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22.11.1991 - 

Es fehlt an attraktiven Aufgaben

Fluktuation in der DV: Viele Profis zieht es schnell weiter

HAMBURG (hk) - Personalverantwortliche beklagen oft die Wechselfreudigkeit der DV-Spezialisten - zu Recht, denn fast 30 Prozent der DV-Profis sind nach einer Studie von Stefan Rohr und Ernst Zander in ihren derzeitigen Unternehmen erst weniger als zwei volle Jahre beschäftigt.

Abgerundet wird das Bild durch eine andere Zahl: Nahezu 40 Prozent gehörten zwischen zwei und fünf Jahren ihrem jetzigen Betrieb an. Daraus ergibt sich, daß mehr als zwei Drittel der Befragten nicht mehr als fünf volle Jahre ihrem jetzigen Arbeitgeber-Unternehmen angehörten. Dagegen kommen noch nicht einmal zehn Prozent der erfaßten Arbeitnehmer auf eine Zugehörigkeit von 15 Jahren.

Das lasse nach Rohrs Auffassung die Vermutung zu, daß die Fluktuation im DV-Sektor besonders hoch sei. Deshalb müsse "der Motivation der Mitarbeiter eine besondere Bedeutung zukommen". Vorrangige Aufgabe des DV-Leiters beziehungsweise Personalchefs sollte sein, "die Mitarbeiter durch leistungsfördernde Maßnahmen an das Unternehmen zu binden".

Gründe für einen Wechsel

Der Hamburger DV-Berater befaßt sich in einem Kapitel zum Thema Personal-Marketing ausführlich auch mit den Gründen, aus denen DV-Spezialisten den Job wechseln. Aufgrund der Befragung nennt Rohr hierzu folgende Kriterien, die einen Wechsel beeinflussen:

- Einkommen,

- freie Arbeitsgestaltung,

- Qualifikationsaussichten,

- Zufriedenheit mit der Anstellung,

- attraktivere Aufgabenvielfalt,

- höhere Anforderungen sowie

- flexible Zeiteinteilung.

Anders sieht es laut Studie dagegen bei den Führungskräften aus: Fast 55 Prozent aller DV-Manager sind länger als zehn Jahre im jeweiligen Unternehmen. Der Grund hierfür sei sehr einleuchtend, meint Rohr: Führungsverantwortung erhalte meist nur jemand, den das Unternehmen kennt, einschätzen kann und der seine Leistung über längere Zeit bewiesen habe.

Die Bereitwilligkeit jedoch, Führungsverantwortung auch in "unbekannte" Hände zu legen, sei indes um so erstaunlicher.

Immerhin würden mehr als 25 Prozent der DV-Manager erst höchstens fünf Jahre im Unternehmen arbeiten.

Die Unternehmenszugehörigkeit hat laut Rohr einen direkten Einfluß auf die Gehaltsgrößen. Aktuell verhandelte Gehälter seien eher dem Marktgefüge angepaßt als solche, die vor zehn oder mehr Jahren ausgemacht und danach lediglich angepaßt wurden. So kommen die Verfasser der Studie zum Schluß, daß Mitarbeiter, die weniger als zwei Jahre im Unternehmen beschäftigt sind, durchschnittlich 13,4 Prozent mehr Gehalt beziehen als der Durchschnitt allgemein.

Je länger dagegen die Zeit der Zugehörigkeit zum Unternehmen sei, desto gravierendere Negativabweichungen ließen sich feststellen. "Es sind ganz besonders die älteren DV-Mitarbeiter", so Rohr "die in ihrem Gehalt verhältnismäßig schlecht liegen und im allgemeinen angepaßt werden sollten".

Die Erkenntnisse der Studie basieren auf Angaben von etwa 10 000 DV-Spezialisten und -Führungskräften, vom Arbeitsvorbereiter bis zum DV-Chef. Die Untersuchung enthält zudem detaillierte Positionsbeschreibungen zu den gängigen DV-Berufen (siehe auch CW Nr. 46 vom 15. November 1991, Seite 61).