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02.11.2001 - 

Eine Open-Source-Lösung für dynamische Websites

Flotter Auftritt mit Zope

Wer Websites ändern muss, braucht nicht unbedingt einen teuren Web-Applika-tions-Server. Für Content-Management gibt es die Open-Source-Alternative Zope. Von Jürgen Osterberg*

Keine Website bleibt unverändert. Unternehmen und ihre Kunden wollen individuelle, interaktive und vor allem aktuelle Internet-Auftritte. Funktionalität und dynamischer Aufbau einer Website sind Trumpf. Firmen wollen nicht für jede Änderung der Website ihre Agentur beauftragen oder einen teuren Pflege- oder Servicevertrag abschließen. Sie verlangen nach Lösungen, mit denen sie selbst eine Pressemitteilung oder ein aktuelles Produkt auf die Website stellen können. Dafür benötigt man eine Software, den Web-Applikations-Server.

Neben den proprietären Lösungen der großen Softwarefirmen - die bekanntesten sind "BEA Weblogic", "IBM Websphere" oder der "Oracle Application Server" - gibt es mittlerweile auch aus dem Open-Source-Lager leistungsfähige Programme, mit denen sich dynamische Internet-Auftritte realisieren lassen. Hierzu gehört der Web-Applikations-Server "Zope", ein Kürzel für "Z Object Publishing Environment".

Zope ist ein Softwareprodukt des Unternehmens Zope Corporation, vormals Digital Creation. Die US-amerikanische Softwareschmiede stellte ihr Produkt frühzeitig unter eine Open-SourceLizenz, die es Entwicklern und Unternehmen erlaubt, die Lösung ohne Einschränkungen für die Umsetzung jeglicher Internet-Projekte kostenlos zu nutzen.

Die Software läuft auf verschiedenen Plattformen (zum Beispiel Linux, Windows NT, Windows 2000, Sun Solaris) und arbeitet problemlos mit Standard-Web-Servern wie "Apache" oder Microsofts "Internet Information Server" zusammen. Da ein eigener WebServer integriert ist, lässt sich Zope auch unabhängig für die Publikation einer Website verwenden.

Dieses Programm ist eines der wenigen Produkte, bei denen die Venture-Capital (VC)-Geber bewusst eine Offenlegung des Quellcodes und die Hinwendung zur Open-Source-Welt verlangt haben. Da die proprietäre Vorgängerversion von Zope nur geringe Lizenzeinnahmen erzielte, versprachen sie sich von einem kostenlosen Open-Source-Produkt eine größere Popularität und Verbreitung und damit ein ertragreiches Folgegeschäft durch Dienstleistungen. Den größten Umsatz macht das Unternehmen seit langem mit Beratungs- und Entwicklungsservices.

Die Rechnung ging auf, so Firmenmitgründer Paul Everitt. Mittlerweile hat Zope mehrere Preise in Folge gewonnen und erfreut sich in der Open-Source-Gemeinde großer Beliebtheit. Zu den Angestellten der Zope Corporation gehört seit kurzem Guido van Rossum, der unter Open-Source-Programmierern sehr bekannte Entwickler der Skriptsprache Python. Zu den Kunden zählen unter anderem der US-Webhoster Verio, General Electric und die US-Navy.

Auch in Europa findet Zope mittlerweile immer größere Verbreitung. Am Rande einer in Berlin stattfindenden Konferenz gründeten im Juli dieses Jahres mehrere Zope-Dienstleister die "Eurozope Association" (www.eurozope.org). In Deutschland bietet beispielsweise das Berliner Unternehmen Beehive Schulungen, Dokumentation und individuell programmierte Anwendungen. Mit Zope umgesetzte Content-Management-Lösungen und Redaktionssysteme gehören zum Portfolio der Kölner Agentur 30 Doradus Media Design oder der Nürnberger Iuveno AG.

Die Beliebtheit von Zope bei Unternehmen und Entwicklern hat ihre Gründe: Der Web-Applikations-Server besitzt eine einfach zu bedienende Benutzeroberfläche, die das schnelle Erstellen umfassender Sites ermöglicht. "Zope erlaubte die Umsetzung komplexer Web-Projekte in Rekordzeit", urteilt Joachim Werner, Vorstand der Iuveno AG. Das Nürnberger Unternehmen setzte für den Medienriesen Bertelsmann verschiedene Internet- und Intranet-Projekte auf Basis der freien Software um.

Auch Standardprotokolle wie ftp oder Web-dav werden von Zope unterstützt. Folglich lassen sich Zope-basierende Sites auch mit herkömmlichen Web-Editoren erstellen und verwalten. Mit der "Dynamic Template Markup Language" (DTML) verfügt die Software über ein eigenes Repertoire an Skriptbefehlen, mit denen sich statische HTML-Seiten komfortabel um dynamische Elemente ergänzen lassen.

Diese dynamischen Inhalte werden in einer eigenen objektorientierten Datenbank, der ZODB (Z Object Database), verwaltet. Aber auch hier gilt das Gleiche wie beim Web-Server: Wem die eingebaute Datenbank nicht zusagt, der greift über vorhandene Schnittstellen auf externe, relationale Datenbanken wie beispielsweise Oracle, Sybase, Postgres, MySQL oder Interbase zurück.

Als besonderen Bonus heben die Entwickler hervor, dass der Server von Grund auf objektorientiert konzipiert und umgesetzt wurde. Für den Besucher und Nutzer des Servers ergibt sich kein Unterschied zu herkömmlichen Internet-Auftritten. Der Entwickler hingegen kann sämtliche Vorteile des objektorientierten Ansatzes nutzen.

Eine Website lässt sich vollkommen modular aufbauen, zusammengesetzt aus einzelnen Komponenten. Zusätzliche Funktionen können in der leicht erlernbaren Skriptsprache Python umgesetzt und auf diese Komponenten angewendet werden. Komplexe Funktionen und sogar vollständige Einheiten stehen als Zope-Produkte zur Verfügung, die sich komplett in eine bestehende Site integrieren lassen.

"Mit Zope kann man ein vollständiges Diskussionsforum in wenigen Tagen fertig ins Netz stellen", berichtet Volker Hutt von 30 Doradus Media Design. Die Kölner Agentur hat sich auf Community-Lösungen spezialisiert und betreut Pharma-Unternehmen wie die Togal AG.

Mittlerweile stehen viele hundert Zope-Produkte zum Download zur Verfügung und können die eigene Site um komplexe Funktionen erweitern. Hierzu gehören ein Diskussions- und Neuigkeitenforum, mit dem sich eine Web-Community (so geschehen bei www.gimp.de) realisieren lässt, verschiedene E-Shops, Groupware-Tools bis hin zum unlängst von der Zope Corporation entwickelten "Content Management Framework" (CMF). Mit ihm lassen sich umfassende Portalseiten umsetzen. Darüber hinaus erlaubt es die Programmierung von Anwendungen, die es mit den großen und teuren Content-Management-Lösungen proprietärer Hersteller durchaus aufnehmen können.

*Diplomphysiker Jürgen Osterberg ist freier Autor in Düsseldorf.

Links

Zope-Quellen

www.zope.org

Zope Corporation:

www.zope.com

Treffpunkt europäischer Dienstleister:

www.eurozope.org

Mit Zope umgesetztes Community-Forum:

www.gimp.de

Deutsche Zope-Dienstleister

Beehive GmbH:

www.beehive.de

30 Doradus Media Design:

www.30doradus.de

Iuveno AG:

www.iuveno.de

Lightwerk GmbH:

www.lightwerk.de