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06.05.1994

Flexiblere Lizenzvergabe angestrebt Office-Pakete: Nach der ersten Euphorie folgt Enttaeuschung

FRAMINGHAM (IDG) - Zahlreiche IT-Manager wuerden ihre Entscheidung fuer ein Office-Paket inzwischen gerne revidieren. Versteckte Kosten fuer Support und Wartung lassen die Vorteile des urspruenglich guenstigen Anschaffungspreises dahinschmelzen. Die Hersteller denken nun ueber flexiblere Loesungen nach.

Die in sogenannten Suites zu einem umfassenden Bueropaket gebuendelten Standardapplikationen erleben mittlerweile eine Hochkonjunktur. Marktforscher der IDC Corp. haben ausgerechnet, dass sich der Absatz im vergangenen Jahr verdoppelt hat; der Umsatz mit diesen Produkten betrug demnach etwa eine Mil- liarde Dollar. Um den Kuchen wetteifern Branchengroessen wie Microsoft, Lotus, Borland und Wordperfect.

Was die IDC-Studie allerdings auch herausgefunden hat: Mehr als die Haelfte aller Unternehmen, die Suite-Anwendungen gekauft haben, sind inzwischen misstrauisch oder gar veraergert ueber ihre Loesung. Unflexible Lizenzierungspolitik, erhoehte Kosten beim User-Support sowie aufwendige Softwarewartung besonders bei modulweise durchgefuehrten Updates lauten die Vorwuerfe.

Stein des Anstosses bei Lizenzen und Updates

Neben der oft bemaengelten Lizenzvergabe ist nun auch die Update- Praxis ins Kreuzfeuer der Kritik geraten. So aeusserte Lotus zwar die Absicht, "Smartsuite" kuenftig als Gesamtpaket zu aktualisieren, bis jetzt wurden die fuenf Komponenten 1-2-3, Ami Pro, CC:Mail, Freelance und Organizer jedoch immer nur einzeln ausgetauscht. Juengstes Beispiel in dieser Hinsicht ist Microsoft: Das schrittweise durchgefuehrte Update von "MS-Office" mit Winword 6, Excel 5, Access 2 und Powerpoint 4 ist immer noch nicht ganz abgeschlossen. Selbst wenn der Anwender der juengsten Office- Version einen Gutschein fuer das kostenlose Update der noch ausstehenden Komponenten erhaelt - die wiederholte netzweite Installation bleibt ihm ueberlassen.

Einige Anbieter wollen sich nun wenigstens des Problemfeldes Lizenzen annehmen, zumal wenn es sich um hohe Stueckzahlen bei Grosskunden handelt. Wordperfect beispielsweise moechte in den kommenden drei Monaten Plaene zu einem bedeutend flexibleren Software-Bundling vorstellen. Der von Novell aufgekaufte Textverarbeitungsspezialist, der mit seinen Kunden bei der Lizenzvergabe bislang ohnehin sehr grosszuegig umging, will noch in diesem Jahr ein Office-Paket auf CD-ROM ausliefern. Entscheidend daran ist, dass der Anwender statt der Komplettloesung nur die individuell benoetigte Applikation laden kann. Er zahlt also nicht fuer das gesamte Anwendungspaket, wenn er lediglich Teile daraus benoetigt.

Einen anderen Weg geht Microsoft mit dem "Open License Pak", einer gestuften Lizenzvergabe, die in Gruppen von 100, 500 und 1000 Anwendern einteilt. Dieses Angebot habe sich fuer die Suite-Loesung gerade bei Grosskunden bewaehrt, so Microsoft-Manager Dwayne Walker. Etwa die Haelfte der im vergangenen Jahr ueber das Lizenzprogramm getaetigten Produktumsaetze entfalle auf das Office-Paket des Unternehmens. Bei Lotus erwarten Branchenkenner eine aehnliche Lizenzstrategie.