Melden Sie sich hier an, um auf Kommentare und die Whitepaper-Datenbank zugreifen zu können.

Kein Log-In? Dann jetzt kostenlos registrieren.

Falls Sie Ihr Passwort vergessen haben, können Sie es hier per E-Mail anfordern.

Der Zugang zur Reseller Only!-Community ist registrierten Fachhändlern, Systemhäusern und Dienstleistern vorbehalten.

Registrieren Sie sich hier, um Zugang zu diesem Bereich zu beantragen. Die Freigabe Ihres Zugangs erfolgt nach Prüfung Ihrer Anmeldung durch die Redaktion.

22.04.2009

FOKUS: Analysten blicken mit Skepsis auf Deutsche Telekom

Von Philipp Grontzki Dow Jones Newswires

Von Philipp Grontzki Dow Jones Newswires

FRANKFURT (Dow Jones)--Am Tag nach den überraschenden Prognosesenkungen bei der Deutschen Telekom AG blicken Analysten mit Skepsis auf den Bonner Ex-Monopolisten. Im Fokus stehen dabei Unsicherheiten über die weitere Geschäfts- und Dividendenentwicklung des Telekommunikationskonzerns. Nach Kurszielreduzierungen und Herabstufungen gibt das Papier am Mittwoch in der Spitze um weitere 4,3% nach.

Die Telekom hatte am Dienstag für 2009 Rückgänge beim operativen Ergebnis und freien Cash-Flow angekündigt, nachdem Ende Februar noch Werte auf dem Niveau des Vorjahres in Aussicht gestellt worden waren. Die T-Aktie, die bereits am Vortag 7,2% verloren hatte, gehörte auch am Mittwoch zu den größten Tagesverlierern am deutschen Aktienmarkt und notierte gegen 16:00 Uhr bei hohen Umsätzen um 3,6% schwächer bei 8,69 EUR. Der DAX notiert zeitgleich nahezu unverändert bei 4,500 Punkten.

Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) sieht der Konzern 2009 nun um 2% bis 4% unter dem Vorjahreswert von rund 19,5 Mrd EUR, während der freie Cash-Flow 6,4 (Vorjahr: 7) Mrd EUR erreichen soll. Im ersten Quartal hat die Telekom eigenen Abgaben zufolge die "starke" Konjunkturabkühlung und den "verschärften" Wettbewerb insbesondere in den USA und Großbritannien gespürt; hinzu kamen negative Wechselkurseffekte in Polen und Großbritannien.

Die alten und auch die neuen Prognosen verstehen sich exklusive der griechischen Gesellschaft OTE, welche die Telekom seit 1. Februar 2009 voll konsolidiert.

Nachdem das Umsatzwachstum bei T-Mobile USA im ersten Quartal auf Dollarbasis eher bescheiden ausgefallen ist, macht den Analysten vor allem die Entwicklung im größten Mobilfunkmarkt der Telekom Sorgen. Die schwache US-Konjunktur und der steigende Wettbewerb in dem Markt legten den Schluss nahe, dass sich der Trend hier eher verschlechtern dürfte bevor es wieder aufwärts gehe, schreibt etwa Hannes Wittig von JP Morgan. In einer am Mittwoch veröffentlichten Studie senkt Wittig seine Empfehlung für die Aktie auf "neutral" von "übergewichten".

Doch nicht nur die Entwicklung in den USA bereitet den Analysten zunehmend Sorge. Matthew Bloxham von der Deutschen Bank sieht ein Hauptrisiko für die Telekom darin, dass die konjunkturelle Flaute auch auf weitere Märkte übergreift. Bloxham hat die Aktie am Mittwoch deshalb auf "halten" von "kaufen" zurückgestuft.

Daneben herrscht unter Analysten Unklarheit über die Dividende für 2009, die im kommenden Jahr ausgeschüttet werden soll. Telekom-Vorstandsvorsitzender René Obermann bekräftigte am Dienstag zwar, sein Unternehmen wolle hier weiterhin eine attraktive Politik verfolgen. Ob die Dividende für 2009 verglichen zum Vorjahr sinken könnte, wollte er aber auch auf Nachfrage nicht sagen. Für 2008 will der Konzern eine gegenüber dem Vorjahr unveränderte Dividende von 0,78 EUR je Aktie ausschütten.

Da sich die Ausschüttung bei der Telekom im Wesentlichen am freien Cash-Flow orientiere, könnte die Dividende aufgrund der neuen Prognose sinken, glaubt etwa Heike Pauls von der Commerzbank. Bloxham von der Deutschen Bank geht nun davon aus, dass die Telekom für 2009 eine Dividende von nur noch 0,75 EUR vorschlagen wird - bislang hatte der Analyst 0,78 EUR veranschlagt.

Nach vorläufigen Zahlen erzielte die Telekom im ersten Quartal ohne Einbeziehung von OTE einen Umsatz von 15 Mrd EUR, während sich das bereinigte EBITDA um 5% auf 4,5 Mrd EUR reduzierte. Der freie Cash-Flow erreichte in der Periode ebenfalls ohne OTE zwischen 0,2 Mrd und 0,3 Mrd EUR, nach rund 1,6 Mrd EUR im Vorjahr. Hier hätten sich höhere Auszahlungen für Investitionen, die "Abweichung" beim bereinigten EBITDA sowie gestiegene Auszahlungen für Personalmaßnahmen ausgewirkt, hieß es zur Begründung.

Webseite: www.telekom.com - Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107, philipp.grontzki@dowjones.com

DJG/phg/kgb

Besuchen Sie unsere neue Webseite http://www.dowjones.de

Copyright (c) 2009 Dow Jones & Company, Inc.