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15.05.1981 - 

Informationsanalyse statt Organisations- Strukturuntersuchung:

Folge 28

Fach- und Personen-Profile

Aus dieser Betrachtung resultiert, daß Arbeitnehmer, falls sie in das Informationsgeschehen einer Verwaltung eingebunden werden sollen ihre Persönlichkeit gleichsam nicht einfach an der Pforte abzugeben haben und nur als Funktionäre bestimmter Arbeitsabläufe durchgelassen werden. Ihre Hobbies und Erfahrungen im sozialen Umfeld, die Realien sind gleichermaßen legitim wie die berufsbezogenen Verbalien. Das Fachprofil wird durch personenbezogene Steckenpferde ergänzt. Gegen die vollständigere Interessendokumentation werden zwar die gleichen Vorbehalte wie zur Rasterfahndung bei der Terrorismusbekämpfung vorgebracht, aber hier im innerbetrieblichen Bereich werden schwerlich extremistische Neigungen offenbart. Für Mitarbeiter, die fachbezogene und möglichst ideologisch unbefrachtete Information schätzen, ist das Gehen und Nehmen wichtiger als die Verhinderung von Information.

Die Erstellung von Fachprofilen darf zunächst als ein Auftrag zur Aktivitätsdarstellung aufgefaßt werden. Das Erbringen von bestimmten Leistungen wird in einen Strukturzusammenhang gestellt. Und damit wird wiederum eine umfängliche Beschreibung von Strukturen, der eigenen wie auch zu den konkurrierenden gewagt, damit eine vergleichende Wertung - eigentlich mir der Leistungen - erfolgen kann. Viel wichtiger ist es, daß thematische Überschneidungen klar herausgestellt werden. Die Klarheit liegt in der Dokumentation der Sachverhalte, der eingesetzten Befähigungen und den Erfolgen. Letzteres braucht nicht langatmig verbal auszufallen. Nicht die Grammatik entscheidet, auch nicht die Gefälligkeit des Vorgetragenen, sondern die Semantik. Arbeiten mehrere Institute an einem Forschungsauftrag - etwa in der technisch günstigen Herstellung einer von außen akzeptierten Anwendung (zum Beispiel einer Kunstfaser) - so werden sie zwangsläufig identische Begriffe zur Beschreibung von gleichen oder synonymen Sachverhalten benutzen. Identische Begriffsverwendung bildet eine semantische Brücke zwischen verschiedenen Fächern. Es ist für die gegenseitige Kommunikation wichtig solche Brücken zu kennen, damit die Forscher nicht nutzlos am scheinbar trennenden Fluß nebeneinander herlaufen. Es wäre außerdem gut, wenn persönliche und informale Beziehungen zwischen den Individuen entstünden, im Gegensatz zu den skalierten Abhängigkeiten in einem Fach-Strukturprofil.

Modelle sollen konkret sein und sind doch Abstraktionen

Modelle, egal ob oder Fahrzeuge, sind Vorbilder. Es handelt sich um gegenständliche Nachbildungen. Anders dagegen Modelle, die eine formalisierte Theorie und abstrakte Symbole anstelle von beschreibenden Sachverhalten benutzen: Sie erreichen durch die isolierte Betrachtung ihrer Elemente statt der bildhaften Wirklichkeit eine meist unverständliche Abstraktion. Diese Modelle sollen eigentlich erklären, indessen steht denen ihr theoretischer Gehalt kaum verständnisfördernd gegenüber. Wer nicht die mathematischen nachvollziehen kann, formale Symbolik von Wissenschaftstheorien fremd, das heißt unverständlich ist, der hält Modelle von formalisierten Abhängigkeiten, auch die in seiner eigenen, erkannt und erlebten Umwelt, für nutzlose Konstrukte. Gar beim Übergang der formalen Beschreibung in ein Maschinenprogramm wird es ernst mit dem Zwang zur Präzisierung von Abläufen, die in Wirklichkeit vielleicht sogar dysfunktional verlaufen. Die Präzisierung steht der Übersichtlichkeit von sozialen Prozessen diametral gegenüber. "So wie ein Verlust an Anschaulichkeit der Preis für die größere Übersichtlichkeit des Modells ist, muß man für seine Präzision mit Wirklichkeitsnähe zahlen." (R. Mayntz, Formalisierte Modelle in der Soziologie, Neuwied und Berlin 1967, Seite 28). In der erlebten Wirklichkeit herrscht weniger bei den Theoretikern, als bei den sogenannten Praktikern das assoziative Denken vor, das sie dem Zwang zur präzisen Umschreibung ihrer Denkweisen durch Begriffe enthebt. Für sie gibt es zwar Erfahrungen, aber auch eine Menge an unfaßbaren Elementen von Zusammenhängen. Der zusammenhängende Mechanismus ihrer Informations- und Arbeitsabläufe wird erlebt, wie die Bedienelemente von Schaltern für das Licht und das Fernsehen, ohne daß die physikalischen Prozesse in der täglichen Praxis gegenwärtig sind. Neues empirisches Wissen empfängt man einzig durch Beobachtung und Befragen der Wirklichkeit.

Wird fortgesetzt