierung oder auch die Abloesung aelterer Systeme in vielen Unternehmen zwingend an.

Anbieter, die nicht die Kraft haben, eine Neuentwicklung zu finanzieren, werden wohl vom Markt verschwinden, denn auch Standardsoftware, die bereits in die Jahre gekommen ist, laesst sich kaum noch an diese zukunftsorientierten flexiblen Modelle anpassen.

Was muss ein modernes Personalzeitwirtschafts-System heute leisten?

Es muss nicht nur jedes auch noch so exotisch anmutende Arbeitszeitmodell abbilden, sondern darueber hinaus folgende Anforderungen erfuellen:

- Die konsequente Nutzung von Standards wie Unix, einer relationalen Datenbank mit SQL und Vernetzung ueber TCP/IP.

- Die Einbindung in die vorhandenen Netzwerke und Endbenutzerumgebungen muss durch Client-Server-Architektur gewaehrleistet sein. Optimale Nutzung der Rechenleistung eines Unix-Servers und einfachste Bedienung ueber die Windows-Oberflaeche sind Voraussetzung.

- Zeiterfassungsterminals sollen nicht zuletzt Informationsterminals fuer den Mitarbeiter sein, an denen er seine verschiedenen Zeitsalden, Langzeit- und Urlaubskonten abrufen kann.

- Dem Management muessen verdichtete Informationen ueber die verschiedenen Zeitguthaben sowie Personalueber- oder - unterbelastung jederzeit abrufbar zur Verfuegung stehen, um die richtigen unternehmerischen Entscheidungen zu treffen.

- Sehr wichtig ist auch, dass die Uebergabe aller Zeitdaten an das Personalabrechnungs-System automatisch erfolgt.

Flexible Teilarbeitszeit wird fuer Unternehmer, Arbeitgeber und den Staat ein Gewinn und fuer unsere Gesellschaft in naher Zukunft unabdingbar sein.