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28.05.2009

FOKUS: Infineon rückt näher an mögliche Staatshilfen - Analysten

Von Philipp Grontzki

DOW JONES NEWSWIRES

NEUBIBERG (Dow Jones)--Nachdem sich der um seine Refinanzierung ringende Chiphesteller Infineon Technologies AG zuletzt durch die Begebung einer neuen langfristigen Wandelanleihe finanziell etwas Luft verschafft hat, wird nun über weitere mögliche Schritte spekuliert. Voraussetzung für nennenswerte Fortschritte ist laut Analysten, dass der Konzern seine eigenen Anstrengungen zum Schuldenabbau vorantreibt, bevor mitunter der Staat in die Bresche springt.

Infineon hat sich bislang über die genaue Strategie bedeckt gehalten, aber darauf verwiesen, dass man alle Optionen prüfen werde. Das Problem des in Neubiberg bei München ansässigen Konzerns sind ausstehende Wandel- und Umtauschanleihen, die im Juni 2010 bzw. August 2010 fällig werden. "Infineon kann das operative Geschäft schon finanzieren, die ausstehenden Anleihen zurückzahlen können sie aber nicht", sagt Tobias Loskamp von Kepler Capital Markets mit Blick auf diese Bonds.

Um die Schuldenlast zu reduzieren, hat der Konzern in den vergangenen Monaten den Nominalwert dieser Anleihen durch vorzeitige Rückkäufe auf zuletzt rund 592 Mio EUR reduziert. Um die Fälligkeitsstruktur zu verbessern, hat Infineon in der vergangenen Woche zudem eine neue Wandelanleihe mit einer Laufzeit von fünf Jahren platziert und damit etwas mehr als 180 Mio EUR erlöst. Dies war laut Loskamp ein "geschickter Schachzug", weil Infineon dadurch Geld erhalte, um die Finanzierungslücke mit Blick auf das kommende Jahr zu reduzieren.

Auch Michael Busse von der Landesbank Baden-Württemberg ist der Ansicht, dass die Bereitschaft der Banken, die Refinanzierung mit zu tragen, deutlich steigt, wenn Infineon durch den Rückkauf von Anleihen seine Finanzierungslücke weiter verringert. "Das gilt auch mit Blick auf den Staat und etwaige Garantien."

Der Aufsichtsratsvorsitzende des Unternehmens, Max Dietrich Kley, wollte sich in einem Zeitungsinterview zuletzt nicht zu möglichen Gesprächen mit der Bundesregierung über Staatshilfe äußern, betonte allerdings, dass Infineon in der Wirtschaft eine Schlüsselstellung habe. "Infineons Produkte sind ein Garant für den technischen Vorsprung der deutschen Autohersteller, Anlagen- und Maschinenbauer", sagte er. "Für die Industrie ist das Unternehmen also systemrelevant."

Infineon produziert beispielsweise Chips für die Automobilindustrie oder auch Telekommunikationsunternehmen und leidet aufgrund der Konjunkturflaute seit Monaten unter einer schwachen Nachfrage. Für das im September endende Geschäftsjahr 2008/09 geht der Konzern nach letzten Angaben von einem Umsatzrückgang von mehr als 20% gegenüber dem Vorjahr und operativen Verlusten aus.

Laut einem Bericht der "Financial Times Deutschland" vom Donnerstag hat Infineon eine staatliche Bürgschaft über rund 500 Mio EUR beantragt. Die Zeitung beruft sich dabei auf Informationen aus dem Unternehmensumfeld. Ein Sprecher des Chipherstellers wollte dies nicht kommentieren.

"Der Markt spekuliert darauf, dass sie zum Teil Staatshilfe, sei es in Form von Krediten oder Garantien, erhalten", sagt Analyst Loskamp von Kepler. "Zur Not könnte Infineon auch eine Kapitalerhöhung machen, wenn der Kurs deutlich über 2 EUR liegt." Sein Kollege Busse von der LBBW erwartet dies kurzfristig nicht: "Eine Kapitalerhöhung klappt derzeit wegen des aktuellen Kursniveaus wohl eher nicht."

Webseite: http://www.infineon.de - Von Philipp Grontzki, Dow Jones Newswires; +49 (0)69 - 29725 107, philipp.grontzki@dowjones.com DJG/phg/kla Besuchen Sie auch unsere Webseite http://www.dowjones.de

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