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30.04.2007

FOKUS: Telefonica streift auf dem Weg nach Lateinamerika Italien

Von Jason Sinclair

Von Jason Sinclair

Dow Jones Newswires

MADRID (Dow Jones)--Der Einstieg der spanischen Telefonica SA beim italienischen Wettbewerber Telecom Italia SpA ist nach Meinung von Analysten eher als Stärkung der Position von Telefonica in Brasilien zu verstehen, denn als Schritt zur Konsolidierung in Europa. Immerhin handele es sich bei Brasilien um den fünftgrößten Mobilfunkmarkt, führen die Beobachter an.

Telefonica hatte am Wochenende gemeinsam mit mehreren italienischen Finanzinstituten vom Pirelli-Konzern dessen 80%-Anteil an der Olimpia Holding erworben. Olimpia hält ihrerseits 18% an Telecom Italia. Die Benetton-Familie verkauft ihren 20-prozentigen Anteil an Olimpia, bleibt aber als Teil des Konsortiums an der Telecom Italia beteiligt.

Telefonica wolle vor allem "mitreden" können, sollte Telecom Italia ihre Tochter TIM Participacoes SA, den zweitgrößten Mobilfunkbetreiber Brasiliens, zum Verkauf anbieten oder andere Schritte in Lateinamerika planen. Der spanische Konzern habe einen Aufschlag für zwei Sitze im Board und nur begrenzte Synergien gezahlt, sagte ein Londoner Analyst. Er dürfte aber wohl langfristig denken und dabei möglicherweise in Richtung Lateinamerika schauen.

Am Schlüsselmarkt Brasilien sieht sich Telefonica hartem Wettbewerb durch die America Movil SA ausgesetzt. Beobachtern zufolge ist die spanische Gesellschaft daran interessiert, das mit der Portugal Telecom gehaltene paritätische Mobilfunk-Joint-Venture Vivo mit der TIM von Telecom Italia zusammenzulegen.

Vivo sei gemessen an der Kundenzahl die Nummer eins am brasilianischen Markt vor TIM von Telecom Italia. Die Kurse beider Titel zogen am Montag deutlich an. Vivo-Vorzüge legten um 4,3% zu, TIM stiegen um 5,3%. Zusammen kommen Vivo und TIM auf einen Anteil von 54% am brasilianischen Mobilfunkmarkt. Telecom Italia hält zudem 50% an der Telecom Argentina und hat eine Kaufoption für weitere 2% im Jahr 2009.

In einer Research-Mitteilung beurteilt Banesto den Einstieg für Telefonica zwar als riskant, da sie nicht die Kontrolle über Telecom Italia haben werde. Die beste Nachricht für das Unternehmen sei aber, dass der italienische Konzern nicht an America Movil gegangen sei. Das Madrider Brokerhaus Ibersecurities verweist unterdessen auf das Interesse von Telefonica am Markt Lateinamerikas aufgrund des umfangreichen Kundenwachstumspotenzials.

Nach Ansich von Martin Mabbet, Analyst bei Nomura, fällt der Preis, den Telefonica für die Beteiligung bezahlt, für das Unternehmen nicht allzusehr ins Gewicht.

Aktuell hat Telefonica dank der Übernahme der Mobilfunkaktivitäten von BellSouth 2005 für 9,5 Mrd USD bereits eine starke Präsenz in Lateinamerika. Speziell am brasilianischen Markt ist das Unternehmen aber einem harten Wettbewerb ausgesetzt. Viele Analysten äußerten denn auch die Meinung, dass sich Telefonica zum Ausbau des Marktanteils in Brasilien seine Position in dem Land stärken müsse. Zu diesem Zweck hat Telefonica dem Partner Portugal Telecom vorgeschlagen, deren 50%-Anteil an Vivo zu übernehmen. Bisher ist dieses Vorhaben erfolglos beblieben.

Webseiten: http://www.telecomitalia.it/

http://www.telefonica.com/

-Von Jason Sinclair, Dow Jones Newswires; +49 (0)69-29725 103,

unternehmen.de@dowjones.com

DJG/DJN/bam/rio

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